Lokales

Das Klinikum Kirchheim hilft

Technik und Medizin unterliegen einem ständigen Wandel, der immer schneller vonstatten geht. Diese Entwicklung macht auch vor Geräten und Einrichtungsgegenständen in den Krankenhäusern nicht Halt.

KIRCHHEIM Doch nicht alles, was vor Ort ausgemustert wird, landet zwangsläufig auf dem Müll sondern ist andernorts oft sehr begehrt. Dieser Tage wurde in der Röntgenabteilung des Klinikums Kirchheim-Nürtingen ein Mammografiegerät ausgesondert, das jetzt auf die Reise nach Serbien geht. Das zehn Jahre alte Gerät musste aufgrund neuer EU-Normen stillgelegt werden, weil eine Nachrüstung technisch nicht möglich war. Das Gerät ist nach wie vor völlig intakt und darf außerhalb der EU weiterhin eingesetzt werden.

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Den Transport übernimmt die "Hilfsbrücke Sibinovic", ein humanitärer Verein, der vor zwei Jahren von Dragan Sibinovic und seiner Frau ins Leben gerufen wurde. Während eines Urlaubs in ihrer alten Heimat Serbien musste Ljubica Sibinovic am eigenen Leib die katastrophalen Zustände in der Klinik in Zajecar erfahren, in die sie nach ihrem Herzinfarkt eingeliefert wurde. Im "Medicinski Centar Zajecar" in der Heimatstadt von Dragan Sibinovic, einer 150 000 Einwohner großen Provinzmetro-pole nahe der bulgarischen Grenze, fehlte es an allem, was zu einer medizinischen Grundversorgung gehört.

Für den Serben, der seit mehr als 30 Jahren in Owen lebt, ein Schlüsselerlebnis, das ihn seither nicht mehr zur Ruhe kommen ließ. Unermüdlich sammelt er Sachspenden aus Kliniken und Arztpraxen und hat mit seinen Hilfsgütertransporten seither Klinikgeräte im Wert von über 500 000 Euro nach Serbien organisiert und selbst vor Ort verteilt. Mittlerweile stehen wieder 30 Tonnen medizinische Geräte, Krankenbetten, Nachtschränke und Pflegehilfsmittel für den fünften Hilfsgütertransport bereit, darunter das Röntgengerät aus Kirchheimer mit einem Restwert von rund 5000 Euro.

pm