Lokales

Das Lenninger Netz ist geknüpft

Als echter Meilenstein wird die Gründung des "Lenninger Netz Verein zur Koordination sozialer Aufgaben in Lenningen" von Bürgermeister Schlecht bezeichnet, die im Bürgerhaus im Bahnhof in Unterlenningen vollzogen wurde.

LENNINGEN Die katholische Kirchengemeinde, die evangelischen Kirchengemeinden Brucken, Unterlenningen, Oberlenningen, Gutenberg und Schopfloch, die Krankenpflegevereine Unterlenningen/Brucken, Oberlenningen und Gutenberg-Schopfloch, die Diakoniestation Teck, der DRK-Kreisverband Nürtingen/Kirchheim sowie die Gemeinde Lenningen sind die Gründungsmitglieder des Lenninger Netz. Zum Ersten Vorsitzenden wurde Bürgermeister Michael Schlecht gewählt, Stellvertreter ist Pfarrer Karl-Heinz Graf aus Oberlenningen. Dem neuen Vorstand gehören zudem Hans-Jürgen Jung von der katholischen Kirchengemeinde Lenningen als Schriftführer, sowie Pfarrerin Margarete Oberle aus Brucken, Pfarrer Fritz Braun aus Schopfloch, Ulrike Schmid von der Diakoniestation Teck und Tanja Baumann vom DRK als Beisitzer an.

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Nachdem die Idee zur Gründung des Lenninger Netz bereits seit einigen Monaten in den verschiedenen Gremien diskutiert wurde, kamen die potenziellen Mitglieder zur Gründungsversammlung zusammen. Nach einer kurzen Einführung wurde die Satzung verteilt, die von den Mitgliedern des Arbeitskreis "Älter werden in Lenningen" zusammengestellt wurde und auf dessen Initiative hin die Idee für die Vereinsgründung zurück geht. Federführend erstellt von Werner Schulmeyer übernahm dieser auch die Vorstellung und nach ausführlicher Diskussion beschlossen die Mitglieder diese einstimmig.

Ziel des Lenninger Netz ist die Koordination und Vernetzung sozialer Aufgaben, die Förderung und der bedarfsgerechte Ausbau aller Aktivitäten in der Alten- und Behindertenarbeit, der Familienhilfe sowie sonstige soziale Aufgaben in der Gemeinde Lenningen. Der Verein soll künftig auch Pflegeleistungen und häusliche Hilfen vermitteln und leistet allgemeine soziale Beratung. Diese Ziele werden insbesondere verwirklicht durch die Vernetzung der vor Ort tätigen sozialen Organisationen und Vereine. Dies wiederum wird erreicht durch die Schaffung von Grundlagen für die Zusammenarbeit der Vereinsmitglieder mit dem Bestreben, gemeinsam die optimale soziale Versorgung der Bürgerinnen und Bürger zu realisieren.

Mitglied des Lenninger Netz kann jede juristische und jede volljährige natürliche Person werden. Der Verein hat dabei ordentliche Mitglieder und Fördermitglieder. Als ordentliche Mitglieder können nur juristische Personen, als Fördermitglieder dagegen alle Interessierten aufgenommen werden. Dabei sind die ordentlichen Mitglieder stimmberechtigt, wogegen die Fördermitglieder mit ihrer Mitgliedschaft und dem dazugehörigen Mitgliedsbeitrag ihre Unterstützung für das Netz dokumentieren.

Als ersten Beschluss legte die Versammlung die Mitgliedsbeiträge fest: Für die ordentlichen Mitglieder wird ein Jahresbeitrag von 100 Euro fällig. Dem gegenüber beträgt der Beitrag der Fördermitglieder 25 Euro pro Jahr. Die Mitgliederversammlung ist als oberstes Vereinsorgan grundsätzlich für alle Aufgaben zuständig, sofern sie nicht dem Vorstand übertragen wurden. Um einen optimalen Ablauf der Vereinstätigkeiten gewährleisten zu können, kann der Vorstand die Führung der laufendenGeschäfte auf eine Geschäftsführung übertragen, wobei diese ausschließlich ehrenamtlich tätig ist. Die Vorstandswahlen fielen jeweils einstimmig aus. Bei der Zusammensetzung des Vorstandes wurde von der Mitgliederversammlung darauf geachtet, dass so weit möglich alle Mitglieder und Ortsteile paritätisch vertreten sind.

An der Bedeutung des Lenninger Netz ließ der neu gewählte Erste Vorsitzende keinen Zweifel: "Das Lenninger Netz ist ein mutiger und richtiger Schritt, um den sozialen He-rausforderungen der Zukunft wirkungsvoll begegnen zu können", so Michael Schlecht. Er machte zudem deutlich, dass zunächst vorgesehen ist, das bestehende Netz in der Gemeinde Lenningen noch enger zu verknüpfen. Nachdem das NETZ aber seine eigene Struktur optimiert sowie Vertrauen in der Bürgerschaft geschaffen hat, soll dessen Wirkungskreis erweitert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Lenninger Netz dann Gespräche mit Institutionen und Organisationen in Owen und Erkenbrechtsweiler über eine künftige Verknüpfung im Gemeindeverwaltungsverband Lenningen aufnehmen.

Erste Aufgabe des Lenninger Netz wird die Umsetzung des Projektes "Betreutes Wohnen zu Hause" sein. Dieses Vorhaben hat zum Ziel, älteren Mitbürgern die Gelegenheit zu bieten, so lange wie möglich zu Hause in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können. Dabei können über eine Koordinierungsstelle alle benötigten Dienstleistungen vermittelt werden. Darüber hinaus soll diese Stelle Beratung anbieten, zum Beispiel bei der Beantragung von Pflegestufen oder wenn es darum geht, die Wohnung an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Die Selbstständigkeit der Menschen steht bei diesem Gedanken des Betreuten Wohnen zu Hause im Vordergrund.

Für die Umsetzung wird das Lenninger Netz in der nächsten Zeit auf die Suche nach einer Geschäftsführung für den Aufbau und die verantwortliche Leitung des Projekts gehen. Zu Beginn wird diese Stelle vo-raussichtlich 10 bis 15 Wochenstunden umfassen und befristet sein. Gemeinsam mit den Anstrengungen bei der Investorensuche für den Bau eines barrierefreien Wohnens im Alter in einer Wohnanlage und der wünschenswerten Ansiedlung eines Pflegeheimes in der Gemeinde soll das Betreute Wohnen zu Hause beitragen, für alle gesellschaftlichen und altersbezogenen Einwohnergruppen Lebensmöglichkeiten in Lenningen anbieten zu können.

Der Begriff Lenninger Netz steht für nah, engagiert, tragend und zuverlässig. "Alle Beteiligten sind sich einig, mit dem Lenninger Netz den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Bleibt zu wünschen, dass es auch viel Unterstützung erfahren wird" hofft Michael Schlecht.

pm