Lokales

Das Motto lautet: "Hinsehen und Handeln"

"Hinsehen und Handeln" so lautet das Motto der seit einem Jahr von amnesty international durchgeführten Kampagne, die das Ziel hat, die Gewalt gegen Frauen einzudämmen.

KIRCHHEIM Frauen sind in allen Kulturen Grausamkeiten ausgesetzt, am häufigsten der häuslichen Gewalt, die deshalb sogar zu der häufigsten Form aller Menschenrechtsverletzungen wurde. Weil sich bei diesem Thema die Arbeitsfelder der hiesigen ai-Gruppe und des Vereins "Frauen helfen Frauen" überschneiden, bot sich die Zusammenarbeit geradezu an. Das Ergebnis ist eine gemeinsame Veranstaltung heute in der FBS im Vogthaus.

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Der Beitrag der Kirchheimer ai-Gruppe besteht aus einer Fotoausstellung und einem Film. Die Bilder zeigen einerseits unter Misshandlungen leidende, andererseits starke, oder beim Einsatz für Veränderungen erstarkte Frauen. Der Dokumentarfilm "Frauenrechte sind Menschenrechte" verdeutlicht, dass dieses Thema nicht nur ein Anliegen von Frauen sein darf, sondern dass Männer ebenso betroffen sein müssen, weil die Einhaltung der Menschenrechte ein Gradmesser für die Lebensqualität einer Gesellschaft ist. "Zweck der Kampagne ist es nicht, Frauen als Opfer darzustellen und Männer als Täter zu stigmatisieren. Der Akt der Gewalt selbst soll verurteilt werden", stellte Irene Kahn, Generalsekretärin von amnesty international ausdrücklich klar. In demokratisch, legitimierten Rechtsstaaten muss vorwiegend Frauen geholfen werden, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden. In Staaten, die in Kriege verwickelt sind und in Regionen, in denen Bürgerkriege herrschen, sind Frauen neben der Bedrohung aus dem familiären Umfeld weiteren Gefährdungen ausgesetzt.

Auch in Diktaturen, zu deren Kennzeichen es gehört, dass sie ihre Macht gegen oppositionelle Gruppen verteidigen müssen, die sich gegen politische Unterdrückung, wirtschaftliche Ungerechtigkeit oder ethnisch bedingte Ausgrenzung zur Wehr setzen, gehören Frauen zu den Opfern. In diesen Konstellationen brauchen nicht nur die Frauen, die sich einer oppositionellen Gruppe angeschlossen haben, Hilfe, sondern auch diejenigen, die als Angehörige bedroht sind. So sind amnesty Fälle von Frauen bekannt, die gefoltert wurden, um Geständnisse über ihre Söhne oder Männer zu erpressen.

Alle diese zwischenstaatlichen oder innerstaatlichen Auseinandersetzungen werden ermöglicht und verschärft durch den Besitz von Waffen. Deshalb verbindet ai die Kampagne "Hinsehen und Handeln" mit der Aktion "Waffen unter Kontrolle". Ihr Ziel ist ein internationales Abkommen zur Kontrolle von Rüstungstransfers, das bis zur nächsten UN-Kleinwaffenkonferenz im Jahr 2006 vorliegen soll. Das Gelingen dieses Vorhabens ist aller Erfahrung nach an eine weltweite, breit gestreute Öffentlichkeit gebunden. Eine Gelegenheit, sich einzubringen, bietet die Kirchheimer ai-Gruppe, indem sie bei der Veranstaltung am 8. März Petitionslisten und Postkarten an Entscheidungsträger bereit legt.

Wer Interesse an der sonstigen Arbeit der Kirchheimer ai-Gruppe hat, kann sich bei Frau Dr. Roswitha Alpers, Paradiesstraße 10, Telefon 65 45, darüber informieren.

ai