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Das Naturtheater Grötzingen lässt die Schwerter klirren

NICOLE MOHN

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AICHTAL Schwertkämpfe, schwirrende Pfeile, eine schöne Maid: Die Legende von Robin Hood bietet viel Action und Romantik. Schon zahlreiche Stars wie Errol Flynn oder Kevin Costner ließ sich von diesem Stoff faszinieren. Nun also hat auch die Crew vom Naturtheater Grötzingen die Abenteuerlust gepackt. "Die Entscheidung für Robin Hood haben wir letztes Jahr schon sehr früh getroffen", verrät Regisseurin Barbara Koch gestern im Pressegespräch. Bei der Suche nach einer für die Bühne am Galgenberg geeigneten Fassung traf die erfahrene Spielleiterin auf das neue Stück von Thomas Finn und Volker Ullmann. "Für die Version ist es am Samstag die Uraufführung", erzählt Barbara Koch.

Seit Jahresanfang proben sie und ihr 30-köpfiges Ensemble nun schon für die Spielzeit, die am Samstag, 9. Juni, mit der Premiere beginnt. Erstmals in einer großen Rolle zu sehen sein wird dabei Jochen Schütt. Der junge Mann schlüpft in den Part des Titelhelden und fühlte sich dabei anfangs gar nicht so wohl, wie die Regisseurin verriet. Doch die vertraute von Anfang an fest ihrem Hauptdarsteller: "Und er hat sich hervorragend gemacht", urteilt Barbara Koch.

Zu Robin Hood gehören Pfeil und Bogen ebenso wie Schwertkämpfe. Wochenlang trainierten die Darsteller zusammen mit dem Schauspieler und Waffentrainer Jürgen Ligmann. Schließlich soll beim Duell Mann gegen Mann auf der Bühne, die in diesem Jahr von der Künstlerin Renate Buchberger entworfen und mit Liebe zum Detail gestaltet wurde, nichts danebengehen. Vor der Kampfchoreografie stand deshalb erstmal Grundlagen büffeln. "Sie haben gelernt, jeden Schlag zu parieren", berichtet die Regisseurin.

Das Schwerttraining lockte in diesem Jahr etliche neue Darsteller an. Zehn neue Gesichter sind unter den Akteuren in "Robin Hood" dabei. Und auch etliche Jungdarsteller, die sonst im Kinderstück mitmachten wie Hauptdarsteller Schütt, sind dieses Mal im Abendstück zu sehen. Die Auffrischung habe dem Ensemble gut getan, berichtet Barbara Koch, der die Arbeit mit den jungen Leuten sichtlich viel Spaß gemacht hat. "Die machen auch mal was selbst", zeigt sie sich begeistert. Die Erfahrungen haben aber auch gezeigt: "Wir müssen in Zukunft weitaus projektbezogener arbeiten", sagt Sandra Severin vom Naturtheater Grötzingen. Sich auf viele Jahre hinaus zu engagieren wie Irmgard Henzler, die seit 50 Jahren an der Bühne am Galgenberg mitarbeitet, tun heute nur noch wenige.

So oder so: Theaterspielen ist zeitintensiv. Wer auf der Naturbühne mitmacht ob hinter oder vor den Kulissen hat nicht selten mehr als nur einen Job. Zu Kostümschneiderei, Maske oder Requisite kommen Aufgaben wie Kartenabreißen oder Verkauf am Kiosk. "80 bis 90 Leute", schätzt Sandra Severin, sind an einem Wochenende im Einsatz, damit die Zuschauer ein paar angenehme Stunden im Rund am Galgenberg erleben können.

Allein 22 Darsteller sind auch im Kinderstück "Aschenputtel" in diesem Jahr eingespannt. Gerd-Peter Mainzer, der schon 2006 "Aladin" erfolgreich inszenierte, hat hier in diesem Jahr erneut die Regie übernommen. Mit dem Märchen nach den Gebrüdern Grimm hat sich die Mannschaft vom Naturtheater ganz bewusst für ein Stück entschieden, das sich an das ganz junge Publikum richtet. "Robin Hood ist ja schließlich ein Stück, das nicht nur Erwachsenen, sondern auch Jugendlichen Spaß macht", sagt Sandra Severin.

Die guten Vorverkaufszahlen, vor allem für die Sondervorstellungen für Kindergärten und Schulen, geben der Entscheidung recht: "Wir sind hier schon nahezu ausverkauft", berichtet Barbara Koch.

Ähnlich wie bei den "Großen" haben auch die Kinder und Jugendlichen eine harte Probenzeit hinter sich, wenn am Sonntag, 10. Juni, die Premiere ansteht. Bevor die Arbeit mit den Schauspielern allerdings beginnen konnte, musste Mainzer zunächst einmal diverse Fassungen sichten. "Zwölf Stück haben wir uns zusenden lassen", berichtet der Regisseur. Für die farbenfrohe Inszenierung im Naturrund bei Grötzingen kam allerdings nur das Stück von Horst Arenthold in Frage. Und auch das nur nach einer gründlichen Bearbeitung: "Wichtige Szenen wie die mit den Tauben fehlten. Doch die hätten die Kinder natürlich vermisst", ist sich Mainzer sicher. Und auch ein paar zusätzliche Rollen mussten rein, damit Mainzer sein Ensemble unterbringen konnte.

Ab dem kommenden Wochenende bis zum 19. August werden die beiden Stücke insgesamt 16 beziehungsweise 15 Mal gespielt. Karten und Termine unter 0 71 27 / 5 67 19 oder im Internet unter www.naturtheater-groetzingen.de.