Lokales

Das Öko-Dorf auf Sri Lanka wächst

Der amtierende Präsident der Lions-Freunde Nürtingen-Kirchheim, Rolf Krause, und sein Vorgänger Hans Dieter Gommel informierten gestern in der gewerblichen Schule Metzingen zusammen mit deren Schulleiter Dieter Kuhn und seinem Vorgänger Roland Kilgus über die Fortschritte beim Aufbau des Öko-Dorfes für Tsunamiopfer auf Sri Lanka.

MARA SANDER

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METZINGEN "Sie sind voll am Bauen. Fast vier Häuser waren Anfang November fertig", berichtete Krause vom Stand des gemeinsamen Projekts von Umweltministerium, Diakonie-Katastrophenhilfe und Speidel-Stiftung Stuttgart, an dem sich die Lions-Freunde Nürtingen-Kirchheim mit rund 70 000 Euro zur Finanzierung von neun der 120 geplanten Häuser beteiligen. Auch Spendengelder aus dem Raum Kirchheim flossen in das Projekt.

"Der Anfang hat wahnsinnig lange gedauert. Vieles hat sich durch organisatorische Verästelungen vor Ort verzögert", umschrieb Krause Probleme in der Anfangsphase. "Die Regierung hat andere Maßstäbe, da gibt es schon mal Diskrepanzen mit Behörden", fügte Gommel hinzu. Beiden ist die Kontrolle und Bauaufsicht vor Ort wichtig, die durch die Diakonie-Katastrophenhilfe gewährleistet ist, die schon vor dem Tsunami im Süden Sri Lankas ein Büro hatte.

Auch Kilgus und Kuhn äußerten sich sehr positiv über die Zusammenarbeit. Beide waren erst im vergangenen Monat vor Ort, um ein Gutachten für die Weiterentwicklung im Fahrzeugbereich zu erstellen und dabei die Baustelle zu besichtigen.

Das Projekt entsteht auf einer ehemaligen Kokosnussplantage in der Nähe von Galle im Süden der Insel und soll im Sommer nächsten Jahres offiziell eingeweiht werden. Im ersten Bauabschnitt entstehen 50 Häuser und ein Gemeinschaftshaus, der zweite Bauabschnitt soll unmittelbar anschließen. Der deutsche Architekt Jens Bokel hat die Bauleitung und setzt sich für hohe Qualität ein. Er ließ gleich das erste Haus wieder abreißen, weil es nicht den Sicherheitsanforderungen entsprach.

Die Bauarbeiten gehen momentan gut voran. Auf dem Gelände waren massenhaft Steine vorhanden, die vor Ort zerkleinert und für Fundamente und Stützmauern verwendet werden konnten, was die Kosten senkte. Solarstrom, Isolationsmaßnahmen und ausreichend Fläche für den Anbau von Gemüse und Früchten zur Selbstversorgung kennzeichnen das Öko-Dorf, dessen Bewohner nach einer von der Diakonie-Katastrophenhilfe überprüften Liste ausgesucht wurden, um wirklich nur Bedürftige dort unterzubringen.