Lokales

"Das Rennen hat einen guten Ruf"

Das Sicherste am Kirchheimer Radrennen 2007 ist der Termin. Am 2. und 3. Juni will sich der RKV im 100. Jahr seines Bestehens mit dem Radspektakel in der Innenstadt selbst feiern. Bis dahin braucht der Verein und sein Abteilungsleiter Albert Bosler vor allem eines: Geld.

BERND KÖBLE

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Herr Bosler, läuft der RKV Gefahr, ausgerechnet im Jubiläumsjahr den Kirchheimern nur noch ein abgespecktes Radrennen bieten zu können?

Wir haben beim Verband ein Internationales Profirennen für den 3. Juni angemeldet. Daran und auch am letztjährigen Programm wird sich nichts ändern. Es wird 2007 wieder eine zweitägige Veranstaltung mit einem MTB-City-Sprint am Samstag und dem Hauptrennen am Sonntag geben.

Trotzdem steht der Verein mit leeren Händen da. Organisator weg, Sponsoren weg. Macht Sie das nicht nervös?

Ich zittere noch nicht, wie Sie sehen. Zugegeben, wir sind spät dran. Die meisten Sponsorengelder werden aber erst zum Jahresende verplant.

Kenner der Szene sprechen von 40 000 Euro als Mindestbudget. Für frühere Zugpferde wie Stefan Schumacher müssen heute fünfstellige Summen hingeblättert werden. Woher soll das Geld kommen?

Wir sind zurzeit nicht untätig. Unser Ziel ist es, ehemalige lokale Sponsoren wieder ins Boot zu holen. Jetzt gehen wir nicht mehr mit einem gewerblichen Organisator in die Verhandlungen, sondern als Ehrenamtliche im Verein. Ich sehe dies als Vorteil. Zudem hat das Kirchheimer Rennen einen guten Ruf und unser Jubiläum zieht vielleicht zusätzlich.

Wie konnte geschehen, dass der RKV einen Dreijahresvertrag unterzeichnet, dabei aber eine einseitige Ausstiegsklausel duldet?

Der Vertrag wurde bis zur endgültigen Form mehrfach modifiziert. Man war froh, mit der Racing Team GmbH einen kompetenten Partner für die Zukunft gefunden zu haben. Der Erfolg im letzten Jahr hat dies ja auch bestätigt. Als jetzt bekannt wurde, dass der Organisator den Rückzieher macht, hätte es durchaus Möglichkeiten gegeben, auf Erfüllung des Vertrags zu pochen. Doch, was nützt uns ein Partner, der nicht mehr mit ganzem Herzen bei der Sache ist.

War dem RKV denn bekannt, dass das Sponsoring 2005 eine Eintagsfliege sein würde?

Nein, der Verein hatte nie Einblicke in die Sponsorenverträge.

Bisher war der RKV traditionell mit dem Straßenradsport verflochten. Sie haben innerhalb eines Jahres nun ein junges Mountainbiketeam ins Leben gerufen, das stetig wächst. Ist der Straßenrennsport im RKV und damit auch das Alleenring-Rennen ein Auslaufmodell?

Das eine schließt das andere nicht aus. Die Straße ist immer auch für Mountainbiker willkommenes Terrain. Bei Straßenrennen, wie zum Beispiel in Schönaich, waren vergangenes Jahr rund 40 Prozent Mountainbiker am Start. Die bringen die Würze und können auf einem selektiven Kurs ein Feld kräftig aufmischen. Mit unserem MTB-Kader wollen wir im nächsten Jahr sogar ein U23-Team für die Bundesliga auf der Straße anmelden. Die Jungen holen sich dort die nötige Wettkampfhärte. Was das Kirchheimer Rennen auf dem Alleenring betrifft, haben wir ein eindeutiges Ziel: mit diesem Organisations-Team 2009 die 25. Auflage zu feiern.