Lokales

Das Seminar geprägt

KIRCHHEIM Im 86. Lebensjahr verstarb die ehemalige Leiterin des Kirchheimer Seminars, Hildegard Krenzien. Ehe ihr die Leitungsaufgabe am HHT-Seminar in Kirchheim übertragen wurde, war sie Lehrerin für die Fächer Chemie, Biologie und Geografie an verschiedenen Gymnasien, zuletzt am damaligen Mädchen-Gymnasium in Esslingen.

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Die Pädagogin leitete mit großem Einsatz die Geschicke des Seminars von 1961 bis 1978 in bildungspolitisch bewegten Zeiten. Um den hohen Bedarf an Lehrerinnen für Hauswirtschaft, Handarbeit und Turnen zu decken, wurde die Aufnahmekapazität am HHT-Seminar stetig erhöht bis zum zahlenmäßigen Höchststand im Jahre 1966 von fast 500 Seminaristinnen mit insgesamt acht Außenklassen in Stuttgart, Schwäbisch Hall, Heilbronn und Ulm. Zusätzlich zu den Außenklassen musste im Seminargarten in Kirchheim ein Hörsaalprovisorium errichtet werden.

Ab 1968 wurde durch Landtagsbeschluss die HHT-Ausbildung den Pädagogischen Hochschulen zugeordnet, sodass 1971 die letzte Erste Dienstprüfung für HHT-Lehrerinnen am Seminar abgenommen wurde. Es wurde nun ein vierjähriger Ausbildungsgang für Fachlehrerinnen für die Zweifächerkombination Sport/Textiles Werken, Hauswirtschaft/Textiles Werken und Bildhaftes Gestalten/Textiles Werken aufgebaut. 1970 wurden erstmals junge Män-ner in der Fächerkombination Sport/Werken zugelassen. Deshalb wurde im Seminargarten ein weiteres Provisorium die Traglufthalle für die Sportausbildung erstellt.

Das Seminarleben war geprägt durch den Internatsaufenthalt, durch tägliche gemeinsame Mahlzeiten und Feste. Aus Erzählungen ist bekannt, dass Hildegard Krenzien diese mit Freude mitgestaltet hat. In den 17 Jahren der Leitung des Semi-nars hat sie viele Veränderungen flexibel und ideenreich unter schwierigen organisatorischen Bedingun-gen zusammen mit dem Kollegium inhaltlich und konzeptionell ausgefüllt. Dies war nur möglich durch hohen Sachverstand, außerordentlichen Einsatz und große Freude an der Ausbildung von jungen Menschen zu allseits anerkannten Lehrerinnen und Lehrern.

Nach ihrer Pensionierung hat Hildegard Krenzien bis zu ihrem letzten Lebensjahr lebhaften Anteil an den Veränderungen im Seminar genommen. Mit der ihr eigenen Zielstrebig-keit, Standhaftigkeit und Beharrlichkeit, mit ihren pädagogischen Fähigkeiten und ihrer menschlichen Wärme hat sie die Seminargeschichte in entscheidenden Abschnitten geprägt und viel bewirkt. Ihr Name ist eng mit der Geschichte des Seminars und der Entwicklung der Fachlehrerausbildung verbunden.

bhe