Lokales

Das Szenario: Heiß gelaufene Säge verursacht Kellerbrand

Das Übungsobjekt der diesjährigen Feuerwehr-Hauptübung der Abteilung Ötlingen hätte nicht besser gewählt sein können: Das evangelische Gemeindehaus in der Hermann-Hesse-Straße ist werktags wie auch an den Wochenenden von zahlreichen Gruppen stark frequentiert. Von den Werkräumen und der Küche im Untergeschoss geht eine nicht unerhebliche Brandgefahr aus.

THOMAS KUTTLER

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KIRCHHEIM Diese Gegebenheiten nahmen Arno Frietsch und Andreas Mück, beide Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim, Abteilung Ötlingen, zum Anlass, dort eine groß angelegte Übung durchzuführen. Angenommen wurde ein Kellerbrand, der durch eine heißgelaufene Säge und sich entzündende Sägespäne verursacht wurde. Für die zahlreichen Zuschauer wurde diese Übungslage eindrucksvoll durch massive Rauchentwicklung in Szene gesetzt.

Im Keller und im Dachgeschoss wurden in dem Szenario insgesamt fünf Menschen vermisst. Die Suche und Rettung dieser Personen stand für die Besatzung des als erstes am Übungsort eintreffenden Löschfahrzeuges im Vordergrund. Sofort begaben sich mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten ins Untergeschoss. Die Einsatzkräfte brachten die Drehleiter an der Giebelseite des Gemeindehauses in Stellung und retteten zwei am Fenster winkende Personen aus dem Obergeschoss.

Die erstmals in eine Hauptübung mit eingebundene Jugendfeuerwehr Ötlingen hatte den Auftrag, unter Einsatz eines so genannten Hydro-Schildes die benachbarten Gebäude zu schützen. Mit dem Hydro-Schild wird eine mehrere Meter hohe Wasserwand an der Außenseite des Gebäudes erzeugt, mit der Funkenflug und Hitzeabstrahlung verhindert wird. Die seit knapp zwei Jahren existierende Jugendfeuerwehr erfüllte diese Aufgabe mit Bravour und leistete damit den Kameradinnen und Kameraden der aktiven Wehr wertvolle Unterstützung bei der Bekämpfung des Brandes. Gleichwohl ist der Einsatz der Jugendfeuerwehr bei einem echten Feuer aus versicherungstechnischen Gründen nicht möglich.

Innerhalb kurzer Zeit konnten auch die drei Personen aus dem Untergeschoss gerettet und an die Helfer des zeitgleich alarmierten Deutschen Roten Kreuzes übergeben werden. Diese waren mit insgesamt drei Fahrzeugen vor Ort und übernahmen die Versorgung der Verletzten an dem zentral eingerichteten Verletztensammelplatz.

Um eine ausreichende Wasserversorgung der Löschfahrzeuge zu gewährleisten, wurde eine Schlauchleitung von einem Unterflurhydranten in der stark befahrenen Stuttgarter Straße gelegt. Dies sei auch bei einem realen Einsatz so üblich, erläuterte der Abteilungskommandant Markus Gärtner, der kompetent und sehr informativ den Übungsablauf für die Zuschauer kommentierte. Denn es gelte generell, je größer die Straße, desto leistungsstärker und ergiebiger seien auch die darin verlegten Wasserrohre. Die Verkehrsbehinderung auf der Stuttgarter Straße hielt sich dank der eingesetzten Schlauchbrücken dann auch in sehr geringem Maße.

Nach knapp 30 Minuten konnte die Einsatzleitung "Feuer aus" und damit das Ende der Übung melden. Bei der anschließenden Manöverkritik im Ötlinger Gerätehaus zeigten sich die Beteiligten mit dem Ablauf der Übung durchweg zufrieden. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Thomas Daginus von der Abteilung Lindorf hob besonders die gelungene Einbindung der Jugendfeuerwehr hervor.

Auch aus Sicht der Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker hat die Abteilung Ötlingen mit der diesjährigen Hauptübung der Bevölkerung eindrucksvoll ihr Können unter Beweis gestellt und Interesse an der Arbeit der Feuerwehr geweckt. Sie dankte abschließend Kommandant Gärtner und den Ötlinger Kameradinnen und Kameraden für ihre stete Einsatzbereitschaft im Dienste der Feuerwehr.