Lokales

Das Wetter spielte nicht mit

Jüngst starteten einige Mitglieder des Skiclubs Lenninger Alb (SLA) zu einer zweitägigen Gebirgswanderung ins Lechtal. Ausgangspunkt war Elbigenalp.

LENNINGEN Geplant war ein Aufstieg zur Hermann-von-Barth-Hütte in 2131 m Höhe. Dort sollte auch übernachtet werden. Für Freiwillige war als i-Tüpfelchen für diesen Tag noch ein Rundkurs, der Düsseldorfer Weg, angedacht. Am nächsten Morgen sollte dann ein Aufstieg zum Großen Grottenkopf (2657 m) das Highlight des Tages sein. Der Abstieg übers Bernhardstal sollte die Wanderung abrunden.

Anzeige

Aber es kam alles anders als geplant. Das Wetter hatte der Gruppe einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht. Bei strömendem Regen startete man in Richtung Elbigenalp. Dort angekommen, hatte sich die Wettersituation nicht gebessert und auf Grund der schlechten Wetterprognose musste umdisponiert werden. Kurzerhand wurden die Rucksäcke für eine Eintageswanderung neu gepackt.

Ein Fahrweg führte in den ersten 45 Minuten steil durch den Wald. Unterwegs traf man auf ein paar Haflingerpferde, die hier den ganzen Sommer auf der Weide sind. Der weitere Aufstieg auf einem schmalen Wanderweg zur Hermann-von-Barth-Hütte bei Regen und schlechter Sicht, erwies sich als äußerst schwierig. Die herrliche Bergwelt rundherum ließ sich leider nur erahnen. Dabei zeigten sich natürlich auch deutlich die konditionellen Stärken oder Schwächen eines jeden einzelnen, was aber der guten Laune keinen Abbruch tat.

Nach weiteren drei Stunden wurden die Wanderer dann völlig durchnässt vom freundlichen Hüttenwirt begrüßt. Frisch gestärkt musste die Gruppe bald auch schon wieder an den Abstieg denken. Jetzt wollte keiner mehr aus der gemütlichen Hütte raus. Aber man hatte sich ja morgens kurzerhand für eine Eintagestour entschieden. Der zweistündige Abstieg ins Tal führte übers Kasermandel nach Elbigenalp.

Das Wetter hatte sich gebessert. Es hatte aufgehört zu regnen und auch der Nebel hatte sich weitgehendst verzogen. So konnte wenigstens noch ein Rundblick in die schöne Bergwelt geworfen werden. So war man sich einig, dass diese Tour bei besserer Wetterprognose unbedingt wiederholt, beziehungsweise nachgeholt werden muss.

Die Hermann-von-Barth-Hütte liegt im Tiroler Allgäu der Hornbachkette auf 2131 Meter und verfügt über 65 Matratzenlager. Zwei getrennte Klettergärten sowie ein sanierter Kletterberg sind 15 Minuten von der Hütte entfernt. Benannt wurde die Hütte nach dem bekannten Bergsteiger Hermann von Barth (1845 bis 1876). Er studierte Rechtswissenschaften in München und anschließend Naturwissenschaften. Von Barth war der Erschließer des Karwendels, bestieg zahlreiche Gipfel im Alleingang, davon zwölf erstmalig. Zahlreiche Wege wie Barthgrat, Barthspitze, Barthkamin, Hermann-von-Barth-Weg wurden nach ihm benannt. Er starb 1876 bei einer Forschungsreise in Afrika.

rb