Lokales

"Datingverbot" für Jugendliche unter 16

Während des Austauschs erhielten die Schüler des Schlossgymnasiums Einblicke in einen anderen Glauben: Sie wohnten bei mormonischen Familien und besuchten Salt Lake City, die Hauptstadt der Mormonen.

Die Kirchheimer Schüler verbrachten den Austausch in einem tiefmormonischen Gebiet, fast alle waren in Mormonenfamilien untergebracht. Die meisten Mormonen sind streng gläubig und gehen regelmäßig in die Kirche. Dort verbringen sie ganze drei Stunden. Doch ist das kein 3-stündiger Gottesdienst, sondern es wird viel mehr auf Gemeinschaft Wert gelegt. Zu Beginn findet ein Gottesdienst statt, der eine Stunde dauert. Wie in deutschen Gottesdiensten gibt es eine Predigt und die Gemeindemitglieder singen Lieder, beten und feiern Abendmahl.

Danach finden zwei Unterrichtsstunden in Kleingruppen statt. Dabei geht es um die Grundsätze des mormonischen Glaubens. Dazu zählen unter anderem ein generelles Alkoholverbot und ein "Datingverbot" für unter 16-Jährige. Ebenso werden Lebenshilfen für den Alltag gegeben und man erfährt mehr über wichtige Personen der Religion. Als Basis für den mormonischen Glauben dient die Bibel sowie das Book of Mormon. Dieses Buch wurde von Joseph Smith, dem Begründer und ersten Propheten der Religion, geschrieben. Bis heute haben die Mormonen einen Propheten als Oberhaupt. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ihrer Religion ist das Missionieren. Junge Männer gehen mehrere Monate lang weltweit auf Mission.

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Vor ihrem Rückflug hielten sich die Schüler des Schlossgymansiums in Salt Lake City auf, dem Zentrum der Mormonen. Dort steht ein beeindruckender Tempel der Mormonen. Solche Glaubensstätten sind von Mormonen in vielen Teilen der Erde erbaut worden. In den Tempeln wird getauft, geheiratet oder es werden auch große Sünden wie Seitensprünge vergeben.

Neben dem Tempel in Salt Lake City stehen weitere große Gebäude der Mormonen, wie eine Kirche und das Conference Center. Der Regelgottesdienst findet nicht in Tempeln, sondern in Kirchen statt. Diese Kirchen sind verhältnismäßig einfach gebaut und eingerichtet. Einen starken Kontrast hierzu bildet das Conference Center, ein Auditorium mit 20 000 Sitzplätzen und der drittgrößten Orgel der Welt. Es wurde anlässlich der Olympischen Winterspiele 2002 gebaut. Die Inneneinrichtung ist prachtvoll, der sehr hohe technische Standard ist erst auf den zweiten Blick zu erkennen.