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"Dem Ausverkauf der Natur entgegenstellen"

Der Golfplatz stößt in Hochdorf bei vielen Leuten nach wie vor auf Ablehnung. Das Regierungspräsidium mag in seiner Beurteilung umgeschwenkt sein, bei Grundstückseigentümern sieht es anders aus. Hans Frank stellt klar: "Ich verpachte nicht an den Golfplatzbetreiber." Und er ist nicht der Einzige, der nicht verpachten will, stellt Gerhard Hipper von der Bürgerinitiative klar.

KLAUS HARTER

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HOCHDORF Seinen landwirtschaftlichen Betrieb hat Hans Frank aufgegeben "aus gesundheitlichen Gründen", erklärt er. Seine Flächen habe er langfristig an Bauern verpachtet. "Diese Verträge sind von mir aus gar nicht kündbar." Die Einnahmen benötige er, um seine Alterssicherung, die Beiträge für die landwirtschaftliche Alterskasse, zu finanzieren. Zwar würde er von der Golfpark Göppingen GmbH eine deutlich höhere Pacht als von Landwirten erhalten, räumt er ein, denn die Gesellschaft biete das Fünffache. Aber "mir ist das zu unsicher", sagt der 50-Jährige. "Ich weiß nicht, wie lange der Golfplatz bestehen bleibt." Außerdem hätte er auf unbestimmte Zeit keinen Zugriff mehr auf seine Flächen, wenn sie in einem Golfplatz lägen. Er könnte dann auch kein Grundstück verkaufen. Diese Konsequenz müssten auch andere Eigentümer bedenken, mahnt Frank.

Es ärgert ihn, dass sich alles auf ihn zuspitze, wenn es um die Verpachtung gehe. Er kenne andere Eigentümern, die ebenfalls nicht verpachten wollten. Golfpark-Geschäftsführerin Jutta Mack hatte angekündigt, sie werde sich "in aller Behutsamkeit" um die Pachtgrundstücke bemühen. Zum Stand ihrer Bemühungen äußert sie sich nicht. Offenbar empfinden nicht alle Eigentümer das Vorgehen als behutsam, sie fühlten sich vielmehr unter Druck gesetzt, erzählt Gerhard Hipper. Viele hätten sich verunsichert an die Bürgerinitiative gewandt. Aber auch deshalb, weil von interessierter Seite der Eindruck erweckt werde, die Situation habe sich grundlegend verändert. Wie berichtet, stuft das Regierungspräsidium einen Golfplatz nach Abschluss der Vorprüfung "unter bestimmten Voraussetzungen" als realisierbar ein. Ein halbes Jahr zuvor hatte es noch "erhebliche Bedenken" angemeldet.

Gerhard Hipper "war total platt", dass die Behörde "um 180 Grad schwenkt". Er habe die Unterlagen angefordert, das Regierungspräsidium wolle sie aber nicht herausgeben mit der Begründung, das Verfahren sei noch nicht öffentlich. Das empfindet Hipper als "Unding" und aus demokratischer Sicht problematisch, wenn die Öffentlichkeit erst informiert werde, nachdem das Verfahren eigentlich gelaufen sei.

Hipper stellt klar, dass die Bürgerinitiative nicht gegen den Golfsport sei. Aber der Bedarf an landwirtschaftlichen Flächen sei in Hochdorf "riesengroß". Das habe sich gezeigt, als Hans Frank seine Flächen zur Pacht anbot. Es gebe Bauern, die mehr pachten wollten. Die Behauptung, Landwirtschaft habe in Hochdorf keine Zukunft mehr, entpuppe sich als Gerede. "Es wird richtig Meinungsmache betrieben." Die Initiative sieht keinen Bedarf für einen Golfplatz in Hochdorf. Im Umkreis von wenigen Kilometern gebe es fünf Anlagen, in Neuhausen sei eine weitere geplant.

Die Bürgerinitiative weist darauf hin, dass das Gelände, wenn es einmal Golfplatz ist, nicht wieder zurückkultiviert und daher nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden könne. "Wir müssen uns deshalb alle dem Ausverkauf unserer Naturlandschaft entgegenstellen, auch aus Verantwortung für nachfolgende Generationen", betont Hipper.