Lokales

Dem gemeinsamen "Sturm auf die Bank" folgte ein munteres Gespräch

ESSLINGEN Ein eindrucksvolles Erlebnis hatten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Kirchheimer Teck-Realschule im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Schule". Bei ihrem gemeinsamen "Sturm auf die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen" hatten sie Gelegenheit, den Vorstandsvorsitzenden Franz Scholz kennenzulernen und ihn zum Thema "Wie wird man Chef?" zu interviewen. Bereitwillig beantwortete Franz Scholz, der zusammen mit der Pressereferentin Gertrud Henle zur Pressekonferenz gekommen war, die Fragen der Schüler.

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Ein großer Raum, viele Kinder, vorne stehen Erwachsene ein ganz normales Bild für Schule, nur ist der gewählte Ort die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen und die Fragen stellen heute die Schüler. Alles läuft genauso ab wie bei einer Pressekonferenz. Bewaffnet mit Stift und Papier kann es losgehen.

Seit sechs Jahren ist Franz Scholz bei der Sparkasse tätig. Ursprünglich kommt er aus einem kleinen Ort bei Balingen. Dort machte er eine Banklehre, danach arbeitete er bei der Sparkasse Balingen und studierte später an der Hochschule der Sparkasse in Bonn. Bevor er zur Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen kam, war er bei der LBBW beschäftigt. Kaum zu glauben, dass er einmal Maurer werden wollte. Müsste er sich wieder für einen Beruf entscheiden, würde er es erneut genauso machen. Auch heute bietet die Sparkasse für Realschüler die Möglichkeit, auf einer Banklehre aufzubauen.

Für alle steht dieser Weg offen. Franz Scholz ermuntert aber vor allem Mädchen zu einer solchen Laufbahn, da im Vorstand der Kreissparkasse bis heute lediglich vier Männer sitzen.

Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen ist die größte Bank im Landkreis. Letztes Jahr hatte die KSK Esslingen unter der Leitung von Franz Scholz 225 386 Girokonten und 455 932 Sparkonten unter Kontrolle gehabt und verwaltet. Alle Einlagen haben zusammengezählt 4 685 Millionen Euro ergeben. Hinzu kommen 45 245 Millionen Euro Kredite. Mit rund 1 680 Mitarbeitern ist die Kreissparkasse gut besetzt.

Es finden viele Kundenveranstaltungen statt, darunter Ausstellungen und Vorträge mit Gastreferenten. Vor Kurzem hielt der Unternehmer Reinhold Würth einen Vortrag, zu dem 600 Gäste gekommen waren.

Ein Arbeitstag des Vorstandsvorsitzenden ist straff terminiert. Morgens um 7.30 Uhr ist er bereits auf dem Weg zur Arbeit. Dabei nimmt er noch seine Tochter mit zur Schule, sie geht in die 7. Klasse.

Ein Arbeitstag beginnt mit Information. Acht Tageszeitungen darunter auch der "Teckbote" müssen gelesen werden. Um 8.45 Uhr finden die Termin-Absprachen mit der Sekretärin, ab 9 Uhr die Gespräche innerhalb und außerhalb des Hauses statt. Am liebsten ist Franz Scholz mit Menschen zusammen, er möchte nicht nur fachliche Dinge bewegen und am Schreibtisch sitzen. Ein normaler Arbeitstag endet für den Vorstandsvorsitzenden gegen 19.30 Uhr. An mindestens drei Tagen pro Woche kann es aber auch später werden. Besonders viele Termine gibt es natürlich in den letzten Monaten des Jahres. Das schränkt zusätzlich die Zeit ein, die der Vater und Ehemann gerne zu Hause verbringt.

Auch ein Chef braucht mal Urlaub. Diese Zeit nutzt der Vorstandsvorsitzende zum Ausspannen und Skifahren und steht dann nur seiner Familie zur Verfügung. Wichtig ist ihm dabei, ganz aus dem beruflichen Denken herauszukommen. Das gelingt ihm vor allem mit einigen sportlichen Aktivitäten.

Das Gesundheitsmanagement ist übrigens auch ein Thema für alle Mitarbeiter. Informationen und Kurse werden als Anregung angeboten, um fit zu bleiben. Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen führt mit ihren Führungskräften auch einen "Perspektivenwechsel" durch. Dabei verbringen sie einen Tag mit alten oder mit behinderten Menschen in Werkstätten. Franz Scholz sieht auch die Notwendigkeit, dass man mal wieder einen einfachen Schalterdienst macht, damit man die Welt nicht nur vom Schreibtisch aus wahrnimmt. Beim Weltspartag helfen alle mit.

Die Sparkasse ist im kaufmännischen Bereich der größte Ausbilder im Landkreis. Jedes Jahr werden rund 50 Azubis eingestellt. Es werden Ausbildungsplätze angeboten für Bankkaufleute, Kaufleute für Bürokommunikation, Finanzwirtassistenten und vieles mehr. Laut Franz Scholz muss bei den Jungs gegen die Überzahl der technischen Berufe angekämpft werden. Wenn die persönlichen Voraussetzungen stimmen, werden bis auf wenige Ausnahmen alle übernommen. Der Vorstandsvorsitzende weist auch darauf hin, dass sich das Arbeitsfeld einer Bank nicht gewandelt hat, weil der Umgang mit Menschen und Geld gleich geblieben ist. Trotzdem hat sich, was die Technik anbelangt, Elementares geändert. Als Franz Scholz angefangen hat, gab es eine Rechenmaschine und vieles wurde noch von Hand gemacht. Den ersten PC gab es 1979/1980. Er hat das Arbeitsleben grundlegend verändert. Heute gibt es mehr Computer als Mitarbeiter in der Kreissparkasse.

Die Mitarbeiter müssen sich am Computer gut auskennen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Für die Kunden wird Online-Banking immer wichtiger. Franz Scholz ist ein großer Fußballfan, er hat früher in der Kreisklasse B gespielt und eine umfangreiche Vereinstätigkeit hinter sich. Er war Jugendtrainer, Kassier, Vorstand des Sportvereins und ist heute ein großer Fan des VfB. Abschließend sollte Franz Scholz noch einen Tipp zum VfB in der Champions League abgeben: "Wir hoffen inständig, dass er gewinnt", meinte er. Erwin Staudt, Präsident des VfB, sei sehr zuversichtlich. Das Ergebnis gegen Barcelona war nicht so gut, aber einmal Ronaldinho spielen zu sehen, sei ein Erlebnis gewesen, meinte Franz Scholz.

Klasse 6b, Teck-Realschule Kirchheim