Lokales

Dem umtriebigen Landrat ein gutes Zeugnis ausgestellt

Heinz Eininger mit 83 von 92 Stimmen im Kreistag gestern wiedergewählt

Heute feiert Landrat Heinz Eininger seinen 52. Geburtstag. Das „Geschenk“ dazu hat der Kreistag seinem Vorsitzenden bereits gestern überreicht: Das Plenum hat den Kreisverwaltungschef mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Von den 92 anwesenden Kreisparlamentariern gaben 83 dem Kreisverwaltungschef ihre Stimme.

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richard umstadt

Esslingen. Niemand kann sagen, dass die Wiederwahl Heinz Einingers mit großer Spannung erwartet worden wäre. Er war einziger Bewerber für den Posten und die Kreistagsfraktionen hatten in den vergangenen Wochen keinen Zweifel daran gelassen: „Heinz Eininger ist der rechte Mann am rechten Platz“, wie es der Erste stellvertretende Vorsitzende des Kreistags, der Chef der CDU-Riege, Gerhard Schneider, gestern ausdrückte. Dennoch fühlte sich Heinz Eininger an die spannendsten Wochen seiner Schulzeit erinnert. „Der Zeugnistermin fiel immer mit meinem Geburtstag zusammen“, sagte er und verglich seine Wiederwahl mit eben jenem für Schüler so wichtigen Tag. Doch 83 von 92 Stimmen können sich landauf, landab sehen lassen. Deshalb bedankte sich der Landrat bei den Kreisparlamentariern für das „gute Zeugnis, das Sie mir ausgestellt haben.“

Doch bevor das Zeugnis ausgestellt wurde, hatte sich der frühere Fußballspieler und Teamplayer an die Losung der Sportler erinnert: „Wichtig ist auf dem Platz“, will sagen, „jetzt gilt‘s“. Deshalb ließ er die vergangenen acht Jahre Revue passieren und gab einen Ausblick auf die kommenden acht Jahre: Einen Arbeitsschwerpunkt sah er darin, mit der Weiterentwicklung der Berufsschulstandorte“ jungen Menschen Bildungschancen zu eröffnen“. In der Gestaltung der Krankenhauslandschaft wusste er den Kreis gut aufgestellt. Der Landrat will aber bereits im Herbst Wege aufzeigen, wie die Entwicklungspotenziale der Krankenhäuser noch besser ausgeschöpft werden können. Insbesondere soll das Kreisparlament dann auch eine Grundsatzentscheidung zur weiteren Organisation und Rechtsform der Kliniken treffen.

Vor dem Hintergrund einer guten Einnahmeentwicklung warnte der ausgewiesene Finanzfachmann davor, „übermütig zu werden“. Stattdessen will Eininger den begonnenen Konsolidierungs- und Entschuldungsprozess des Landkreises fortsetzen und gleichzeitig die Kreisumlage reduzieren, was die im Kreistag anwesenden Bürgermeister im Plenum und auf den Zuschauerrängen wohl gerne vernahmen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung warb der Landrat für eine nachhaltige Sozialpolitik, die von den Grundsätzen der Prävention, der Selbstbestimmung und der Teilhabe bestimmt wird.

Als ein „weites Feld“ bezeichnete er die Umweltplanung und verwies darauf, dass der Landkreis beim Klimaschutz mit gutem Beispiel vorangehe. Mit einer ausgefeilten Immissionsminderungsstrategie will er bereits bis zum Jahr 2020 in den landkreiseigenen Gebäuden eine CO2-Reduzierung um 35 Prozent erreichen.

Vom Wandel des Klimas zum Wandel in der Abfallentsorgung des Landkreises: Worüber sich vormals die Geister des hohen Hauses stritten, ist in den letzten Jahren Ruhe eingekehrt. „Der Abfallwirtschaftsbetrieb ist heute ein Umweltdienstleister von Rang“, sagte der Landrat und versprach den Gebührenzahlern eine weitere Reduzierung der Abfallgebühren um zehn Prozent, bei gleichzeitiger Gebührenstabilität bis in das Jahr 2013.

Am Leitbild „Rathaus für den Landkreis“ will Heinz Eininger weiterarbeiten, wobei sich die räumlichen Rahmenbedingungen bereits zum Ende des Jahres mit dem Einzug in das erweiterte Verwaltungsgebäude in den Esslinger Pulverwiesen verbessern werden.

Zu seiner ganz persönlichen Bilanz gehört für Heinz Eininger, der vor seiner Wahl im Jahr 2000 Erster Bürgermeister in Kirchheim war, eine enge Verbundenheit mit dem Land­kreis, seinen Städten und Gemeinden „und ganz besonders mit den Menschen“. Dies und die kons­truktive Arbeit im 100-köpfigen Kreistagsgremium – „alle wichtigen Beschlüsse wurden mit großer Mehrheit gefasst“ – hätten ihm die Kraft für den großen persönlichen Einsatz gegeben, der ihm von den Fraktionen des Kreisparlaments bescheinigt wurde.

Nur ungern benutzt Heinz Eininger „das große Wort von den Visionen“. Viel lieber definiert er klar Ziele und arbeitet darauf in konkreten Schritten hin. Dabei sagte der Kreistag auch für die kommenden acht Jahre seine Unterstützung zu.