Lokales

Dem Unrecht Einhalt gebieten

Die Kirchheimer Gruppe der Menschenrechtsorganisation amnesty international nimmt Tag der Menschenrechte am morgigen Samstag zum Anlass, auf Menschenrechtsverletzungen weltweit hinzuweisen.

KIRCHHEIM "Über den Markt bummeln, kurz an einem Infostand anhalten und sich über ein gerade ausgewiesenes Naturschutzgebiet informieren. Ein paar Äpfel kaufen und auch noch den Aufkleber ,Atomkraft nein danke' mitnehmen. Zum Aufwärmen einen Becher Glühwein erstehen und beim Trinken mit einem unbekannten Marktbesucher ins Gespräch kommen und schon bald eifrig über die Zumutungen herziehen, die einem die da oben, die Politiker nämlich, wieder exakt vor Weihnachten auftischen. Und sich zuprosten und sich einig sind, dass die Ärzte, die gerade immer wieder streiken, Vorbilder seien, weil sie sich nicht alles gefallen lassen. Das gehört zu den zahlreichen harmlosen Freuden unseres Alltags, die wir ganz selbstverständlich mitnehmen", schreibt die Kirchheimer ai-Gruppe in einer Pressemitteilung zum Tag der Menschenrechte. "Für einen großen Teil der Menschen verbergen sich aber exakt hinter solchen kleinen Erlebnissen lebensbedrohende Gefahren."

Anzeige

Mit diesem Perspektivenwechsel haben sich die Mitglieder der Kirchheimer ai-Gruppe in ihrer letzten Sitzung auf den 10. Dezember, den Tag der Menschenrechte, vorbereitet. Wer am morgigen Samstag an dem Informationsstand der Gruppe in der Kirchheimer Innenstadt vorbeischaut, wird erfahren, dass beispielsweise jemand in Nigeria sein Leben riskiert, wenn er einer Umweltbewegung angehört. Oder auch, dass diejenigen, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnehmen, sich zum Beispiel in China als Staatsfeinde im Gefängnis wiederfinden und fürchten müssen, gefoltert zu werden. Und dass selbst ein Spaziergang lebensgefährlich sein kann, wenn man eine Frau ist und im Sudan lebt.

Wer sich dieser und anderer Gefährdungen bewusst wird, unter denen Menschen gezwungen sind zu leben, lerne mit Sicherheit den Schutz, den Menschenrechte bieten, erneut zu schätzen. "Von dieser Einsicht aus ist vielleicht der Schritt nicht mehr weit, anderen helfen zu wollen, die den Schutz ihrer elementaren Rechte nicht genießen dürfen", schreibt die Kirchheimer ai-Gruppe.

amnesty international vereinigt viele einzelne Menschen zu einer kraftvollen Gruppe, die weltweit agiert und jedes Jahr zahlreichen Menschen dazu verhilft, dass ihre Haft verkürzt oder aufgehoben, dass die Folter eingestellt oder ein drohendes Todesurteil abgewandt wird. Das sind Erfolge, zu denen jeder Einzelne beitragen kann: Ein Anfang kann bereits am 10. Dezember am Stand der örtlichen ai-Gruppe gemacht werden. Dort liegen nämlich Petitionslisten aus, die an Verantwortliche für Menschenrechtsverletzungen gerichtet sind und sie dazu drängen, mit diesem Unrecht endlich aufzuhören.

pm