Lokales

Den "Brand" im Schafstall schnell in den Griff bekommen

Der Alarm wurde um 16.10 Uhr ausgelöst, bereits um 16.15 traf die Gutenberger Feuerwehr am Einsatzort ein, ganz knapp vor den Floriansjüngern aus Schlattstall. Die Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Lenningen, Abteilungen Gutenberg, Schlattstall und Schopfloch zeigte eindrucksvoll die Einsatzfähigkeit der Wehr.

BARBARA GOSSON

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LENNINGEN Einmal im Jahr veranstalten die Wehren des oberen Lenninger Tales eine gemeinsame Hauptübung. Diesmal hatten sie ein ganz besonderes Objekt gewählt: den Schafstall der Familie Scheckel zwischen Gutenberg und Oberlenningen. Das angenommene Szenario: drei Kinder haben beim heimlichen Rauchen das Heulager des Stalles in Brand gesetzt. Hierbei gab es zwei große Herausforderungen zu meistern: Zum einen die beengten Patzverhältnisse, zum anderen den niedrigen Wasserstand der Lauter.

Zahlreiche Zuschauer hatten sich eingefunden, um zu sehen, wie die Wehr Verletzte birgt, die Schafe rettet und den Brand bekämpft. Lange mussten sie nicht warten, bis die Feuerwehr eintraf. Als letzte kamen um 16.20 Uhr die beiden Fahrzeuge aus Schopfloch an. Als erstes stellten die Männer der Gutenberger Wehr den Strom ab, bevor sie mit Atemschutzgerät in das Gebäude eindrangen. Die überaus eindrucksvolle Rauchentwicklung war übrigens einer Nebelmaschine wie in der Disco zu verdanken. Beim Öffnen der Tür stürzten die Schafe nach draußen und konnten nicht plangemäß "evakuiert" werden. Sie ließen sich weiter oben am Hang zum Grasen nieder.

Recht schnell fanden die Atemschutz-Trupps auch die drei Verletzten und übergaben sie dem Roten Kreuz. Sehr schnell stand auch die erste Wasserversorgung aus der Lauter, die aber recht wenig Wasser führte. Also wurde vom nahegelegenen Wehr eine zweite Versorgung aufgebaut, die um 16.36 Uhr stand. Bei der anschließenden Manöverkritik analysierte Peter Allgaier, der stellvertretende Gesamtkommandant, die Jahreshauptübung. Der Alarm war still über Funkmeldeempfänger und die Esslinger Leitstelle ausgelöst worden. Aus Gutenberg waren 23 Mann, 14 kamen aus Schopfloch und neun aus Schlattstall. Koordiniert wurden sie von Jochen Ehni als Einsatzleiter und Walter Hausmann als Gruppenführer. "Im Ernstfall hätten wir mit einem Schlauchwagen eine Versorgung aus der Ortsmitte gelegt,", so Allgaier. So stehe es auch im Ernstfallplan. Insofern wäre der niedrige Wasserstand der Lauter kein Problem gewesen. Zufrieden zeigte sich Allgaier auch mit dem Verlauf der Menschenrettung. Atemschutztrupps, Gruppenführer und Einsatzleitung hatten gut zusammengearbeitet. Auch die Stellung der Fahrzeuge hatte gut funktioniert, da man bei den schmalen Zufahrtswegen sehr darauf achten musste, sich nicht gegenseitig zu blockieren. "Im Ernstfall hätten wir einfach ein paar Weidezäune durchtrennt," so Allgaier. Ein guter Gedanke sei es gewesen, das Einsatzfahrzeug außerhalb zu platzieren, von wo aus man die anderen Fahrzeuge einweisen konnte. Insgesamt waren 46 Mann, da-runter fünf Atemschutztrupps im Einsatz. Es wurden vier B- und acht C-Rohre verlegt und fünf Fahrzeuge waren vor Ort.

In einer launigen Rede dankte der Lenninger Bürgermeister Michael Schlecht bei der Manöverkritik der Wehr: "Die Bürger konnten sich ein gutes Bild von der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr machen." Er lobte die Wahl eines etwas schwierigeren Objektes: "Wenn im Ort ein Haus brennt, und die Feuerwehr rückt aus, dann habe ich ein solches Vertrauen in die, da drehe ich mich nicht mal um!" Die Gemeinde habe das Geld in Mann und Material gut investiert. Anschließend ehrte er Jochen Jauss für 25 Jahre Mitgliedschaft.