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Den Fokus auf den Kundenservice verstärkt

Die Volksbank Kirchheim-Nürtingen ist weiter auf einem soliden Wachstumskurs. Das genossenschaftliche Unternehmen steigerte 2005 seinen Bilanzgewinn auf nun rund 3,6 Millionen Euro. Vom Erfolg profitieren die Anteileigner direkt: 5,5 Prozent Dividende werden in diesem Jahr an die Mitglieder ausgeschüttet. Das beschloss die Vertreterversammlung der Volksbank Kirchheim-Nürtingen in Nürtingen am Montagabend.

NICOLE MOHN

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NÜRTINGEN "Mir send net ozfriede", drückte es Vorstand Ulrich Weiß zum Auftakt seines Berichtes zum zurückliegenden Geschäftsjahr urschwäbisch aus. Das bilanzwirksame Kundengeschäft stieg um 34 Millionen Euro (1,9 Prozent), das vermittelte Kundengeschäft um 61 Millionen (6,2 Prozent). Damit erhöhte sich das Gesamtkundenvolumen im Vergleich zu 2004 um insgesamt 3,3 Prozent. Das ist deutlich mehr als der Durchschnitt im Württembergischen Genossenschaftsverbund, der es nur auf 2,4 Prozent brachte.

Gepunktet hat die Volksbank (Voba) Kirchheim-Nürtingen im vergangenen Jahr vor allem im Mitgliedsbereich. 2 700 neue Mitglieder kamen dazu und Weiß ist optimistisch, dass die Genossenschaft noch in diesem Jahr die magische 50 000-Grenze knackt.

Viel hat man für die Anteilseigner und Kunden in den zurückliegenden Monaten getan. Das Mehrwertprogramm für Mitglieder, bei dem 120 Firmen aus der Region mitmachen, gehört ebenso dazu wie der Ausbau des Telefonservice-Centers oder die Verlängerung der Öffnungszeiten. Ebenso setzt die Bank stark auf den mobilen Vertrieb und Beratung auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten. Neben gut geschulten Mitarbeitern wie 2004 sind derzeit 437 Männer und Frauen bei der VoBa beschäftigt setzt die Bank zudem das Know-how im GENO-Verbund, zu dem unter anderem die Bausparkasse Schwäbisch Hall oder auch die R+V-Versicherungen und die Investmentspezialisten von Union-Invest gehören. "Davon profitieren unsere Kunden", betont Weiß.

Auch Vorstandsmitglied Harald Kuhn sieht die Voba Kirchheim-Nürtingen mit dem "sehr guten" Ergebnis gut für die Zukunft aufgestellt. Die Aktivseite der Bilanz zeige einen erfreulichen Zuwachs bei den Kundenforderungen auf 836 Millionen Euro. Rechne man die Bürgschaften hinzu, stieg das Kreditvolumen um rund vier Prozent auf nun 902 Millionen Euro. Damit liege die Bank auch hier über dem Verbandsdurchschnitt.

Hauptaugenmerk liegt für die Genossenschaftsbank beim Mittelstand: "Im Gegensatz zu dem, was man immer wieder hört und liest, unterstützen wir jedes vernünftige Vorhaben, jedes zukunftsfähige Projekt. Wir bleiben der zuverlässige Partner vor Ort", sagt Kuhn vor allem Richtung Mittelstand. Wirkung zeitigte auch die deutlich reduzierte Nettorisikovorsorge: Damit verbesserte sich das Bewertungsergebnis im vergangenen Jahr um 2,3 Millionen Euro. "Das ist durch die konsequente Begrenzung und den Abbau von Kreditrisiken gelungen", so Kuhn.

Mit 79,3 Millionen Euro Eigenkapital weist das Unternehmen eine überdurchschnittliche Eigenkapitalquote aus. Unter dem Strich und das war vor allem für die Mitglieder erfreulich blieb 2005 ein Jahresüberschuss von rund 3,6 Millionen Euro (Vorjahr: 3,2 Millionen Euro). Fast 1,6 Millionen schüttet die Bank in Form einer 5,5-Prozent-Dividende an die Anteilinhaber aus. 500 000 Euro gehen in die gesetzliche Rücklage, weitere 1,5 Millionen Euro fließen in andere Ergebnisrücklagen.

Um für die Zukunft auch weiterhin gut aufgestellt zu bleiben, sind derzeit im Rahmen des Projektes "Bank 2008" etliche Umstrukturierungen im Gang. Ein großer Schritt wird die Umstellung des Rechenzentrums auf ein einheitliches System sein so sollen die Kosten im EDV-Bereich gesenkt werden. An den Geldautomaten sollen die Kunden künftig auch ihr Handy aufladen können. Die Terminals werden nach und nach mit Scannern ausgestattet: "Sie müssen dann ihre Überweisung nicht mehr eintippen, sondern einfach einlesen", so Kuhn. Ein weiteres Projekt der Bankstrategie 2008: Im Privatkundenbereich baute die VoBa das Immobiliengeschäft in Nürtingen, Wendlingen und Kirchheim aus, die Kreditentscheidung für Gewerbekunden wurde vereinfacht.

Stimmen auch die Rahmenbedingungen, steht einem weiteren Erfolgsjahr für die genossenschaftliche Bank auch 2006 nichts im Wege, so Vorstandsmitglied Dieter Helber. Derzeit sieht er positive Signale dafür: Die Konjunkturampel stehe auf Grün, die Auftragsbücher der Industrie seien gut gefüllt. Wichtig sei, dass die Regierung die notwendigen Hausaufgaben zur Stärkung der wirtschaftlichen Wachstumskräfte anpacke. Sonst sei der Merkel-Bonus verspielt. Helber forderte mehr Freiraum für unternehmerisches Handeln sowie die Flexibilisierung des Arbeits- und Tarifrechtes.

Die Zufriedenheit mit den gehörten Berichten als auch dem zurückliegenden Geschäftsjahr drückten die Vertreter nicht nur in der Zustimmung zum Jahresabschluss und der Gewinnverwendung, sondern vor allem durch eine einstimmige Entlastung für das Dreigestirn des Vorstandes sowie den Aufsichtsrat aus.