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Den Gaul nicht vonhinten aufzäumen Zum ...

Den Gaul nicht vonhinten aufzäumen

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Zum Leserbrief "Luxus, den man sich nicht mehr erlauben kann", im Teckboten vom 20. September:

Beurteilt man die Effizienz des Haupt- und Landgestüts Marbach, muss man berücksichtigen, dass durch den Betrieb eine Fläche von rund 900 Hektar Kulturlandschaft nachhaltig gepflegt und damit erhalten werden. Dies ist in heutiger Zeit nicht mehr zum Nulltarif zu bekommen. Das Gestüt ist zudem über Jahrzehnte hinweg Anziehungspunkt für tausende von Besuchern im Jahr. Kultur kann eben auch auf der rauen Schwäbischen Alb vermittelt werden, und nicht nur in ebenso staatlich bezuschussten Theatern oder Galerien in der Großstadt.

Dass Staatsbedienstete hochtrabend klingende Titel verliehen bekommen, dafür kann man auch in Marbach nichts. Auch hier gilt: Nicht der Titel, sondern der Gehalt macht's. 95 Prozent der Gestütsbediensteten werden auf Briefträgerniveau bezahlt. Es gibt eine Vielzahl von Planstellen im Öffentlichen Dienst, wo das Preis-Leistungsverhältnis deutlich negativer ausfällt, als bei dem eines Gestütswärters.

Den öffentlichen Personalhaushalt zu sanieren, ist notwendig. Dort jedoch das Haupt- und Landgestüt Marbach vorne anzustellen, wäre den Gaul von hinten aufgezäumt.

Markus Bachofer

Notzingen, Wellinger Straße

Thema noch einmalin Ruhe überdenken

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnt die Einführung einer Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

Die zukunftweisende Planung, die im Lenninger Tal schon im Gange war, wurde durch die Entscheidung des Gemeinderates am 13. September für nichtig erklärt. Das durchgängige Konzept von Ganztageskindergarten, Grundschulhort und Ganztagesschule im Schulzentrum Oberlenningen wurde abgelehnt.

Das mehrheitliche, negative Votum wurde von den anwesenden Elternvertretern mit Bestürzung aufgenommen. Mit Erstaunen mussten wir feststellen, dass einige Gemeinderäte nicht ausreichend über die Fakten informiert waren. Seit Sommer 2004 waren Baupläne, Kosten, Ausführung, Konzeption bekannt. Die Umfrage im Vorfeld zeigte deutlich, dass 69,3 Prozent der befragten Eltern eine Ganztagesschule für notwendig halten und bereit sind, dies mit ehrenamtlichen Engagement zu unterstützen.

Wichtige Fragen blieben offen: Wo bleibt der Mut, in die Bildung und in die Zukunft unserer Kinder zu investieren? Welche junge Familie entscheidet sich für den neuen Lenninger Ganztageskindergarten, wenn danach die Betreuung im schulischen Bereich nicht fortgeführt wird, beziehungsweise welche junge auswärtige Familie wird in einem Randgebiet wie Lenningen einen Bauplatz kaufen, wenn das Kinderbetreuungsprogramm unzulänglich ist? Können wir es uns tatsächlich erlauben, Fördermittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro in den Wind zu streuen?

Klar muss sein, dass in den nächsten Jahren die Ganztagesschule in Deutschland flächendeckend eingeführt wird, und sicher ist, dass dann keine Zuschüsse mehr zur Verfügung stehen werden. Wir würden uns wünschen, dass der Gemeinderat sein "Nein" zur Ganztagesschule noch einmal überdenkt und im Nachhinein zu einer positiven Entscheidung kommt.

Die Elternbeiratsvorsitzenden

des Schulzentrums Lenningen

(Grund- und Hauptschule,

Realschule, Förderschule )

Monika Tegethoff

Markus Gerst

Eleonore Samson-Jurczik

Petra Ulmer-Schweikert

Christina Hummel

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.