Lokales

Den Heimalltag verschönern

Karl-Rudolf Traub übernimmt Vorsitz der Sanwald-Stiftung für Kirchheimer Heimbewohner

Die Heinrich-Sanwald-Stiftung hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Karl-Rudolf Traub hat gestern die Nachfolge des verstorbenen Walter Gölz angetreten. Die Stiftung hat die Aufgabe, die Altenhilfe zu fördern – „insbesondere für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen in Kirchheim“.

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Andreas Volz

Kirchheim. Heinrich und Anna Sanwald hatten bereits 1971 testamentarisch verfügt, dass ihr Vermögen in eine Stiftung zu überführen sei. Von den Erträgen sollten bedürftige Bewohner von Kirchheimer Alten- und Pflegeheimen „insbesondere auf Weihnachten mit einem Geschenk bedacht werden“. Heinrich Sanwald war als Oberingenieur bei der Maschinenfabrik Esslingen tätig gewesen. Nachdem er Anfang Februar 1984, nur zwei Tage vor seinem 90. Geburtstag und nur wenige Wochen nach seiner Frau Anna gestorben war, wurde die Stiftung des kinderlosen Ehepaars noch im selben Jahr ins Leben gerufen.

Von Anfang an, seit 1984 also, gehört Roland Böhringer dem Stiftungsvorstand an, in seiner Eigenschaft als Kirchheimer Sozialamtsleiter. Beim gestrigen Pressegespräch zur Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Karl-Rudolf Traub erzählte er aus der Geschichte der Heinrich-Sanwald-Stiftung: „Nach ein paar Jahren haben wir gemerkt, dass die Bewohner etwas anderes brauchen als Weihnachtsgeschenke.“ So sei bereits 1987 der Besuchsdienst entstanden, der heute den Hauptteil der Arbeit ausmacht, die von der Sanwald-Stiftung unterstützt wird. Weihnachtsgeschenke gebe es im kleineren Rahmen aber nach wie vor: als „Barzuwendung für besonders bedürftige Heimbewohner“.

Den Besuchsdienst bezeichnete Karl-Rudolf Traub gestern als ausgesprochen sinnvoll: „Das wird immer wichtiger in einer Gesellschaft, die immer älter wird.“ Oft seien die Angehörigen weit weg, wenn es überhaupt noch Angehörige gebe. Die Einsamkeit der Heimbewohner sei zunehmend ein Problem. Auch deshalb werde der Besuchsdienst in allen zehn Kirchheimer Einrichtungen gut angenommen.

Der neue Vorstandsvorsitzende hält es für besonders wichtig, dass sich auch junge Menschen ehrenamtlich im Besuchsdienst engagieren. Besuchsdienstleiterin Anne-Katrin Stuth berichtete in diesem Zusammenhang von der Sozial-AG der Konrad-Widerholt-Förderschule: Elf Jugendliche der achten und neunten Klasse besuchen regelmäßig eine Station des Pflegeheims Sankt Hedwig. Zwischen Bewohnern und Schülern seien dadurch bereits feste Kontakte entstanden. Zur Bedeutung junger Menschen in der Altenarbeit meinte sie generell: „Jeder, der unter 20 ist und in ein Pflegeheim kommt, wird dort begeistert aufgenommen.“

Auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker stellte die Tragweite der Besuche noch einmal eigens heraus: „Zeit für einen Menschen zu haben, das ist in der heutigen Zeit mit das Wichtigste.“ Der Leitgedanke des Besuchsdienstes sei es, anderen Menschen den Alltag zu verschönern. Wie die Gesellschaft allgemein, müsse sich aber auch die Sanwald-Stiftung den wechselnden Bedingungen und Herausforderungen der jeweiligen Zeit anpassen. Eine Schwierigkeit ist in diesem Fall die Zunahme der Pflegeheime und der Heimplätze. Derzeit gebe es in Kirchheim über 550 solcher Plätze.

Dafür, dass der Besuchsdienst den Bewohnern auch weiterhin etwas Freude in den Alltag und einen Teil der Außenwelt ins Heim bringen kann, ist die Stiftung daher dringend auf Spenden und Zustiftungen angewiesen. Informationen und Kontaktadressen dazu sind im Internet unter www.sanwald-stiftung.de erhältlich.