Lokales

"Den Weg weitergehen"

BIANCA LÜTZ

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KIRCHHEIM In Kirchheim hatte die katholische Kirchengemeinde Sankt Ulrich, die dieses Jahr federführend für die Gesamtkirchengemeinde Kirchheim das Fronleichnamsfest ausrichtete, das offizielle Jahresmotto variiert: "Jesus mit uns auf dem Weg", so lautete die Überschrift. Nach der Eucharistiefeier auf dem Marktplatz machten sich Gemeindemitglieder, Kommunionkinder, Ministranten, Stadtkapelle und Pfarrer bei strahlendem Sonnenschein dann wortwörtlich auf den Weg: In einer Prozession begleiteten sie das "Allerheiligste" durch die Fußgängerzone über den Rossmarkt zur Aussetzung an der Kirche Sankt Ulrich.

Eine Rast auf dem Weg legten die Gläubigen bei einem zweiten Altar auf dem Rossmarkt ein. Im Mittelpunkt stand dort die Geschichte von Eliah, der sich in der Wüste den Tod wünscht. Ihm bringt der Engel Gottes Brot und Wasser, woraufhin er gestärkt 40 Tage und Nächte lang zum Berg Horeb wandert. "Mit der Begleitung und Stärkung durch Jesus, dem lebendigen Brot, lohnt es sich, nicht liegen zu bleiben, sondern aufzustehen, uns zu stärken und den Weg weiterzugehen", erläuterte Pfarrer Franz Keil von der Ulrichskirche.

Auch in Weilheim und Lenningen fanden sich zahlreiche katholische Gläubige zu den Eucharistiefeiern ein. Eine Besonderheit gab es bei der Prozession der Franziskusgemeinde in Weilheim zu sehen. Zum ersten Mal seit 40 Jahren kam wieder der Baldachin aus den Sechzigerjahren zum Einsatz. Jahrzehntelang hatte der goldene "Himmel" auf dem Dachboden der Kirchengemeinde im Dornröschenschlaf geschlummert, bis die Mitglieder der Männer-Schola des Franziskuschors ihn nun wachgeküsst und restauriert haben. Unter ihn wurde bei der Prozession gestern die Monstranz zur Aussetzung getragen, dicht dahinter folgte die musizierende Stadtkapelle. Bewundernde Blicke erntete außerdem der bunte Blumenteppich auf der Wiese bei der Franziskuskirche, den die Gymnastikfrauen der Kirchengemeinde tags zuvor gelegt hatten.

Das Fronleichnamsfest, das offiziell "Hochfest des Leibes und des Blutes Christi" heißt, hat als Fest der Verehrung des heiligen Brotes seinen Ursprung im 13. Jahrhundert. Es findet zur Erinnerung an das letzte Abendmahl am Gründonnerstag immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten statt. Verehrt wird der Leib Christi, der in Form einer geweihten Hostie zur Aussetzung getragen wird.