Lokales

Der 1000-Spiele-Mann sagt der Kickerei servus

Seine Bilanz ist rekordverdächtig: Alfred Riegler jagte als passionierter Freizeitkicker mehr als einem Jahrhundert dem runden Leder nach. Für den topfitten Präsidenten des Freizeitclubs Rot-Weiß Austria Erkenbrechtsweiler gibt's ein Abschiedsspiel.

ERKENBRECHTSWEILER "1000-Spiele-Mann" Alfred Riegler nimmt Abschied aus der lokalen Fußball-Szene. Nach über 50 Jahren der Ball-treterei und über 1000 Spielen hängt der Präsident des Rot-Weiß Austria Erkenbrechtsweiler am Freitag seine Kickstiefel endgültig an den Nagel. Riegler ist 67 bis heute hält das Konditionswunder die linke Austria-Abwehrseite dicht.

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1963 aus Österreich ausgewandert, war Riegler noch im selben Jahr Mitgründer des österreichischen Fußball-Vereins Rot-Weiß Austria, der in der Gaststätte Lamm in Brucken gegründet worden war. Damals wollten sich die Rot-Weißen zum aktiven Spielbetrieb anmelden, doch das Vorhaben scheiterte, weil es die Verbandsstatuten untersagten. Die Österreicher in Schwaben meldeten daraufhin eine Freizeitmannschaft an. Nur Freundschaftsspiele zu bestreiten war den meisten Spielern auf Dauer zu wenig, und so spielten sie parallel zum RWA-Engagement noch in Clubs aus "offiziellen" Ligen. Alfred Riegler schloss sich dem TV Erkenbrechtsweiler an und absolvierte dort rund 180 Spiele, ehe er 1970 zum TV Unterlenningen wechselte. Auf dem Bühl kam er in 10 Jahren auf die stattliche Zahl von 240 Spielen, und konditionell war er so fit, dass er sonntags manchmal sowohl in der zweiten als auch in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde und das nach den samstäglichen RWA-Spielen.

1980 wechselte Riegler als 39-Jähriger zur mittlerweile fusionierten SGEH und half dort rund 50 Spiele lang in der "Zweiten" und bei den Senioren aus. Seine erfolgreichste und mit fast 600 Spielen längste persönliche Fußball-Ära erlebte er natürlich mit "seiner" RWA. Bis zum heutigen Tag hat der 67-Jährige, der auch schon mit seinem Landsmann Buffy Ettmayer zusammen spielte, an 260 Turnier- und ebenso vielen Freundschaftsspielen teilgenommen. Sein Highlight: die deutsche Meisterschaft für Freizeit-Fußball 1981 mit dem Endspiel in Mainz.

Riegler ist Typ "Wadenbeißer" und linker Verteidiger. Noch heute profitiert er von seiner enormen Kondition. In rund 1000 Spielen hat er gegen den Ball getreten auf solch eine Spielezahl kommt nur, wer über die Jahre weitgehend unverletzt bleibt. "Mir ist lediglich einer mal auf den Daumen getreten", berichtet Riegler, "ein anderer hat mal mit seinem Ellenbogen meine Lippe gespalten. Sonst war ich aber nie verletzt." Weil Riegler seit nunmehr zwei Jahren im Augsburger Teilort Bärenkeller eine zweite Heimat gefunden hat, reist eine Mannschaft der Spvgg Augsburg-Bärenkeller nun zu seinem Abschiedsspiel an. Dieses findet am kommenden Freitag um 18 Uhr am RWA-Heim an der Beurener Steige statt.

Als umtriebiger Seniorenfußballer hört Riegler auf ("mit 67 Jahren kann ich mich nicht mehr so richtig ins Zeug legen") als Präsident macht er weiter. Ebenso als Akteur beim Stockschießen: Vielleicht wird er ja jetzt dort zum rot-weißen Leistungsträger.

jw