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Der Anstoß kamvon den Verbänden

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Zum Artikel "Handwerk kann davon profitieren" im Teckboten vom 21. Januar:Immer wieder suchen die SPD und ihre hiesigen Abgeordneten nach positiven Meldungen. Diesmal schmücken sie sich allerdings mit fremden Federn. In ihrer Pressemitteilung zum Vergaberecht für öffentliche Aufträge erweckt die SPD-Abgeordnete den Eindruck, es sei ihr, beziehungsweise ihrer Fraktion zu verdanken, dass die Wertgrenzen für öffentliche Ausschreibungen erhöht worden seien. Das ist so nicht richtig. Der Anstoß kam vielmehr von den Verbänden und Kammern, nachdem in Bayern die Wertgrenzen erhöht worden waren.

Ministerpräsident Oettinger setzte daraufhin eine Arbeitsgruppe ein, die ihr Ergebnis Ende 2007 vorlegte. Deren Vorschlag ist mittlerweile durch ein Empfehlungsschreiben des Innenministeriums an die Gemeindeprüfanstalt zur Einführung neuer, nicht rechtsverbindlicher Orientierungswerte umgesetzt worden. Dass die SPD zugleich die Erweiterung der Wertgrenzen auf die rechtsverbindlichen, starren bayerischen Werte fordert und sich das bislang Erreichte auf ihre SPD-Fahnen schreibt, entspricht nicht ganz den Tatsachen. Karl Zimmermann CDU-Landtagsabgeordneter Kirchheim

Statistische Schönfärberei

Zum Artikel "Mindestlohn kostet viele Jobs" im Teckboten vom 14. Januar:Die Gegner eines gesetzlichen Mindestlohns führen gebetsmühlenartig immer dieselben Argumente ins Feld. Die Einführung eines Mindestlohns würde Millionen von Arbeitsplätzen vernichten. Bei objektiver Betrachtung sollte man aber auch darüber nachdenken, ob ein Arbeitsplatzverlust von dem der Arbeitplatzbesitzer noch nicht einmal seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, wirklich ein Verlust ist oder lediglich der statistischen Schönfärberei der Arbeitslosenzahlen dient.

Richtig finde ich jedenfalls, dass im Gegenzug auch über die zum Teil ungerechtfertigt hohen Managereinkünfte öffentlich diskutiert wird. In jüngster Zeit ist eine tendenziös steigende Praxis von Managern und Wirtschaftsführern zu beobachten: "Wenn die Pferde sich genug geschunden haben, erhalten die Kutscher meist schon im Vorfeld in Form von Subventionen das Trinkgeld. Das Beispiel Nokia ist dabei kein Einzelfall. Jedenfalls hat diese Praxis mit sozialer Gerechtigkeit so viel zu tun, wie Diebstahl mit Edelstahl. Einerseits diskutieren wir über das Für und Wider eines gesetzlichen Mindestlohns, andererseits kennt die Profitgier der Superreichen offenbar keine Grenzen oder glaubt jemand allen Ernstes, dass der von den Medien als Sensation hochstilisierte Deal zwischen Jürgen Klinsmann und dem FC Bayern auch bei einem Jahreseinkommen von "nur" einer Million Euro stattgefunden hätte? Rudi Bihon Im Böckeler, Kirchheim

Kostspieliges Provisorium

Zum Artikel "Trotz Zeitdruck kein Blanko-Scheck" im Teckboten vom 24. Januar:Über 300 000 Euro für die Finanzierung eines Parkplatzprovisoriums das kann und darf doch nicht wahr sein. Ich schlage vor, unter den Teckboten-Lesern einen Ideenwettbewerb auszurufen, wie den Recaro-Mitarbeitern und der Stadt vorübergehend geholfen werden kann.

Ein erster Vorschlag: Die Stadt mietet für einen Zeitraum von drei Jahren die riesige Fläche am alten Güterbahnhof (westlich der Steingaubrücke) als Park-Übergangslösung. 100 000 Euro wären ein gutes Angebot für ein seit Jahren brach liegendes Grundstück. Außerdem schafft sie 170 komfortable City-Räder zu je 500 Euro an, die dort stationiert werden. Mit diesen Rädern gelangen die Recaro-Mitarbeiter binnen drei Minuten zu ihrem Arbeitsplatz.

Als Gegenleistung für den minimalen Zeitverlust dürfen sie nach Ablauf der drei Jahre die Fahrräder behalten. Kostenaufwand für die Stadt: 185 000 Euro. Dieter Hutt Fabrikstraße, Kirchheim

"Weiter so" hilft nicht

Zum Leserbrief "Zurück zur Sachpolitik" im Teckboten vom 8. Januar:Der gewiss absolut unverdächtige Berliner PDS/SPD-Senat hat in seiner Studie zur Jugendkriminalität festgestellt, dass dort bei Vergewaltigungen 7,5 Mal, bei Sexualdelikten drei Mal und bei Gewaltkriminalität 3,4 Mal so oft Jugendliche mit Migrationshintergrund involviert sind.

Dass es genügend Angebote für Problemfälle hierzulande gibt, bestätigte in der TV-Sendung "Hart aber fair" der geläuterte Schläger Alaattin Kaymak dem Moderator Plasberg auf dessen Frage, was der Staat Deutschland für ihn persönlich hätte besser machen können, mit den ehrlichen erfrischenden Worten "es ist hier doch eigentlich alles gegeben an Möglichkeiten". Worauf entsetzt Frau Zypries dem Grünenpolitiker Özcan Mutlu zuflüsterte "Wurde der gar nicht gebrieft vorher?" Antwort "Doch". Klartext: Mantramäßig sollen unzufriedene Statements wiederholt werden, unter den Teppich kehren, und zurück zur selbst ernannten "Sachpolitik".

Auch wenn es kein Patentrezept gibt, "weiter so" hilft nicht. Leserbriefschreiber Schwarz möge bitte nach Frankreich schauen, wo seit Menschengedenken seine Forderung nach Ganztagsschulen und mehr Lehrern verwirklicht ist. Mit dem bekannten Vorstadtproblem, wo dieses Silvester in ganz Paris Böller und Feuerwerk privat abzubrennen verboten war. Der Erfolg war, dass es nur noch 313 abgefackelte Autos durch "Frustrierte und Benachteiligte", wie unsere 68er sich ausdrücken, gab. Werner Sigel Kapellenstraße, Kirchheim

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.