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Der Aufschwung lässt weiter auf sich warten

Die Geschäftslage der Unternehmen im Landkreis Esslingen hat sich im Sommerquartal nur gering verbessert. Zu dieser Einschätzung kommt die Industrie- und Handelskammer Esslingen-Nürtingen nach der Auswertung ihrer aktuellen Konjunkturumfrage.

KREIS ESSLINGEN Das Sommerquartal ist laut IHK auch im Landkreis Esslingen durch hohe Erdöl-, Rohstoff- und Energiepreise, hohe Arbeitslosigkeit und verstärkte Auslandsinvestitionen geprägt gewesen. Viele Unternehmen (24,5 Prozent) sähen allerdings in den kommenden Neuwahlen zum Bundestag eine Chance für eine Erholung der deutschen Wirtschaft.

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Die Geschäftslage der rund 370 befragten Unternehmen hat sich nur gering verbessert (18,6 Prozent im Vergleich zum Vorquartal mit 16,5 Prozent). Die Ertragslage bezeichnen die Unternehmen derzeit vorwiegend als befriedigend (57,2 Prozent). Erwartet wird eine gleich bleibende Geschäftsentwicklung, die mit einer positiveren Umsatzerwartung als im Vorquartal verbunden ist. Die Mehrheit (52,3 Prozent) sieht in der Steuer- und Abgabenbelastung ein hohes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Wirtschaft im Landkreis ist auch in Zukunft von verstärkten Auslandsinvestitionen geprägt. So sollen die Auslandsinvestitionen um 6,9 Prozentpunkte steigen. Die Zahl derer, die keine Auslandsgeschäfte tätigen, ist um 2,5 Prozentpunkte zurückgegangen (30,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal mit 33,2 Prozent).

Doch diese positive Entwicklung im Auslandsgeschäft gilt nicht für das Inlandsgeschäft. Hier wird in den nächsten zwölf Monaten von nahezu der Hälfte der befragten Unternehmen eine gleich bleibende Nachfrage erwartet. Die steigenden und fallenden Investitionserwartungen im Inland halten sich fast die Waage.

Der Blick in die einzelnen Branchen zeigt, dass sich bei den Industriebetrieben trotz gestiegener Umsätze im Ausland gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal die Ertragslage auf Grund der hohen Erdöl-, Rohstoff- und Energiepreise nicht erholt hat. Die daraus resultierenden erhöhten Kosten könnten durch den starken Wettbewerb nur schwer bis gar nicht an die Kunden weitergegeben werden. Dennoch wollen die Industriebetriebe in den kommenden zwölf Monaten ihre Exporte erhöhen (52 Prozent gegenüber dem Vorquartal mit 41,4 Prozent).

Dabei ist der Blick noch immer stark gen Osten gerichtet. 53,7 Prozent der befragten Industrieunternehmen sehen in Mittel- und Osteuropa einen guten Markt. Im Vorquartal waren es 36,9 Prozent. Auffällig ist hier der Maschinenbau. 64,7 Prozent der Maschinenbaubetriebe rechnen mit einer Zunahme von Exporten in den kommenden zwölf Monaten. Dies sind 29,8 Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Aber auch Nordamerika ist wieder im Kommen. Der Anteil der Industriebetriebe, die dorthin zunehmende Exporte melden, steigt um 8,5 Prozentpunkte auf 34,8 Prozent.

Doch die guten Auftragseingänge des Maschinenbaus und des verarbeitenden Gewerbes aus dem Ausland bringen nur einen leichten Aufwind. Der Maschinenbau verzeichnet zwar auch im Inland eine verbesserte Nachfrage zum Vorquartal, doch schwächelt die Inlandsnachfrage insgesamt bei den Industrieunternehmen noch immer. Deshalb sind die Industriebetriebe vorsichtig und erwarten vorwiegend eine gleich bleibende Geschäftsentwicklung (56,1 Prozent).

Beim Handel stagniert die Geschäftslage. 61,5 Prozent der befragten Handelsunternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als befriedigend. Zwar zeigt der IHK-Konjunkturindex beim Umsatz ein leichtes Plus, jedoch ist die Ertragslage bei den Handelsunternehmen überwiegend schlecht (53,8 Prozent). Das Käuferverhalten ist noch immer zurückhaltend. Einzel- und Großhandel verzeichnen größere Lagerbestände als saisonüblich. Die in den nächsten zwölf Monaten reduzierten Investitionen werden vom Einzelhandel fast ausschließlich für Ersatzbedarf genutzt, im Großhandel hingegen unter anderem auch für Rationalisierungsmaßnahmen.

Der Abwärtstrend der Bauwirtschaft konnte auch im Landkreis Esslingen gestoppt werden, so die IHK. Erstmals gab es bei der Beurteilung der derzeitigen Geschäftslage wieder mehr Positiv- als Negativ-Antworten. Auch die Auftragseingänge sind im Sommerquartal ausgeglichen. Die Zahl derer, die die Ertragslage als befriedigend bezeichnen, ist nun deutlich höher (85,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal mit 45,5 Prozent). Vor allem der Bau der neuen Messe auf den Fildern und die Bauvorhaben im Zusammenhang mit den in Stuttgart stattfindenden Spielen der Fußballweltmeisterschaft lassen hoffen und sind für die positive Geschäftserwartung der Bauwirtschaft verantwortlich.

pm