Lokales

Der Bezirk ist tot und lebt wieder auf

Mit dem Jahresanfang 2007 gehören die Leichtathletik- Bezirke des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes der Vergangenheit an. Die acht WLV-Bezirke lösten sich in den vergangenen Wochen auf.

STUTTGART/KIRCHHEIM Der Bezirk Achalm, der sich aus den Kreisen Esslingen, Reutlingen und Tübingen schöpft, hatte die Auflösung allerdings schon bei einem ordentlichen Bezirkstag formell vollzogen.

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Auf diesem Bezirkstag wurden Weichen für eine weitere Zusammenarbeit der bisherigen Achalm-Kreise festgelegt. Dr. Joachim Beckmann aus Leinfelden-Echterdingen, der letzte kommissarische Vorsitzende des Bezirkes Achalm, begrüßt diese Kooperation. "Das ist eine Chance für die Not leidenden Disziplinen", so Beckmann, der auch Kreisvorsitzender der Esslinger Leichtathleten ist. Im Laufe der Jahre waren im Bezirk aus Gründen schwacher Teilnehmerresonanzen einige Disziplinen aus den Meisterschaftsprogrammen gestrichen worden. Dazu zählten die 4 x 400-m-Staffeln und der Hindernislauf Disziplinen, deren Meisterschaften bis Mitte der 90er- Jahre regelmäßig im Krichheimer Stadion ausgetragen worden waren. Versuche, die abgespeckten Veranstaltungen mit anderen Disziplinen aufzufüllen, scheiterten, weil die Anreisewege zu einer Mittwochabendveranstaltung aus den Kreisen Reutlingen und Tübingen einfach zu weit waren.

Mit der Zusammenarbeit bietet sich nun die Chance, neue Wege zu gehen. Das freie Spiel der Kräfte, so Beckmann, lasse nun disziplinbezogene neue Verbindungen zu, die in der nun neuen "Region Achalm" von einem sechsköpfigen Sportausschuss koordiniert werden. Solche Verbindungen können sogar verbandsübergreifend sein. So richten derzeit bereits die Regionen von Rottweil bis Konstanz und von Heilbronn bis Mannheim lose abgesprochene Meisterschaften aus. Auch andere Verbindungen zwischen den Kreisen des Württembergischen und des Badischen Leichtathletik-Verbandes sind möglich.

Mit der Abschaffung der Bezirke fiel insofern lediglich eine Verwaltungsebene weg eine, die ohnehin nur noch auf dem Papier bestanden hatte. Der Bezirk Achalm war in der Vergangenheit mit etwa 18 000 Mitgliedern der zweitgrößte WLV-Bezirk und hatte seit seiner Gründung vor 55 Jahren nur drei Vorsitzende. Erster Vorsitzender war der Reutlinger Fritz Schenk (1951 bis 1952), letzter gewählter Vorsitzender Hans Krieg aus Beuren (1996 bis 2004). Dazwischen lag mit 44 Amtsjahren der Metzinger Walter Euchner. Er kann damit die längste Amtszeit aller WLV-Mandatsträger aufweisen. Ihm zur Seite stand über drei Jahrzehnte der Nürtinger Paul Kuppler als Sportwart, ehe beide 1996 ihre Aufgaben abgaben.

Gute KoordinationGetragen wurde der Bezirk Achalm in der Vergangenheit stets von seinen aktiven Kreisen, wobei 1997 allerdings alle Bezirksmeisterschaften im Kreis Esslingen stattfanden. Danach wurden die Veranstaltungen nach einem regelmäßig abgesprochenen rollierenden System verteilt. Da dies stets sehr gut funktionierte, kann davon ausgegangen werden, dass die Kreise Esslingen, Reutlingen und Tübingen ihre Regionalmeisterschaften auch weiterhin athletenfreundlich in die Terminkalender setzen werden.

kr