Lokales

Der Biobeck vom Exerzierplatz

WEILHEIM Seit 1760 ist der "Scholderbeck" ansässig am Scholderplatz in Weilheim. Dieser war früher

Anzeige

(O:21070320.JP_ein Exerzierplatz, auf dem Militärübungen stattfanden. Nach dem Exerzieren kamen die Soldaten regelmäßig in die Gaststätte und Bäckerei der Familie Sigel. Heute gut 244 Jahre später ist die Gaststätte weggefallen. Erst seit der Übernahme durch Bernd Sigel erhielt der Betrieb offiziell den Namen "Scholderbeck", da er umgangssprachlich schon seit langem so genannt wurde.

Bernd Sigel leitet das Unternehmen mit seiner Frau Eve. 1994 übernahmen sie die Familienbäckerei, die bis zu diesem Zeitpunkt eine konventionelle Bäckerei wie jede andere war. Seit der Übernahme wurde daraus hauptsächlich eine Biobäckerei. Der Hauptgrund für diesen Wandel war eine Krankheit innerhalb der Familie Bernd Sigels.

Dadurch wurde der Bäcker darauf aufmerksam, dass es kaum Grundnahrungsmittel für Allergiker gab. So entstand der Gedanke, den Betrieb auf natürliche Produkte umzustellen. Wegen seinen Bioprodukten wurde er anfangs von vielen Kollegen belächelt.

Im Laufe der zehn Jahre "Scholderbeck" wuchs der Betrieb jedoch zu einer der fünf größten Biobäckereien in der Region Stuttgart. Entgegen einiger Grundsätze der Betriebswirtschaftslehre erntete Bernd Sigel mit "gewagten" Investitionen Erfolg und Lob aus der Branche. Er ist der Meinung, dass die Leute durchaus bereit seien, für höherwertige Lebensmittel etwas höhere Preise zu zahlen, und dies übertrug er auf seine Firmenpolitik.

Mit sechs Filialen im Raum Kirchheim sowie rund 50 Naturkost- und Bioläden, die er zwischen Stuttgart und Ulm beliefert, hat er seinen Betrieb flächendeckend ausgeweitet. In drei Filialen wird gebacken, von wo aus die anderen beliefert werden, in denen ausschließlich verkauft wird. Eine der Filialen in Kirchheim wurde als "gläserne Holzofenbäckerei" eingerichtet, in der man als Kunde dem Bäcker bei der Arbeit über die Schulter schauen kann. Hier kann man persönlich die Herstellung der Backwaren verfolgen, was Bernd Sigel sehr wichtig ist, da er sich für mehr Transparenz im Lebensmittelgeschäft einsetzt.

Außerdem legt er Wert auf die Nähe des Kunden zu seinen Produkten, weshalb er sein Getreide zum größten Teil von dem Bauern Gruel aus Owen bezieht. Dort wird alles ökologisch angebaut, das heißt, dass das Getreide ohne Einsatz von Chemie behandelt wird. So tragen diese Bioprodukte nicht nur zu einem guten Gewissen bei, sondern auch zur eigenen Gesundheit und zum Erhalt der heimischen Landschaft.

Klasse W I c