Lokales

Der Bürgermeister kann wieder etwas "auf die hohe Kante legen"

Weil die vor Jahren in den Flächennutzungsplan der Gemeinde Ohmden aufgenommenen Baugebiete "Auf den Bäumlen" und "Leimhecken" gescheitert sind, wurden diese dann auch aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Auf Grund der eingezwängten Lage in Natur- und Landschaftsschutzgebiete blieb der Gemeinde nichts anderes mehr übrig, als über eine umfassende Erweiterungsmöglichkeit nachzudenken.

RUDOLF STÄBLER

Anzeige

OHMDEN Für das rund zehn Hektar große Gebiet "Grubäcker", östlich der bestehenden Bebauung und südlich der K 1265 in Richtung Zell u. A., wurde von den Planern zunächst ein Gesamtkonzept erarbeitet, das in drei bis vier Bauabschnitten in den nächsten 15 bis 20 Jahren realisiert werden kann. Im Gegensatz zu den vorherigen Gebieten bietet das Baugebiet "Grubäcker" sehr zur Freude von Bürgermeister Merkle und den Gemeinderat den Vorteil, dass sich hier ein gutes Drittel der Fläche im Eigentum der Gemeinde befindet. Entsprechende Grundstückserlöse sind für die Haushaltspläne der Kommune in den kommenden Jahren ein äußerst wichtiges "Zubrot."

Nachdem die Änderung des Flächennutzungsplanes sämtliche Hürden genommen hatte und für den ersten Bauabschnitt mit rund 2,3 Hektar genehmigt war, wurde die Firma Terra Kommunal als Erschließungsträger mit der Realisierung des ersten Bauabschnitts beauftragt. Dieses schließt sich an die östliche Bebauung Schieferweg an, bis kurz hinter die Abzweigung der Kreisstraße 1265 zur Nachbargemeinde Schlierbach. Im September 2002 wurde vom damaligen Gemeinderat der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst, und parallel dazu wurde auch das Umlegungsverfahren eingeleitet. Erstmals in der Gemeinde Ohmden steht mit diesem Baugebiet den Häuslesbauern auch eine dezentrale Gasversorgung zur Verfügung. Über eine Flüssiggastankanlage außerhalb des Baugebietes, am Rande des Recyclinghofs, wird das gesamte Baugebiet mit Flüssiggas der Firma Scharr versorgt.

Am 5. März dieses Jahres wurde der Bebauungsplan "Grubäcker I" rechtskräftig, und nach der Ausschreibung der Bauarbeiten fand dann am 10. Mai 2004 der erste Spatenstich statt. Von einem "historischen Moment" für die Gemeinde Ohmden sprach Bürgermeister Mandfred Merkle, bevor er gemeinsam mit Planern und Vertretern von Firmen, die an der Erschließung des Baugebiets beteiligt sind, zum Spaten griff und damit den Startschuss für die Tiefbauarbeiten in diesem Gebiet gab. 19 Jahre nachdem das letzte Wohngebiet in der Trinkbachgemeinde in Angriff genommen wurde, begann die Unterensinger Baufirma Schwenk nun mit der Erschließung der 2,3 Hektar umfassenden Wohnbaufläche.

Entstehen sollen im Gebiet "Grubäcker I" insgesamt 41 Bauplätze für Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser. Bei diesem Bauabschnitt ist die Gemeinde in der glücklichen Lage, dass die Hälfte des Baugebiets im Besitz der Gemeinde ist.

Beim ersten Spatenstich erinnerte der Ohmdener Schultes im Beisein von Ratsvertretern und zahlreichen jetzigen und künftigen Bauplatzbesitzern an die Odyssee, die die Gemeinde mit der Suche nach einem neuen Wohngebiet bis zur endgültigen Baulandumlegung hinter sich gebracht hat. Beim Spatenstich wieß Ulrich Stokinger, Geschäftsführer des Maßnahmeträgers Terra Kommunal, auf die Besonderheiten in diesem Gebiet hin, wie das Ableiten des Oberflächenwassers über ein Mulden-Rigolen-System und die Flüssiggasversorgung.

Nach genau einem halben Jahr Bauzeit konnte Ende Oktober die Abnahme des Baugebiets erfolgen und bereits am nächsten Tag wurde die erste Baugrube ausgehoben. Zwischenzeitlich befinden sich dort bereits sechs Häuser im Bau und Bürgermeister Manfred Merkle kann berichten, dass ein Haus bereits an Weihnachten bezogen werden soll. Von den 20 Grundstücken, die der Gemeinde Ohmden im Baugebiet "Grubäcker I" gehören, konnten zwischenzeitlich schon 14 verkauft werden und für die restlichen liegen nach Auskunft des Bürgermeisters bereits Anfragen vor. Durch diese Einnahmen hat die Gemeinde ihren Anteil an den Erschließungkosten bereits voll finanzieren können.

"Wir können sogar noch ein paar Euro auf die hohe Kante legen" freut sich Schultes Manfred Merkle.