Lokales

Der Dettinger Wald ist „heiß begehrt“

Revierförster rechnet mit Gewinn für 2015 von 8 000 Euro – Waldlehrweg wird sehr gut angenommen

Der Dettinger Gemeindewald ist sehr attraktiv – auch durch den Waldlehrweg, betont Bürgermeister Rainer Haußmann. Erfreulich ist außerdem: 2015 wirft der Gemeindewald ­vo­raussichtlich einen Gewinn in Höhe von 8 000 Euro ab.

Der Waldlehrweg auf dem Käppele kommt bei der Bevölkerung sehr gut an. Ein Spaziergang dort ist jetzt im Herbst herrlich. Fotos:
Der Waldlehrweg auf dem Käppele kommt bei der Bevölkerung sehr gut an. Ein Spaziergang dort ist jetzt im Herbst herrlich. Fotos: Markus Brändli

Dettingen. Auf 1 490 Festmeter ist im kommenden Jahr der Holzeinschlag geplant. Davon entfallen laut Revierleiter Benjamin Fischer 345  Festmeter auf Nadel- und 805  auf Laubholz. Die verbleibenden 340 Festmeter sollen für Flächenlose oder Hackholz genutzt werden. Insgesamt wird die Holzernte auf einer Fläche von 36,6 Hektar betrieben.

Anzeige

Wie der Revierleiter im Gemeinderat weiter ausführte, wird die Jungbestandspflege im kommenden Jahr nur auf einer geringen Fläche von 4,7  Hektar vorgenommen. Das liege daran, dass die Jahre 2013 und 2014 bereits ganz im Zeichen der Jungbestandspflege standen. Eine größere Rolle spiele hingegen die Kultursicherung: Diese ist auf einer Fläche von 10,5 Hektar vorgesehen. Außerdem sollen auf 1,5 Hektar etwa 2 600 Tannen, Robinien und Linden gepflanzt werden. Eine Daueraufgabe sei darü­ber hinaus die Wegeunterhaltung, ergänzte Fischer.

Der Revierleiter informierte die Räte auch über die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben des Dettinger Betriebswaldes im kommenden Jahr: „Beim Holzverkauf gehen wir von Einnahmen in Höhe von 71 600 Euro aus“, sagte Fischer. Hinzu kommen Einnahmen aus Arbeiten für Dritte in Höhe von voraussichtlich 15 000 Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben, hauptsächlich für den Holzeinschlag, von 78 600 Euro, sodass ein Gewinn von 8 000 Euro zu erwarten ist.

Auf Nachfrage von Gemeinderat Dr. Werner Hack berichtete der Revierleiter, dass der Dettinger Waldlehrweg von der Bevölkerung sehr gut angenommen werde. Erfreulich sei außerdem, dass der Borkenkäfer in diesem Jahr keine größeren Schäden im Wald angerichtet habe. Der durchwachsene Sommer habe hier sicherlich eine Rolle gespielt. Der vergangene milde Winter habe im Übrigen nicht dazu geführt, dass das Brennholz nicht verkauft werden konnte. „Trotz des milden Winters ist es gut gelaufen“, betonte der Revierleiter. Auch mit Blick auf die kommenden Monate ist er zuversichtlich, das Holz an den Mann bringen zu können.

Wie schon im Bissinger Gemeinderat informierten Benjamin Fischer und Walter Hegelau, Sachgebietsleiter der Reviere Ost im Kreisforstamt, über das Bundeskartellamt und dessen Kritik an der derzeitigen Holzvermarktung in Baden-Württemberg (wir berichteten). Dem Kartellamt ist es ein Dorn im Auge, dass die Förster des Landes für die Kommunen das Holz vermarkten. Die Gemeinden sollen andere Lösungen finden. Sollte dies so weit kommen, würde die Organisation der Forstverwaltung vollständig zerschlagen, bedauert Hegelau.

Wie es nun weitergeht, sei derzeit noch in der Schwebe. „Wir machen erst einmal so weiter wie bisher.“ Wahrscheinlich habe die Forstverwaltung in Baden-Württemberg bis 1. Januar 2017 Zeit, sich auf die neue Situation einzustellen.

Qaldlehrweg, Waldlehrpfad am Käppele in dettingen im herbst
Qaldlehrweg, Waldlehrpfad am Käppele in dettingen im herbst