Lokales

Der ergebnisoffene Denkprozess muss weitergehen

Wie es um die Zukunft der Kirchheimer Hallen bestellt sein soll, war ein wichtiges Thema der Klausurtagung des Kirchheimer Gemeinderats. In jüngster Sitzung erfolgte nun die trotz vorausgegangener "Aufgeregtheiten" und Missverständnisse weiterhin einmütige Kenntnisnahme der aus den Ergebnissen der Klausurtagung resultierenden Entscheidungen.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Einig waren sich die Sprecher aller im Kirchheimer Ratsrund vertretenen Fraktionen und Wählervereinigungen, dass der Raumbedarf für die Rauner- und die Teck-Realschule durch eine an die Raunerschule angebaute dreiteilige Halle gedeckt werden soll. Um das Sportangebot in Nabern aufrecht erhalten zu können, wurde auch über die Sanierungsmaßnahme Gießnauhalle Einvernehmen erzielt.

Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Kirchheimer Ratsgremiums schließlich auch dafür aus, weiterhin ergebnisoffen der Frage nachzugehen, wie die Zukunft der maroden Ötlinger Eduard-Mörike-Halle möglicherweise aussehen könnte. Angesichts der in Leserbriefen und Diskussionen ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten und Missverständnisse wurde erneut betont, dass die Verwaltung tatsächlich beauftragt wird, alle Möglichkeiten zu prüfen. Unmissverständlich deutlich gemacht wurde aber angesichts der aufgekommenen Aufgeregtheiten, dass bei Verkauf, Verpachtung, ganz besonders aber im Blick auf die angedachte Schenkung die Eduard-Mörike-Halle natürlich den Ötlinger Vereinen gehören soll. Hintergrund dieser Überlegungen sei schließlich immer das äußerst erfolgreiche Modell "Zehntscheuer Nabern" gewesen.

Seine Zustimmung zu den drei Punkten verknüpfte CDU-Stadtrat Mathias Waggershauser mit der Anregung, den Standort der künftigen Halle an der Raunerschule noch einmal zu überprüfen. Bei einem Standort zwischen Schule und Umgehungsstraße könnte das Gelände optimal genutzt und zugleich der neue Anbau als Lärmschutz für das bestehende Schulgebäude genutzt werden. Dass im Blick auf die Eduard-Mörike-Halle nichts entschieden wurde, machte er deutlich und zeigte sich erfreut darüber, dass ein Denkprozess losgetreten wurde, der nun weitergehen müsse.

Aus den starken Reaktionen auf die ersten Nachrichten über die Halle zeigt sich Michael Holz für die Grüne Alternative überzeugt, dass sich in Ötlingen nach den hochgekochten Diskussionen tatsächlich etwas bewegen könnte.

Auch CDU-Stadtrat Elmar Müller betonte, dass ein Prozess angestoßen wurde, der nun entwickelt werden müsse. SPD-Stadtrat Gerwin Harand richtete seinen Blick verstärkt Richtung Nabern und bedauerte, dass sich die Mehrheiten für den Traum eines Neubaus plötzlich in Luft aufgelöst haben und nur noch über eine Sanierung der Gießnauhalle nachgedacht werden könne.

Eine zusätzliche Variante brachte anschließend Albert Kahle (FDP / KiBü) in die Debatte um die Zukunft der maroden Eduard-Mörike-Halle. Nachdem die Begehung gezeigt habe, in welch schlechtem Zustand sich das Gebäude befinde, solle hier nicht über Sanierungsmaßnahmen, sondern über einen Abriss und Neubau gesprochen und auch dafür ein entsprechendes Konzept vorgelegt werden.

Während Ötlingens Ortsvorsteher Kik sich für Gespräche mit allen betroffenen Vereinen über Nutzung und Raumbedarf aussprach und betonte, für alle Lösungen offen zu sein, machte Naberns Ortsvorsteher Nikolas Fink keinen Hehl daraus, dass sich Nabern durchaus auf das Geschenk einer neuen Halle gefreut habe. Auch hier bestehe aber Bereitschaft, über alles nachzudenken. Ganz wichtig war ihm aber auch der Hinweis, dass es nicht "nur" um die Halle selbst, sondern um das gesamte Areal und um die Entwicklung der Ortsmitte gehe. Was er dann abschließend für Nabern formulierte, gilt so wohl auch für die Ötlinger, die im Blick auf ihre Halle ebenfalls sagen können: "Wir brauchen Visionen".