Lokales

Der Euro als Vorteil für eine Exportnation

Diskussionsveranstaltung zur Eurokrise in der Owener Bernhardskapelle

„Die Eurokrise: Ursachen und Folgen“ – das war das Thema einer Diskussionsveranstaltung, zu der der SPD-Bundestagsabgeordnete Rainer Arnold in die Owener Bernhardskapelle eingeladen hatte.

Owen. Auf dem Podium saßen neben Rainer Arnold der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Franz Scholz, der Betriebsratsvorsitzende der Lenninger Firma Scheufelen, Karl-Heinz Wellmann, und Claudia Nothwang, die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Owen. „Die Zusammensetzung der Diskussionsteilnehmer zeigt, dass wir die Eurokrise aus verschiedenen Sichtweisen betrachten wollen“, erklärte Arnold, der zu Beginn einen kurzen Rückblick über die Maßnahmen gab, die im Zuge der Eurokrise getroffen wurden.

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So begann er beim ersten Rettungsschirm für Griechenland, erläuterte die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität, kurz EFSF und den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Seine Ausführungen beendete er mit Informationen und einer politischen Bewertung des noch zu beschließenden europä­ischen Fiskalpakts. „Es kann nicht sein, dass ganze Länder durch den rigiden Sparkurs Angela Merkels ganz in die Depression gedrängt werden. Sparen ist im Grundsatz zwar richtig, aber trotzdem bedarf es ergänzender Maßnahmen, die Wachstum erzeugen“, sagte Arnold.

Er erläuterte die Bedingungen, die die SPD zur Zustimmung des Fiskalpakts stellt. So seien die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer und wachstumsfördernde Maßnahmen unabdingbar. „Gerade mit Blick auf die extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit, vor allem in Griechenland und Spanien, ist es ungeheuer wichtig, Investitionen zur Bekämpfung dieses Fiaskos zu tätigen“, ergänzte Arnold. Auf die Sorge, die aus dem Publikum geäußert wurde, dass durch die ganzen Maßnahmen die zur Bekämpfung der Eurokrise getroffen werden, die nationalen Parlamentsrechte ausgehöhlt werden würden, entgegnete Arnold, dass er keinem Vertrag zustimmen werde, der vorsieht, die nationalen Hoheitsrechte zu beschneiden.

Deutschland hat als Exportnation vom Euro profitiert

Franz Scholz, der Vorsitzende der KSK Esslingen-Nürtingen, hob hervor, dass die Einführung des Euro richtig war. Er betonte, dass gerade Deutschland als Exportnation von der Einführung des Euro profitiert habe: „Stellen sie sich einmal vor die D-Mark würde wieder eingeführt werden. Sie würde die schwächeren Währungen förmlich anziehen. Wir hätten dann ähnliche Probleme wie die Schweiz, und dies ginge zu Lasten unserer Exportwirtschaft.“ Der Bankexperte betonte weiter, dass die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer zu begrüßen wäre. Weiter erklärte er, warum gerade die Volksbanken und Sparkassen nicht so sehr in die Krise involviert sind. „Wir sind dezentral organisiert, machen unsere Geschäfte vor Ort und bezahlen hier unsere Steuern. Nicht in China oder England liegt unser Geschäftsfeld“, so Scholz weiter.

Karl-Heinz Wellmann, der Experte für Arbeitnehmerbelange, stellte vor allem das weitsichtige und besonnene Handeln der deutschen Gewerkschaften im Zug der Finanzkrise heraus. „Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind wir sehr schnell wieder aus der Krise herausgekommen“, sagte Wellmann. Er betonte mit Blick auf die Krisenstaaten Griechenland und Spanien, dass es ihm Sorge bereite, wie viele junge, gut ausgebildete Menschen arbeitslos seien.

Claudia Nothwang, die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Owen, würde es begrüßen, wenn die Leute vor Ort mehr Geld ausgeben würden. Hinsichtlich der Eurokrise lobte sie die Sparkassen und Volksbanken und erläuterte, dass diese Banken einen wichtigen Partner für die Mittelständler in Owen darstellen.pm