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"Der Fuß ist drin"

Der Dettinger Gemeinderat hat seinen Entschluss bekräftigt, sich vorerst mit 22 Hektar am Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu beteiligen ohne verbindliche Mitgliedschaft und Kostenübernahme. Eine weitere geeignete Fläche könnte später dazukommen, wenn einmal die Außengrenzen des Vogelschutzgebiets stehen.

BIANCA LÜTZ

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DETTINGEN Bis zum 1. März muss die Gemeinde Dettingen dem Landratsamt Esslingen mitteilen, welche Gebiete ins Biosphärengebiet einfließen sollen. "Wenn man so einen Zeitdruck hat, muss man das machen, was nicht falsch ist", sagte Bürgermeister Rainer Haußmann und plädierte für die "kleine Lösung": Das heißt, Dettingen beteiligt sich mit der 22 Hektar umfassenden Viehweide am Biosphärengebiet, sieht aber vorerst von einem Beitritt und einer verbindlichen Kostenübernahme ab.

Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte angeregt, neben der Viehweide auch noch das Landschaftsschutzgebiet am Teckberg mit einzubringen. "Das hat die Gemeinde wohlwollend aufgenommen", berichtete Jochen Sokolowski, Leiter des Technischen Bereichs im Dettinger Rathaus: "Das Problem ist, dass das Vogelschutzgebiet dazwischengekommen ist." Der Gemeinderat habe entschieden, noch einmal über einen Beitritt und eine Aufstockung der Fläche nachzudenken, wenn die Außengrenzen des Vogelschutzgebiets feststehen. Abzuwarten sei, ob die Gemeinden zur Kasse gebeten werden. Darüber entscheide das Landratsamt Esslingen im April.

Dass Dettingen eine Fläche ins Biosphärengebiet einbringt, begrüßte Gemeinderat Markus Ochs (FWG): "Das kostet nicht die Welt", ging er auf die möglichen finanziellen Belastungen ein. Für die Viehweide würden auf die Schlossberggemeinde 520 Euro im Jahr entfallen. Käme die zusätzliche Fläche hinzu, läge die Summe bei 590 Euro.

"Die Vorteile sind nicht greifbar", kritisierte Dr. Werner Hack (FWG), dass keineswegs klar sei, was genau das Biosphärengebiet bringe, und sprach sich ebenfalls für eine kleine Lösung aus. Zu gegebener Zeit könne man über eine Erweiterung entscheiden. Auch Rainer Haußmann warnte vor allzu großer Euphorie: "Es gibt viele Illusionen, dass es von Brüssel Geld für die Streuobstwiesen gibt." Eine solche Förderung sei aber gar nicht am Biosphärengebiet festzumachen: "Ich habe nicht die Illusion, dass jemand Geld über uns ausschüttet", so Haußmann.

"Der Fuß ist drin", sagte Roland Sigel (CDU/FWV) und gab zu bedenken: "Da kann man ja immer noch Flächen nachmelden." Auch er kritisierte das hastige Vorgehen des Kreises: "Den Zeitdruck kann ich nicht nachvollziehen." Sein Fraktionskollege Walter Neuhäuser stellte fest: "Wir machen mit 22 Hektar mit und können sagen: Wir sind dabei." Aus seiner Sicht könne Dettingen problemlos damit werben, das "Tor zum Biosphärengebiet" zu sein.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat dafür aus, sich vorerst mit 22 Hektar am Biosphärengebiet Schwäbische Alb zu beteiligen. "Da kann man immer noch draufsatteln, wenn das Vogelschutzgebiet festgezurrt ist oder Bedarf durch Direktvermarkter aus der Gemeinde gemeldet wird", sagte Rainer Haußmann.