Lokales

Der Krautmarkt erhöht das Defizit

Stadtwerke fahren 2008 einen Verlust von 1,38 Millionen Euro ein

Die Kirchheimer Stadtwerke haben das Rechnungsjahr 2008 mit einem hohen Defizit abgeschlossen: 1,38 Millionen Euro. Grund dafür ist die Sanierung der Tiefgarage Krautmarkt, die für das Jahr 2008 mit 1,15 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten zu Buche schlug.

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Andreas Volz

Kirchheim. Zum Gesamtbetrieb der Stadtwerke gehören die Wasserversorgung, der Parkhausbetrieb und der Bäderbetrieb. Die Wasserversorgung hat einen Gewinn erwirtschaftet, der 2008 bei 350 000 Euro lag. Im Vorjahr hatte sie sogar einen Überschuss von 460 000 Euro abgeworfen. Der Rückgang 2008 lässt sich erklären durch geringere Abgabemengen beim Wasser sowie durch höhere Ausgaben bei Baumaßnahmen des Wasserversorgungsbetriebs.

Nahezu konstant geblieben ist der Wasserverlust, den Stadtkämmerer Herbert Sedlaczek-Kohl in der jüngsten Gemeinderatssitzung auf 14,7 Prozent bezifferte. Damit liegt der Wasserverlust 2008 im Vergleich zu den Vorjahren zwar um 3,4 Prozentpunkte über dem Spitzenjahr 2004, dafür aber noch um 2,9 Prozentpunkte niedriger als 2006.

Der Parkhausbetrieb der Kirchheimer Stadtwerke schließt das Rechnungsjahr 2008 mit einem Fehlbetrag von 912 000 Euro ab, was auf die Sanierung der Tiefgarage Krautmarkt zurückzuführen ist. Letzteres hat sich in der Bilanz gleich doppelt bemerkbar gemacht, wie der Stadtkämmerer ausführte: „Da fallen hohe Ausgaben an, und gleichzeitig fehlen die Einnahmen.“ Das vergleichsweise hohe Defizit des Parkhausbetriebs wird sich für das Jahr 2009 noch einmal wiederholen, weil die Sanierung ja 2008 noch nicht abgeschlossen war.

Im Gegensatz zu den Parkhäusern lag der erheblich gestiegene Verlust beim Bäderbetrieb im Jahr 2008 nicht an geringeren Einnahmen, sondern an höheren Ausgaben. Laut Sitzungsvorlage sind schon allein „für den Beratungsaufwand und die bezogenen Leistungen des vorgesehenen Kombi-Bades in Form eines ÖPP-Modells zusätzlich Aufwendungen in Höhe von 167 360 Euro angefallen“.

Der Jahresverlust des Bäderbetriebs beläuft sich auf 823 000 Euro. Rechnet man hier noch die 912 000 Euro Verlust des Parkhausbetriebs hinzu und zieht die 350 000 Euro Gewinn der Wasserversorgung ab, ergibt sich daraus ein Gesamtverlust der Stadtwerke in Höhe von 1,38 Millionen Euro – bei einer bereinigten Bilanzsumme von 28,7 Millionen Euro. Trotz dieses hohen Verlusts ist der Schuldenstand der Stadtwerke weiter gesunken: auf drei Millionen Euro oder 75,81 Euro pro Einwohner.

Der Gemeinderat hat den konsolidierten Jahresabschluss für 2008 zur Kenntnis genommen und die Betriebsleitung einstimmig entlastet.