Lokales

Der lange Weg zu geordneten Verhältnissen

Die Bissinger Kleintierzüchter können hoffen: Ihr Domizil im Gewann "Täle/Kobel" rückt immer näher. In jüngster Sitzung stellte der Gemeinderat den Bebauungsplan dazu auf. Darin wird auch die benachbarte Kleingartenanlage neu strukturiert.

RICHARD UMSTADT

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BISSINGEN Vom Wunsch der Bissinger Kleintierzüchter, außerorts eine Zuchtanlage zu erhalten, bis zum Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans "Täle/Kobel", Kleintierzucht- und Kleingartenanlage, liegt eine lange Wegstrecke hinter Verwaltung, Gemeinderat und Verein. Dabei mussten immer wieder Umwege gegangen und Stolpersteine aus dem Weg geräumt werden. Allein, bis ein Areal gefunden wurde, das sowohl dem landratsamtlichen Naturschutz als auch den Züchtern entsprach, ging wertvolle Zeit ins Land, und dann wollte auch noch der Verband Region Stuttgart ein Wörtchen mitreden und gehört werden. Jetzt scheint dieser ebenfalls zufriedengestellt worden zu sein.

In Verbindung mit der geplanten Kleintierzuchtanlage will die Gemeinde Bissingen die benachbarte Kleingartenanlage, die "Europagärten", neu ordnen und missliebige Nutzungen unterbinden. Deshalb regelt der Bebauungsplan "Täle/Kobel" nicht nur die Größe der Gartenparzellen. Von deren Größe ist es aber abhängig, ob darauf eine Hütte erstellt werden darf oder nicht und wie groß sie gebaut werden kann. So sind Gerätehütten bis zu einer Parzellengröße von 100 Quadratmetern nicht zulässig. Ist ein Gartengrundstück größer als 200 Quadratmeter, so darf ein größeres Gartenhäuschen mit einem Grundriss von zwölf Quadratmetern erstellt werden, mit einer überdachten Terrasse. "Das Ganze darf aber nicht zum Wochenendhäuschen ausarten", meinte Bürgermeister Kümmerle.

Die Gerätehütten müssen aus sägerauen Brettern und in gedeckten Farben gebaut werden. Ihre Dächer können als Pult- oder Satteldach konstruiert werden. Mauern sind unzulässig.

Entlang des Sörbaches weist der Plan einen fünf Meter breiten Gewässerschutzstreifen aus, innerhalb dessen keine Gerätehütten erstellt werden dürfen. Genauso wenig dürfen die Kleingärtner dort Pestizide ausbringen und Kompostlegen errichten.

Zusammen mit den Parkplätzen der Kleintierzuchtanlage sollen insgesamt 26 Stellplätze ausgewiesen werden.

Auf dem Areal der Kleintierzuchtanlage erlaubt der Bebauungsplan 14 Häuschen für die Tiere mit einer Größe von maximal 7,5 auf 4,5 Meter mit einem Satteldach und einer Firsthöhe von maximal fünf Meter. Auf den Dächern können auch Solarmodule angebracht werden. Außerdem ist auf der Fläche der Zuchtanlage in der Nähe der alten Weilheimer Straße ein Vereinsheim sowie ein Geräteschuppen vorgesehen.

Wie Bürgermeister Wolfgang Kümmerle berichtete, zeichnet sich ein erneuter Pachtvertrag mit dem Oberkirchenrat über 25 Jahre ab. Der evangelischen Kirche gehört das Areal der Kleingartenanlage. Der Verwaltungschef geht allerdings davon aus, dass die Pacht für die Kleingärtner dann etwas teurer wird.

Nach der Aufstellung des Bebauungsplans geht dieser in einem nächsten Schritt in die erste Runde der Anhörung. Die Verwaltung stellt ihn dann den Kleingärtnern sowie den Kleintierzüchtern und anschließend der Öffentlichkeit vor. Auch die Träger öffentlicher Belange werden gehört, darunter die Region Verband Stuttgart.