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Der VfL und der Abstieg: Mitten drin statt nur dabei

Ab sofort ist Schluss mit lustig: Für die Fußballer des VfL Kirchheim beginnt mit der Verbandsliga-Partie in Böblingen am kommenden Sonntag (14.30 Uhr) engültig der Kampf gegen den Abstieg.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Knappe Niederlagen sind für den Tabellendreizehnten VfL in letzter Zeit fast alltäglich geworden, deshalb sind die weiteren Aussichten der Kirchheimer so trübe wie derzeit das Wetter. 16 Punkte sind zu wenig, um mit Gelassenheit in das Match in Böblingen gehen zu können. Besonders bitter ist die Lage für den VfL auch deshalb, weil das Team von Trainer Michael Rentschler eigentlich mit 34 geschossenen Toren in punkto Offensivkraft die Nummer zwei in der Verbandsliga ist. Nur der Tabellendritte, TSV Schwieberdingen, war diesbezüglich erfolgreicher dessen Kicker jubelten einmal häufiger.

Die VfL-Fußballer wissen also grundsätzlich, wie das Toreschießen funktioniert, holen aber trotzdem viel zu wenig Punkte. Coach Rentschler musste jedenfalls in dieser Woche einmal mehr moralische Aufbauarbeit leisten selbst die von der Stadt zwangsverordnete Verlegung des Spiels gegen den FV Illertissen auf den maroden Kunstrasenplatz in früheren Spielzeiten oft Garant für eine reiche Punkteernte brachte am vergangenen Samstag nichts. Nach dem 0:1-Flop zu Hause ist vor den kommenden Aufgaben plötzlich der Druck des Siegenmüssens da. Rentschler wird bei der Auswärtspartie im Mittelfeld wieder auf den zuletzt beruflich verhinderten Coskun Isci zurückgreifen können und vermutlich eine offensive Taktik wählen.

Etwas anderes dürfte dem 35-Jährigen gegen die schwer gebeutelten Gastgeber kaum übrig bleiben, denn selbst ein Remis brächte zum Abschluss der Vorrunde kaum Beruhigung: Mit der TSG Balingen (Heimpartie) und dem FV Olympia Laupheim (auswärts) warten im Anschluss gleich zwei Topteams auf die Kirchheimer. Der VfL muss somit einen Jahresschlussspurt hinlegen, sonst droht ein ähnlich unangenehmes Finale wie in der vergangenen Saison, als sich die Blauen nach diversen Aufholjagden schlechter platzierter Konkurrenten plötzlich auf dem Relegationsplatz wiederfanden.

Der Kummer ist aber auch beim Gegner SV Böblingen Stammgast in dieser Runde. Die Sportvereinigung kommt vorerst nicht weg vom Tabellenende, mit zehn Punkten ist die Lage noch problematischer als unter der Teck. Doch etwas Hoffnung schimmert: Am vergangenen Spieltag beendete die SVB eine Serie von sechs Niederlagen in Folge mit einem 1:1 in Ravensburg. Das Team von Ralf Schöck schöpft aus dieser Partie eine ganze Menge Zuversicht. Gegenseitiges Mutmachen ist angesagt in der Kreisstadt, wo nach dem VfL mit dem SV Fellbach eine Woche später gleich noch ein Kellerkind aufkreuzt.

Der VfL hat in dieser Saison mit einem angeschlagenen Gegner schon einmal leidige Erfahrung gemacht. Auch die SpVgg 07 Ludwigsburg kam ausgerechnet gegen den VfL beim 4:3 wieder auf (Erfolgs)- Kurs. Die Lust der VfL-Kicker, am Sonntag erneut als Aufbaugegner herzuhalten, dürfte sich demnach in Grenzen halten.