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Der Vizemeister darf von der Oberliga träumen

Die Kirchheimer Verbandsliga-Turner unterlagen beim Saisonfinale in Schömberg nach packendem Zweikampf dem neuen Meister TSV Göllsdorf nur knapp. Bitter hingegen war das Finale für den TSV Wernau. Als Tabellenletzter steigt das Team in die Landesliga ab.

HEIKO PAUL

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SCHÖMBERG Quasi als Rückrunde treten alle Verbandsliga-Mannschaften in einem Wettkampf zum Abschluss der Saison gegeneinander an. Dass die Tabelle hier noch einmal vollständig durcheinandergewirbelt wird, ist eher selten. Verschiebungen um ein oder zwei Plätze, vor allem im hinteren Tabellendrittel, kommen aber immer wieder vor. Vor allem dann, wenn eine Mannschaft wie der SV Villingendorf das Verletzungspech offenbar gepachtet hat. Zu Saisonbeginn wartete das Team noch mit glänzenden Ergebnissen auf und lehrte Göllsdorfer und Kirchheimer Turner das Fürchten. Zum Saisonende wurde die Mannschaft nach hinten durchgereicht.

Davon unbeeindruckt ging das VfL-Team im Hexenkessel von Schömberg den Wettkampf an. Gleich am ersten Gerät, dem Sprung über den Tisch, demonstrierten André Schaich, Jochen Weber, David Schneider, Simon Paul und Moritz Pohl Entschlossenheit: Die VfL-Turner gingen mit einem Zehntel vor Göllsdorf in Führung. André Schaich, Jochen Weber, Andreas Mahler, Moritz Pohl und Markus Benz traten am Barren an. Göllsdorf legte aber einen Zahn zu und die Kirchheimer hatten mit fast zwei Punkten das Nachsehen. Am Reck, dem Paradegerät der Kirchheimer, keimte wieder Hoffnung auf. David Schneider legte als Erster mit einer souverän geturnten Übung die Messlatte hoch. Getoppt wurde er noch von Moritz Pohl, André Schaich und Jochen Weber. Schaich erhielt zwar die Höchstwertung, doch der Kirchheimer Oldie stahl am Reck mit einem perfekten Jägersalto in seiner ohnehin schon schwierigen Übung allen anderen Verbandsligaturnern die Schau. Weil jedoch der Reckriemen nach diesem spektakulären Flugteil der Belastung nicht gewachsen war, musste der Kirchheimer seine Übung kurz unterbrechen, um diesen zu fixieren. Das Reglement sieht dies als Abstieg vom Gerät und bestrafte den Turner mit mindestens 0,5 Punkten Abzug. Dennoch bekam Jochen Weber 8,2 Punkte. Einen Punkt hatten die Kirchheimer damit aufgeholt. Den nahm der TSV Gölldorf dem VfL am Boden wieder ab, obwohl Moritz Pohl (8,35 Punkte), David Schneider (8,15 Punkte) und André Schaich (7,85) tolle Übungen zeigten.

Waren die beiden Mannschaften bis dahin nur wenige Punkte auseinandergelegen, so kam der Kirchheimer Einbruch am Pauschenpferd: Simon Paul, Markus Benz, Moritz Pohl und André Schaich kamen an ihr wahres Leistungsvermögen nicht heran. Der Gegner packte vier weitere Punkte obendrauf und der Kampf um die Tabellenspitze war damit entschieden. Da half es auch nicht, dass Andreas Mahler die zweitbeste Ringeübung aller Verbandsligateams an diesem Tag turnte und zusammen mit Moritz Pohl und André Schaich dem TSV Göllsdorf am letzten Gerät wieder einen Punkt abnahm.

Kirchheim hatte sich einen packenden Zweikampf mit dem neuen Verbandsliga-Meister geliefert. Kein anderes Team konnte da eingreifen. Zehn Punkte Vorsprung vor dem Dritten, der KTV Hohenlohe II, sprechen eine deutliche Sprache. Bester Sechskämpfer des Abschlusswettkampfes war André Schaich mit 45,75 Punkten, knapp vor Matthias Reiser (KTV Oberschwaben). Auf dem dritten Rang folgten punktgleich Moritz Pohl und Georg Burghart (TSV Wernau). Der Wernauer Routinier konnte mit seiner Leistung den Abstieg seines Teams nicht verhindern. Während die Kirchheimer ihre Vizemeisterschaft feierten und jetzt auf den Aufstieg in die Oberliga hoffen dürfen, war der befürchtete Abstieg für die Nachbarn Realität geworden.