Lokales

Der Wasserturm kommt langsam in die Jahre

Decke der Wasserkammer muss saniert werden – Kommunaldarlehen für den Eigenbetrieb Wasserversorgung

Der Wasserturm in Holzmaden in den Jahren von 1926 bis 1929 kommt langsam in die Jahre. Rund 190 000 Liter Wasser im Turm sorgen für die tägliche Versorgung der Holzmadener Einwohner. Bei einer Routineuntersuchung wurde jetzt festgestellt, dass die Decke der Wasserkammer Schäden aufweist.

Rudolf Stäbler

Holzmaden. Mit einem Gutachten wurde die Firma IFM, Institut für Materialprüfung Dr. Schellenberg in Leipheim beauftragt. Bei der Untersuchung des Wasserturms Ende Oktober wurde festgestellt, dass die betonierte Wasserkammer im Bereich der Decke Schäden aufweist. Die innenliegende Decke muss abgestrahlt und die Bewährungseisen, die nahe an der Unterkante liegen, entrostet und teilweise ersetzt werden. Die Notwendigkeit dieser Maßnahme untermauerte Bürgermeister Jürgen Riehle mit Lichtbildern aus dem „Innenleben“ des Holzmadener Turms. Nach den Worten des Gemeindeoberhaupts sollten die Sanierungsarbeiten unverzüglich beginnen, um das aufwendig eingebaute Gerüst im Inneren des Wasserturms und an der Außenfassade gleich mitnutzen zu können.

Geschätzt wurden die Renovierungskosten von der beauftragten Fachfirma auf rund 25 000 Euro. Nachdem die IFM bei entsprechenden Firmen, die für solch eine Maßnahme geeignet sind, eingeholt hatte, konnten in der jüngsten Gemeinderatssitzung bereits genaue Zahlen genannt werden. Dabei bewegen sich die Kosten für die Schadensbehebung zwischen rund 24 000 und 66 000 Euro. Zur Finanzierung der Maßnahme sollen nach Vorschlag der Verwaltung im notwendigen Umfang die Mittel eingesetzt werden, die vorsorglich für die Erneuerung der Wasserleitung in der Aichelberger Straße im Haushaltsplan 2008 bereitgestellt sind, nachdem sich abzeichnet, dass für diese Wasserleitung in diesem Jahr keine Kosten mehr anfallen werden.

Der Hoffnung von Gemeinderat Hauschild, eventuell wegen des Alters des Holzmadener Turms einen Zuschuss aus Landesdenkmalmitteln zu bekommen, musste Weilheims Stadtkämmerer Philipp allerdings einen Dämpfer versetzen. Geld für technische Maßnahmen seien aus diesem Topf nicht zu erwarten, handle es sich doch um rein technische Arbeiten für die Wasserversorgung. Außerdem könne man den Turm in der Urweltgemeinde wohl kaum mit dem berühmten Mannheimer Wasserturm vergleichen. So sah sich der Gemeinderat letztlich „gezwungen“, der Maßnahme und der damit laut Angebot verbundenen Kosten in Höhe von rund 24 000 Euro zuzustimmen.

Im Rahmen der geplanten Baumaßnahmen ging Bürgermeister Jürgen Riehle auch auf die finanzielle Lage des Eigenbetriebs Wasserversorgung der Gemeinde ein. So waren für die Finanzierung von Investitionen im Vermögensplan der Wasserversorgung in den Jahren 2002 bis 2007 die Finanzierungsmittel nicht ausreichend, sodass bis zum 31. Dezember 2007 ein Deckungsmittel-Fehlbetrag in Höhe von rund 71 600 Euro entstanden sei. Da Finanzierungsmittel in dieser Höhe in absehbarer Zeit dem Betrieb nicht zusätzlich zur Verfügung stehen werden, so der Bürgermeister, ist im Vermögensplan 2008 zum Ausgleich dieser Fehlbeträge eine Kreditaufnahme in Höhe von 75 000 Euro vorgesehen. Dies sollte nun vollzogen werden, betonte Riehle.

Außerdem sei 2008 eine Kreditaufnahme in Höhe von 50 000 Euro vorgesehen zur Finanzierung der Erneuerung eines Teilstücks der Leitung in der Aichelberger Straße. Hierauf könne ja nun verzichtet werden, betonte Riehle, weil diese Baumaßnahme im laufenden Jahr nicht mehr zur Ausführung komme. Zu den anstehenden 71 600 Euro kämen nunmehr die Kosten von 24 000 Euro für den Wasserturm. Deshalb, so lautete der Verwaltungsvorschlag, sollte ein Kredit für den Eigenbetrieb Wasserversorgung mit 100 000 Euro aufgenommen werden.

Die Stadtkämmerei hat bei den entsprechenden Banken die Konditionen für ein solches Kommunaldarlehen abgeklärt und in der Gemeinderatssitzung die Angebote zur Entscheidung vorgelegt. Einstimmig stimmte der Gemeinderat der Darlehensaufnahme bei einer Laufzeit von zehn Jahren und Zinsen von 4,57 Prozent zu.

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