Lokales

Der Weg zum virtuellen Rathaus

Elektronische Medien machen auch vor den Rathäusern nicht Halt. Kirchheim will deshalb das Engagement für virtuelles Rathaus und elektronische Verwaltung verstärken. Noch in diesem Jahr soll die städtische Homepage von Grund auf überarbeitet werden.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Alles, was heutzutage als "e-Government" bezeichnet wird, war Thema in der jüngsten Sitzung des Kirchheimer Finanz- und Verwaltungsausschusses. Bernd Vogel, der Leiter des Kirchheimer Organisationsamts, führte aus, was alles an elektronischen Diensten in nächster Zeit geplant ist. So soll die vier Jahre alte Homepage der Stadt modernisiert werden. Zunächst sei an eine Verlinkung mit dem Serviceportal des Landes gedacht, mittelfristig sogar an eine volle Integration. Der Vorteil für die Bürger bestehe unter anderem darin, dass auf diesem Portal Verfahrensabläufe und Zuständigkeiten dargelegt sind. Als Beispiele dafür, was die Stadt künftig zusätzlich ins Netz stellen könne, nannte Bernd Vogel Bebauungspläne in der Auslegung oder auch ein Baulückenkataster.

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Was an elektronischen Bürgerdiensten landeseinheitlich zu nutzen sein solle, betreffe vor allem das Einwohnermeldewesen oder Wahlen. Der Formularservice wiederum werde bislang kaum genutzt, "weil den Bürgern der Dialog vor Ort wichtig ist". Außerdem sprach der Organisationsamtsleiter in diesem Fall vom "Medienbruch", weil die Formulare aller Elektronik zum Trotz nach wie vor ausgedruckt werden. Was der Bevölkerung über die Internetseite der Stadt aber künftig verstärkt an Information zur Verfügung gestellt werden kann, sind Satzungen, Haushaltspläne oder Sitzungsvorlagen.

Außerdem sollen die neuesten technischen Möglichkeiten auch verwaltungsintern besser genutzt werden zum "Informations- und Wissensmanagement" sowie zur "elektronischen Schriftgutverwaltung". Eine Testphase ist für 2007 in der Hauptverwaltung vorgesehen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Datensicherheit. Auch dabei steht bereits im kommenden Jahr eine umfassende Überprüfung an.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich zufrieden mit dem Sachstandsbericht und signalisierten, dass sie die Gesamtkosten von 65 000 Euro, die im laufenden und im kommenden Jahr für die Aktualisierung der elektronischen Verwaltungsdienste notwendig sind, auch im Rahmen der Haushaltsplanberatungen für 2007 mittragen können. Lediglich Stadtrat Bernhard Most (FDP/KIBÜ) warnte vor den Folgekosten: Zunehmender Mail-Eingang müsse sofort bearbeitet werden "sonst hat es keinen Wert". Das koste aber Personal. Außerdem befürchtete Most, dass sich bei Bebauungsplänen, die im Internet ausliegen, "die Hemmschwelle für Einsprüche" reduzieren könnte.