Lokales

Der "Zuckerlesbeck"

OHMDEN Am heutigen Mittwoch feiert Georg Kirschmann seinen 90. Geburtstag und das im großen Rahmen. 85 Gäste hat er in die

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RUDOLF STÄBLER

"Wiestalstuben" eingeladen, "die Familie Tochter, Schwiegersohn und zwei Enkel und viele alte gute Freunde" wie der rege Jubilar ausdrücklich betont. Und man kennt ihn in der Gemeinde Ohmden und natürlich auch in der näheren und weiteren Umgebung. "Zuckerlesbeck" ist der in früheren Zeiten übliche Hausnamen von Georg Kirschmann, diesen "Titel" hat auch schon sein Schwiegervater getragen.

Dabei hat der in Holzmaden Geborene als junger Mann einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen. Die Realschule hat er besucht, um anschließend Förster zu werden. In Bebenhausen bei Tübingen hatte er sein Revier und den Beruf auch sehr gern ausgeübt. Auch noch als er 1948 die Tochter des Ohmdener "Zuckerlesbeck" die Klara geheiratet hat, war der Forst an erster Stelle. Die Spezialität des "Zuckerlesbecks" waren die Zuckerhasen, die im Nachkriegsdeutschland sehr beliebt waren, denn lange Jahre musste man in Deutschland doch auf Zucker verzichten. Und so wurde die "Bäckerei" in Ohmden schnell über die Gemeinde- und Kreisgrenze hinaus bekannt.

1954 landete Georg Kirschmann endgültig in Ohmden und trat zusammen mit seiner Frau die Nachfolge seines Schwiegervaters an. "Fünf Tonnen Zuckerhasen wurden pro Jahr produziert" wie der Jubilar nicht ohne Stolz erzählt. Und das 30 Jahre lang, denn erst 1984 wurde die Produktion eingestellt und bereits ein Jahr später verstarb leider seine Ehefrau Klara.

Der Wald hat Georg Kirschmann freilich in all den Jahren nicht losgelassen, wie könnte es bei einem ehemaligen Revierförster auch anders sein. So war er jahrzehntelang Mitpächter der Gemeindejagd in Ohmden. Die Jagd hat der inzwischen mit einem Herzschrittmacher lebende 90-Jährige aufgegeben.

Allerdings lässt er seine Bienen noch fliegen, die Imkerei ist ihm ebenfalls stark ans Herz gewachsen. Was ihn "granadenmäßig" ärgert, ist, dass er nicht mehr so richtig schaffen kann. Reparaturen rund oder am Haus waren eine Selbstverständlichkeit, die Ruhe gefällt dem Jubilar überhaupt nicht. Und so hat er sich einen großen Freundeskreis "angeschafft", zu dem auch die Jagdhornbläser gehören "und im Musik- und Gesangverein bin ich auch noch."

Zum Essen unter der Woche geht es meist außer Haus, auch hier findet Georg Kirschmann hilfreiche Hände, genauso wie für die notwendigen Arbeiten in seiner Wohnung. "Dafür habe ich eine Hausfrau".

Eigentlich freut sich Georg Kirschmann auf das heutige Fest in den Wiestalsuben , allerdings, "ich habe schon ein wenig Bammel vor dem großen Rummel", schränkt der 90er ein.