Lokales

Derzeit weht noch keine "dicke" Luft über der Teckstadt

Gute Werte kann Planungsamtsleiter Dr. Hermann-Lambert Oediger der Luft über der Teckstadt attestieren. Die Mitglieder des Gemeinderats nahmen in Blick auf Mautdebatten und Feinstaubdiskussionen gerne zur Kenntnis, dass die Welt in Kirchheim noch in Ordnung zu sein scheint und mit Verkehrszählungen nun der aktuelle Stand der Dinge ermittelt werden soll.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Auf einen gemeinsamen Antrag der SPD, der Grünen Alternative und der Frauenliste hin war das Thema "Luftschadstoffe in Kirchheim" auf die Tagesordnung der jüngsten öffentlichen Sitzung gesetzt worden. Entwarnung konnte Dr. Oediger im Blick auf das Thema Feinstaub geben. Kirchheim steht nicht auf der Liste der Orte, bei denen das Umweltministerium Baden-Württemberg Überschreitungen erwartet oder bereits festgestellt hat.

Neben Stuttgart, Ludwigsburg und Pleidelsheim finden sich auch noch Reutlingen, Tübingen, Ilsfeld, Mannheim und Schwäbisch Gmünd auf dieser Liste. Von den insgesamt 45 Messstationen in Baden-Württemberg befindet sich die nächste in Plochingen. Wer sich für die dort ermittelten Werte interessiert, kann im Internet unter www.umeg.de entsprechende Informationen abrufen. Insgesamt 82 000 Straßenabschnitte in Baden-Württemberg sind in einem 1995 als Datenbank erstellten Kataster so erfasst, dass Informationen über die Emissionen in den einzelnen Straßenabschnitten vorliegen, wie beispielsweise Stickoxide, organische Gase und Dämpfe oder partikelförmige Stoffe.

An 64 ausgewiesenen Stellen wurden seit 1997 Messungen durchgeführt. Einer dieser Messpunkte befand sich in Kirchheim in der Jesinger Straße nahe des Amtsgerichts. Wie Planungsamtsleiter Dr. Oediger den Gremiumsmitgliedern mitteilte, wurde lediglich der Wert für Benzol innerhalb des Messzeitraums von Herbst 1997 bis 1998 überschritten. Da der Benzolwert in den vergangenen Jahren aber stetig zurückgegangen sei, wurden keine verkehrsbeschränkenden Maßnahmen ergriffen. Im Blick auf die Verkehrsbelastung wurde der Standort Jesinger Straße auf Rang 331 von insgesamt 410 geführt, Kirchheim bei einer Spotmessung von 111 Standpunkten wegen seiner Nachrangigkeit gar nicht geprüft und eine erneute aktuelle Messung auch nicht für erforderlich gehalten.

Planungsamtsleiter Dr. Oediger zeigte sich überzeugt, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass in Kirchheim Schadstoffbelastungen oberhalb der Grenzwerte des Bundes-Immissionsschutzgesetzes auftreten könnten. Dennoch will die Verwaltung städtische Fahrzeuge mit Partikelfiltern ausstatten, so weit sie nach 2000 angeschafft wurden. Außerdem soll darauf hingewirkt werden, dass auch die im öffentlichen Personennahverkehr fahrenden Busse mit solchen Partikelfiltern ausgestattet werden, wie sie auch für auf städtischen Baustellen eingesetzte Fahrzeuge und Baumaschinen vorgesehen sind.

Im Blick auf eine Reduktion der Lärmbelastung sollen aus zu erstellenden strategischen Lärmkarten Aktionspläne entwickelt werden, um dann mindestens alle fünf Jahre diese Lärmkarten zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Aktuelle Daten darüber, wie sich die Schwerlastverkehrsanteile mit Einführung der Lkw-Maut auf Autobahnen möglicherweise auch auf die Ortsdurchfahrten in Kirchheim verlagert haben, sollen Verkehrszählungen sichern, wie sie Anfang April in Wendlingen durchgeführt wurden. Von 16 400 Fahrzeugen im Juni 2001 habe sich dort das Verkehrsaufkommen auf 17 650 Fahrzeuge im April 2005 gesteigert. Detailliertere Informationen können aber erst nach einer genauen Auswertung erfragt werden.

Die Mitglieder des Ratsgremiums zeigten sich jedenfalls erfreut darüber, dass in Kirchheim im Blick auf das Thema Feinstaub derzeit wohl kein akuter Handlungsbedarf besteht, votierten im Blick auf das ebenfalls in diesem Zusammenhang beratene Thema Lkw-Maut und ihre Auswirkungen dafür, mit Verkehrszählungen nicht nur in Ötlingen, sondern auch in Jesingen durchzuführen, um eine solide Basis für die weitere Beobachtung des Verkehrsaufkommens zu bekommen.