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Dettinger fliegen an Kirchheim vorbei

Auf den Plätzen 9 und 10 beendeten die beiden Teckvereine die Saison 2006 der Segelflug-Bundesliga. Einzige Überraschung: Die Fliegergruppe Dettingen positionierte sich vor der Fliegergruppe Wolf Hirth.

INGA LOKE

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KIRCHHEIM/DETTINGEN In der 19. und letzten Runde gelang es der Dettinger Segelfluggruppe, als Viert-platzierter des Tagesklassements 17 Punkte zu sichern. Damit flog sie an der lokalen Konkurrenz in letzter Minute noch vorbei: Die Fliegergruppe Wolf Hirth landete auf Tagesplatz 12 und kassierte 9 Punkte. Im Bundesliga-Endklassement zogen die Flieger aus der Schlossberggemeinde damit an den Kirchheimern noch vorbei.

Einziger startender Pilot der Fliegergruppe Wolf Hirth war an diesem Wochenende Patrick Puskeiler, ein 18-jähriger Schüler. Der startete in einem Cirrus. Puskeiler gelang es dann aber nicht mehr, über die Schwäbische Alb zu kommen. Im Hangflug brachte er thermisch noch fast 100 Kilometer Strecke hinter sich. Aufgrund des schlechten Wetters im Norden Deutschlands flogen an diesem Wochenende nur Piloten aus 12 Vereinen um Bundesliga-Punkte.

Im Endeffekt fiel die Bundesliga-Bilanz der Kirchheimer positiv aus. Zwar wurde das im Frühjahr formulierte Ziel des Segelflugreferenten Peter Bittner ("ein Platz unter den ersten sechs Vereinen") nicht erreicht. Was imponierte, war aber der Einsatzgeist sowohl der Wolf-Hirth-Jugend als auch der erfahrenen Piloten bei diesem Wettbewerb.

Bei der Dettinger Segelfluggruppe gab es am Bundesliga-Wochenende zum schlechten Wetter noch ein zweites Handicap: Wegen des Modellflugtages der örtlichen Modellfluggruppe waren am Sonntag Segelflugstarts vom Segelfluggelände aus unmöglich. Ein Start auf dem Heimatfluggelände ist aber zwingende Voraussetzung, um Flüge in die Wertung zu bringen. Was tun? Die einzige Chance der Dettinger bestand darin, schon am frühen Samstagnachmittag zu starten. Vier Piloten montierten deshalb früh ihre Flugzeuge auf und bereiteten sich auf den Start vor. Trotz wenig Erfolg versprechender Wetterbedingungen ließen sie sich deshalb hochschleppen. Doch das Verharren in luftiger Höhe war anfangs schier unmöglich, sodass Volker Weber schon nach kurzer Zeit wieder am Boden war. Mehr Fortüne entwickelte einmal mehr das Vater/Sohn-Gespann Frieder und Andreas Belz. Beide konnten die thermikschwache Zeit bei leichtem Hangwind überbrücken, bis sich auf der Alb tatsächlich Cumuluswolken unter der abschirmenden hohen Bewölkung entwickelten. Mit etwas Glück gelang den beiden der Anschluss an die Thermik dieser Wolken. Damit waren Streckenflüge über Distanzen von rund 250 Kilometern möglich, bevor das Wetter am Abend wieder "dicht" machte. Die erzielten Geschwindigkeiten der Dettinger lagen bei rund 70 km/h.

Dem vierten gestarteten Dettinger Piloten Ulrich Häfner gelang es zwar, bei schwachen Bedingungen oben zu bleiben. Der Anschluss an die Thermik über der Alb wollte ihm aber dennoch nicht gelingen, sodass Häfner die erforderliche Mindeststrecke von 50 Kilometern nicht schaffte.

Obwohl damit nur zwei Flüge für die Bundesliga gewertet werden konnten, erreichte die Fliegergruppe Dettingen den vierten Platz in der Tageswertung. Die gewonnenen 17 Punkte reichten den Dettingern aus, um sich am letzten Wochenende tabellarisch noch an Kirchheim vorbeizumogeln.

Dettingen gegen Kirchheim im kommenden Bundesliga-Jahr geht das Luftduell weiter.