Lokales

Deutliche Aufwertung des „Städtles“

Architekt Single vom Büro Architekten-Werkgemeinschaft Nürtingen hat der Stadt die Abrechnung für den Erweiterungsbau des Rathauses mit Tiefgarage und die Sanierung des historischen Rathauses vorgelegt. In seiner jüngsten Sitzung hat nunmehr der Gemeinderat die Schlussrechnung anerkannt.

Rudolf stäbler

Weilheim. Die Schlussrechnung für den Erweiterungsbau weist Gesamtkosten von 8 263 810 Euro aus. Sie liegt damit um 390 000 Euro über der Kostenberechnung des Jahres 2001. In diesen Baukosten sind zusätzliche, vom Gemeinderat freigegebene Bauleistungen mit 549 000 Euro enthalten, sodass letztlich die Kostenberechnung aus dem Jahr 2001 sogar um 185 000 Euro unterschritten wurde.

Für das historische Rathaus lag im Jahr 2001 lediglich eine grobe Kostenschätzung mit rund 650 000 Euro vor. Diese Schätzung enthielt auch nicht die Sanierung der gesamten Außenfassade. Erst nach dem Abbruch der Innenräume im Erdgeschoss konnte die Tragkonstruktion näher begutachtet werden. Hier waren zusätzliche stabilisierende Maßnahmen für das Gebäude erforderlich und an einigen Gebäudeteilen stärkere Bauschäden zu beheben. Deshalb hat der Architekt dem Gemeinderat im Mai 2007 eine fortgeführte Kostenberechnung für die Sanierung des historischen Rathauses mit 1,023 Millionen Euro vorgelegt.

Die Schlussrechnung die nunmehr dem Gemeinderat zur Anerkennung vorlag, weist nun Baukosten von 1 319 906 Euro aus. Die Mehrkosten von 296 000 Euro sind dabei haup­tsächlich auf Preissteigerungen bei den Metallbauarbeiten, auf die Beseitigung von Schäden am Dachstuhl, zusätzliche Brandschutzanforderungen und einen höheren Aufwand bei der den Alt- und Neubau verbindenden Glastüre zurückzuführen.

Die Baukosten von rund 9,58 Millionen Euro wurden durch Zuschüsse des Landes mit 1,977 Millionen, Vorsteuererstattung mit 375 000 und dem von der Stadt zu tragenden Eigenanteil mit 7,231 Millionen Euro finanziert. Der Eigenanteil wiederum wurde mit einem Verkauf von Neckar­werkaktien im Wert von 3 Millionen Euro, aus dem Verkauf eines Gebäudes und dem Verkauf von Stellplätzen in der Tiefgarage mit zusammen 830 000 Euro und aus Grundstückserlösen mit 2,4 Millionen Euro finanziert. Dazu kamen noch allgemeine Haushaltsmittel mit knapp über einer Million Euro. Um die beiden Bauwerke zu erstellen benötigte die Stadt Weilheim keinen Cent an Krediten.

Der Gemeinderat hat die Bauabrechnung und auch die Finanzierung anerkannt. Bürgermeister Hermann Bauer hob hervor, dass die wichtige Aufgabe der Rathauserweiterung und Sanierung des historischen Rathauses nunmehr für lange Zeit in guter Qualität gelöst ist. Die Gesamtmaßnahme von Rathaus, Bertoldsplatz und Veränderungen im Bereich der Lindach habe zur einer deutlichen Aufwertung des Städtles geführt, die von der Bevölkerung, Besuchern der Stadt und in Fachkreisen Zustimmung und Lob finde. Dazu komme, dass die Stadt die Chancen beachtlicher Finanzhilfe des Landes zur Finanzierung dieser Projekte nutzen konnte. Bauer ließ auch keinen Zweifel daran, dass er diese Maßnahme noch vor seinem Amtsende unbedingt noch erledigt haben wollte. „Ein neuer Bürgermeister hätte hierfür keine Mehrheiten gefunden.“

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