Lokales

"Deutliche Entlastung" durch Einbahnstraße?

Am Kirchheimer Schweinemarkt beginnt der Endspurt: In drei Monaten soll die Tiefgarage betriebsbereit sein, wenn nicht noch etwas Unvorhergesehenes dazwischenkommt. Gestern informierten Investor, Bürgermeister und Tiefbauamtsleiter die Presse über den Baufortschritt.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Für Mitte Mai sieht der Bauzeitenplan die Eröffnung der neuen Tiefgarage am Schweinemarkt vor. Tiefbauamtsleiter Martin Zimmert hält den Plan auch für "einhaltbar". Es gibt dabei aber noch eine Komponente, die ziemliche Unwägbarkeiten in sich birgt: das Wetter. "Die empfindlichen Abdichtungsarbeiten sind extrem temperaturabhängig", schilderte Zimmert gestern das Hauptproblem.

Anzeige

Die Epoxydharz-Beschichtung, die das Bauwerk dauerhaft vor schädlichen Einflüssen wie salzhaltigem Wasser im Winter schützen soll, verlange konstante Frostfreiheit. Sonst lasse sich die Schutzschicht nicht aufbringen. Wenn Mitte März also noch einmal ein starker Wintereinbruch käme, dann würde sich die Fertigstellung der Tiefgarage entsprechend verzögern. Was die Bauzeiten der Fünf-Millionen-Euro-Maßnahme betrifft, betont Martin Zimmert generell: "Wir sind kein Industriebetrieb, das hier ist eine Baustelle. Die Tiefgarage ist ein Unikat." Außerdem gebe es zusätzlich zur Witterung noch einige andere "Dinge, die den Bau extrem beeinflussen: Verkehr, Handel und Politik".

Die Verkehrsanbindung bezeichnete Bürgermeister Günter Riemer gestern neben dem Zeitpunkt der Fertigstellung als den zweiten wichtigen Punkt, der die Bevölkerung besonders bewege. Der Technische Ausschuss sei sich einig gewesen, dass das Verkehrsaufkommen am Alleenring reduziert werden müsse. Die ursprünglich angedachte Ampellösung an der neu zu schaffenden Kreuzung Alleenstraße/Tiefgarage/Schlierbacher Straße sei aber sehr problematisch wegen der Staulängen, die sich daraus an den anderen Kreuzungen ergäben. Die Computersimulation habe gezeigt, dass das Chaos programmiert wäre: "Das Verkehrssystem bricht zusammen."

Das zuletzt diskutierte Linksabbiegeverbot am Schwarzen Adler hat allerdings auch Gegenstimmen hervorgerufen. Deshalb brachte Bürgermeister Riemer gestern wieder die Einbahnstraßenregelung als mögliche Variante ins Spiel. Der Lösungsansatz könnte wieder einmal einen einzigen großen Kreisverkehr rings um die Kirchheimer Innenstadt vorsehen. "Das würde eine deutliche Entlastung bringen", meint Günter Riemer. Der Gemeinderat werde in seiner nächsten Sitzung Mitte März ausführlich über die beste Verkehrsführung debattieren.

Die Tiefgarage selbst nimmt indessen zunehmend Gestalt an. Die einspurige Einfahrt, die sich dann öffnet, um an zwei Schranken gleichzeitig die Zufahrt zu ermöglichen, windet sich in elegantem Schwung nach unten. Nebenan folgt die Ausfahrt mit ihrem wesentlich engeren Radius dem umgekehrten Prinzip: Nach der Schranke öffnet sich die Ausfahrtsschneise, sodass mehrere Autos parallel aus der Tiefgarage auf die Alleenstraße fahren können. Diese Regelung scheint allerdings für eine Kreuzung besser geeignet zu sein als für den Einbahnstraßenverkehr.

Fünf Parkdecks verteilen sich auf den Halbgeschossen, zwei davon auf Seiten der Turmstraße und drei entlang der Alleenstraße. Dass die 360 neuen Parkplätze gut angenommen werden, steht für den Investor Oliver Riethmüller außer Frage: "Das wird viel besser als in der alten Tiefgarage. Die war zu dunkel und zu laut." Was den Hochbau über der Garage angeht, für den er in erster Linie zuständig ist, zeigt er sich ebenso zuversichtlich: "Ich habe keine Sorge, dass die Einzelhandelsflächen leer bleiben könnten." Erste Verträge seien bereits abgeschlossen.

Die gesamte Baumaßnahme soll im Frühjahr 2007 beendet sein. Dazu gehören die drei Gebäudeteile des Hochbaus ebenso wie die beiden Aufzüge und die Arbeiten an Straßen, Kanälen, Wasser- und Gasleitungen. Im Herbst 2006 wird außerdem die Alleenstraße zwischen Bastion und Amtsgericht ihrem Namen wieder Ehre machen wenn die neuen Bäume gepflanzt sind.