Lokales

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Deutliche Signalesind erforderlich

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Zum Leserbrief "Unwürdiges Schauspiel", im Teckboten vom 9. Dezember:

Vielen Dank für diesen Leserbrief. Ich finde es ausgesprochen wichtig, derartige Diskriminierungen nicht still und leise hinzunehmen, sondern publik zu machen.

Ein Lokal, dessen Betriebspolitik es ist, in einer solch rassistischen Weise komplett wie berichtet tageweise alle Ausländer abzuweisen, werde ich nicht besuchen, obwohl ich sehr gerne tanzen gehe. Ich hoffe, dass sich dem viele Menschen anschließen, denn über deutliche Sig-nale von Kunden können solche Auswüchse eingedämmt werden.

Anne-Katrin Stuth

Kirchheim, Raunerstraße

Chancengleichheit?

Ein Beamter, ein Polizei-Vizechef setzt einen Mann unter Druck und droht ihm mit Folter und Schmerzen, damit dieser das Versteck seines Opfers preisgibt. Der Gedanke, dass das Kind noch lebt, treiben die Beamten zu diesem Schritt. Und der Magnus Gäfgen nennt den Ort. Er ergreift die Chance, von Schmerzen verschont zu bleiben und nun steht dieser Beamte vor Gericht. Welch eine Situation. Ein Mörder beklagt sich, dass man ihn verbal in Angst und Schrecken versetzt habe, dass er daraufhin in Panik geraten sei und unter Zwang ausgesagt habe. Doch, er bekam diese Chance.

Welche Chance hatte der kleine Junge? Keine! Er ist tot. Dieser Mann hat ihm das Leben genommen. Wir können nicht einmal erahnen was dieses Kind an Angst und Pein, an Schrecken, Not und Panik ertragen musste. Ja, er ist tot. Und sein Mörder klagt einen anderen Menschen an.

Ich bitte mich nicht falsch zu verstehen. Ich wünsche mir weder einen Staat, noch Polizei, die uns in Angst und Schrecken versetzt, aber ich zolle Herrn Daschner großen Respekt, dass er es gewagt hat, einen Mörder unter Druck zu setzen, um damit eventuell ein Leben zu retten.

Sehen wir die ganze Angelegenheit einmal von einer anderen Seite: Hätte man den kleinen Jakob von Metzler noch lebend gefunden, dann wären keine Worte gefallen wie "Amtsmissbrauch, handeln aus Machtgefühl" et ecera. Dann hätte man sich mit Lobreden überschlagen, und diejenigen, die nun von der ganzen Sache nichts mehr wissen wollen, hätten sich voll Stolz an die Brust geschlagen.

Ich wünsche Herrn Daschner, dass ihm noch mehr Demütigungen erspart bleiben. Auf das Urteil am 20. Dezember dürfen wir gespannt sein.

Rosemarie Geserer

Bahnhofstraße, Lenningen

Wundervolle Begleiter

Zum Leserbrief "Eine Frage des Instinkts", im Teckboten vom 11. Dezember:Als Besitzerin von Hund und Katze möchte ich zu diesem Leserbrief Stellung beziehen. Tiere sind intelligent und haben Gefühle. Sie sind wundervolle Begleiter für uns und bereichern unser Leben. Eines aber sind sie nicht. Sie sind keine Menschen. Deshalb hätte der Hund Dexter den Leserbrief niemals in dieser Weise geschrieben.

Hunde sind Rudeltiere und als solche fühlen sie sich am wohlsten, wenn sie ihre Position und Rolle im Rudel genau kennen. Damit sie die Position in ihrem modernen Rudel der Familie finden können, bedarf es der liebevollen, aber sehr konsequenten Unterweisung. Fakt ist aber auch, dass etliche Hunde unberechenbar sind und gefährlich sein können. Postboten und viele andere, die schon gebissen wurden, können ein Lied davon singen. Deshalb habe ich vollstes Verständnis dafür, dass es Menschen gibt, die vor Hunden Angst haben und als verantwortungsbewusster Hundebesitzer führe ich meinen Hund entsprechend. Denn nichts und niemand gibt einem Hundebesitzer das Recht, andere Menschen in Angst und Schrecken zu versetzen.

Seit längerer Zeit beobachte ich nun schon, dass die Zahl jener Hunde drastisch zunimmt, die ihrem Besitzer in keiner Weise gehorchen. So sind mir erst kürzlich, als ich ohne Hund einen abendlichen Spaziergang auf der Hahnweide unternahm, drei Hunde bellend aus der Dunkelheit entgegen gestürmt. Da ist es nicht verwunderlich, dass es immer mehr Paragraphen gibt. Und ich sage voraus, dass es weitere Restriktionen geben wird, wenn die Zahl der unvernünftigen Hundebesitzer, die den verhätschelten, vermenschlichten, unerzogenen Hund zum Maß aller Dinge erheben, weiter ansteigt.

Rosemarie Fano

Kirchheim, Hahnweidstraße

Polizeigesetz alsRechtsgrundlage

Detlef Ahler beginnt seinen Kommentar mit den Worten: "Milder geht's nimmer". Natürlich geht es milder: zum Beispiel "Freispruch". Daschner und seine Vernehmungsbeamten wollten das Leben des Kindes retten. Das Leben ist das höchste Rechtsgut.

Das Polizeigesetz verpflichtet die Polizei, rechtswidrige Zustände zu beseitigen. Die Entführung des Jungen war ein rechtswidriger Zustand. Gleichzeitig drohte akute Todesgefahr. Die Beamten waren deshalb verpflichtet, diesen rechtswidrigen Zustand zu beseitigen. Zur Gefahrenabwehr handelt die Polizei nach dem Polizeigesetz. Im Polizeigesetz sind alle Zwangsmittel aufgelistet: Von der einfachen körperlichen Gewalt bis zum Schusswaffengebrauch. Das Gesetz verlangt immer das mildeste Zwangsmittel, das zur Beendigung des rechtswidrigen Zustandes führt. Darüber hinaus darf das Zwangsmittel nicht unverhältnismäßig sein.

Um Leben zu retten war das Androhen von Zwangsmitteln gerechtfertigt und sicher auch nicht unverhältnismäßig. Für die Beamten war zur Gefahrenabwehr das Polizeigesetz Rechtsgrundlage.

Karl Metzger

Kirchheim, Dachsweg

Träumereien

Ich hatte kürzlich einen Traum. Es sagte Angela Merkel auf dem Bundesparteitag der CDU: Jawohl, es muss einmal gesagt werden: Wir haben in unserer Regierungszeit Fehler gemacht und Reformen ausgesessen. Dann betrat Gerhard Schröder (der als Gastredner eingeladen war) das Podium und sprach: Jawohl, auch wir haben bis jetzt nicht alles richtig gemacht. Dann gaben sich beide die Hand und riefen gemeinsam: Jetzt ziehen wir beide den Karren zusammen aus dem Dreck. Es gab großen Beifall.

Dann wachte ich auf, ging an den Frühstückstisch und schaltete das Radio ein. Ich hörte Angela Merkel sagen: Attacke auf die anderen. Und wieder gab es großen Beifall. Ja Ja, Träumereien.

Hubert Koeber

Kirchheim, Dachsweg

Die Kirche im Dorf lassen

Zum Bericht "Schokomännchen aus einer öffentlichen Schule verbannt Das Kreuz mit dem Nikolaus", im Teckboten vom 13. Dezember:

Im französischen Condekerque-Branche ist geschehen, was man den Christen so gerne und oft fälschlicherweise vorwirft: Das sture Befolgen des Buchstabens des Gesetzes. Der Bürgermeister wollte an die Schüler seiner Gemeinde Schokoladenikoläuse verteilen, jedoch trugen sie ein christliches Symbol das Kreuz, was per Gesetz verboten ist. Also schwupp weg damit.

Der Bürgermeister wollte den Kindern eine Freude machen, was ihm sicher auch gelungen wäre. Statt Nikolaus nun ein Schokoriegel, der quasi zu jeder Jahreszeit zu haben ist. Der Verbleib der Nikoläuse bleibt weiterhin im Dunkeln. Eingeschmolzen oder weggeworfen? Und das angesichts steigender Kosten der Gemeinden, angesichts notleidender und hungernder Kinder auf der Welt. Ab und zu vielleicht doch kein schlechter Rat, die Kirche im Dorf zu lassen.

Übrigens: vor Kurzem war in den Nachrichten zu hören, dass verstärkt auf Weihnachten sexistische und frauenfeindliche Computerspiele auf dem Markt sind. Bereits 16 Jährige können als "Bordellmanager" oder "Pornoproduzenten" agieren, Frauen werden grundlos niedergeschlagen und dergleichen mehr. Bis jetzt hörte ich von niemandem, der sich ebenso eifrig und genauso erfolgreich für das Verschwinden dieser "Produkte" einsetzte, wie dies bei den Schokonikoläusen geschah.

Renate Grauli

Ohmden, Weitgaßstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.