Lokales

Deutschland-Expressunter Dampf

Was bewegt Radfahrer oder Inliner, an einem Feiertag bei strahlend schönem Sommerwetter sich eine Meile den Berg hinauf zu quälen anstatt ganz einfach ins Freibad zu gehen? Wir haben nachgefragt.

JÖRG BÄCHLE

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BISSINGEN Vor dem Start wünschte sich Florian Eisrich aus Dettingen eine Zeit um 3:20 Minuten. Zusammen mit Freunden aus einer Radsportgruppe war er am Start: "Wir haben uns nicht speziell auf die Meile vorbereitet", sagt der 1977 geborene ehemalige Owener, der rund 150 Kilometer und zehn Steigen sein Wochenpensum nennt. In 3.13,36 Minuten unterbot er sein selbst gestecktes Ziel um sieben Sekunden.

Die elfjährige Romy Schmid aus Holzmaden fuhr bereits ihre dritte Bissinger Meile. Irgendwas um die fünf Minute wolle sie für den 1,6 Kilometer langen Bergsprint benötigen, meint die selbstbewusste junge Dame, die auch beim Schwaben-Cup oder dem Scott-Junior-Cup am Start ist. In 4:30.28 war sie sogar gleich eine halbe Minute schneller als das gesetzte Ziel.

Corinna Fritz und Simone Schäfer haben sich gewissenhaft auf das Rennen vorbereitet und ein Tag zuvor vor Ort trainiert. Nach der ausgiebigen Feier des WM-Siegs der deutschen Elf in der Nacht zuvor haben sie ihr Tandem-Gespann "Deutschland-Express" getauft. Dass sie die Geschichte ernst nehmen, beweist die Tatsache, dass auch ihr Tandem über Klickpedale verfügt. Deshalb wurden sie auch im Ziel von zwei Helfern in Empfang genommen, um einen Sturz zu verhindern. Auf fast halber Strecke wurden die beiden angefeuert, bevor es richtig steil wurde.

Dort saß auch Andy Holzner aus Kirchheim, die die Meile als Ziel eines Radausflugs nutzte, um ihre beiden "Männer" Harald und Filius Michael anzufeuern. Gebracht hat es was: Michael gewann in seiner Jugend-Alterklasse in fantastischen 3:23 Minuten. Im letzten Jahr war sie selbst noch auf der Strecke, verrät die 49-Jährige. Dieses Jahr sei es ihr zu heiß gewesen.

Gleich drei Mal ist Dagmar Haußmann aus Dettingen die Strecke gefahren: Morgens mit dem Rad, dann mit Hund Bobbi im Körbchen auf der Stange als Begleitung ihres Sohnes Oliver und am Nachmittag schließlich als Premiere auf Inlinern: "Auf dem Bike kann man ein paar Gänge runterschalten, wenn es steiler wird," sagt die 49-Jährige aus Dettingen im Ziel, "auf Inlinern wird es Schritt für Schritt schwerer je steiler die Strecke wird."