Lokales

„Deutschlands schönster Bauhof“

Feierliche Eröffnung mit „Tag der offenen Tür“ des neuen Bissinger Bauhofs in der Kelter

Herausgeputzt präsentiert sich der neue Bauhof der Gemeinde Bissingen. Die ehemalige Kelter erstrahlt in den neuen Farben Sand und einem hellen Grauton, die Tore und Dachfirste in dunklem Grün. Gestern wurde das Gebäude feierlich wieder eröffnet.

Marta Thor

Bissingen. Bei strahlendem Sonnenschein und mit musikalischer Untermalung durch den Musikverein begrüßte Bürgermeister Wolfgang Kümmerle die Gäste: „Wir sind endlich am Ziel.“

Knapp anderthalb Jahre dauerte die Renovierung und Instandsetzung des historischen Gebäudes. Die Planung begann allerdings schon vor 15 Jahren, als klar wurde, dass die alte Kelter erhebliche bauliche Mängel durch Wasserschäden davongetragen hatte und das Dach als einsturzgefährdet galt. Ein Untersuchungsbericht aus dem Jahr 2005 ergab, dass allein die Sanierung der Mängel zur Sicherung der Bausubstanz bereits bis zu 200 000 Euro verschlungen hätte. Ein neuer Bauhof wiederum hätte mit 1,5 Millionen Euro noch teurer zu Buche geschlagen.

Als das Landesdenkmalamt grünes Licht für eine denkmalgerechte Sanierung und den Umbau gegeben hatte, machte man aus der Not eine Tugend und schlug so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Mit einem Finanzierungszuschuss von 420 000 Euro aus dem Sanierungsprogramm des Landes Baden-Württemberg konnten die Gesamtkosten von 720 000 Euro deutlich gemindert werden. Wider Erwarten verschlangen weniger die denkmalschutzbedingten Sanierungen den Löwenanteil der Summe, sondern die Brandschutzverordnungen.

„Früher mussten die Mitarbeiter des Bauhofs in dunklen und unbeheizten Löchern arbeiten und auch die Geräte waren auf drei verschiedene Standorte verteilt“, so Bauhofleiter Uli Pangerl in seiner Eröffnungsrede. Heute sieht die Arbeitssituation der Bauhofmitarbeiter schon ganz anders aus: Der Licht durchflutete 12,5 Meter hohe Hauptraum mit Fachwerk bis zum Dachfirst wurde zweckmäßig unterteilt. Auf halber Höhe des Hauptraums erstreckt sich die Lagergalerie. Dies ist eine völlige Neukonstruktion und wird nicht von den teilweise bis zu 500 Jahre alten Flößhölzern getragen, da das tragende Fachwerk nicht damit verbunden werden darf.

Im ersten Stock befinden sich das helle Büro, die Aufenthalts- und Umkleideräume mit einem beneidenswerten Ausblick auf den Breitenstein. Unterhalb der Galerie lagern das Flüssigsalz für den Winterdienst und andere Geräte. Darüber hinaus gibt es nun eine von Deckenradiatoren beheizte, übersichtliche Werkstatt. Im Anbau, der ganz im Stil der alten Kelter erbaut wurde, warten Räumfahrzeuge und der Unimog auf ihren Einsatz.

Bebilderte Tafelwände erklären den Besuchern im gesamten Haus die historischen und baulichen Zusammenhänge. Viele der Hölzer, besonders im Dachbereich, waren durch tierische und pflanzliche Schädlinge befallen und dadurch marode geworden. Sie wurden durch Trockenholz ersetzt. Die generalüberholte Kelter, jetzt der neue Bauhof, besticht nicht nur durch ihr schmuckes Äußeres, sondern vor allem durch die ausgeklügelte Zweckmäßigkeit auf rund 600 Quadratmetern. So wird sich der Arbeitsalltag der Bauhofmitarbeiter in, laut Uli Pangerl, „Deutschlands schönstem Bauhof“ wesentlich einfacher und effizienter gestalten.

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