Lokales

Dialog mit Ötlingern gefordert

ÖBI formuliert Anregungen in Schreiben ans Regierungspräsidium

Für die Ötlinger Bürgerinitiative (ÖBI) hat ÖBI-Vorsitzender Ortsvorsteher Hermann Kik ein Schreiben an das Regierungspräsidium Stuttgart aufgesetzt. Aufgelistet sind darin etliche Punkte, die bei der Abwägung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die Neubautrasse der Bahn von Wendlingen bis Ulm zu bedenken sind.

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Kirchheim. In seinem Anschreiben erinnert Kik an die Geschichte der ÖBI, die sich bereits in den 90er-Jahren für eine Optimierung der damals von Professor Krittian geplanten und beworbenen Schnellbahntrasse eingesetzt hat. Die Initiative sei von Anfang an für die Trasse entlang der Autobahn gewesen und setzte sich konsequent für eine Tunnellösung entlang der Stadt ein. „Es ging uns darum, aus akustischen und optischen Gründen keine breite Schneise durch die dicht bewohnte Stadt, mit Wohnbebauung bis fast an die Autobahn zu bekommen“, rekapituliert der Ortsvorsteher. Generell sei die ÖBI damals und auch heute dem Bauvorhaben gegenüber positiv eingestellt und hoffe nun auf einen zügigen Baubeginn. Die aktuelle Beschäftigung mit der Thematik habe ergeben, dass Ötlingen in verschiedener Hinsicht während der Bauzeit in besonderem Maße betroffen sei, unter anderem bedingt durch den „Zwischenangriffstunnel Salzäcker“ und Ablagerungen entlang der Autobahn.

Punkt eins in der zwölf Aspekte umfassenden Auflistung betrifft den Baulärm. Da die Bewohner der Gebiete „Zum Hinteren Berg“ und „Auf dem Berg“ in Ötlingen vom Baustellenlärm tangiert sein werden, gelte es, durch „intelligente Logistik und Bauplanung“ sicherzustellen, dass dieser Baulärm nachts und an Sonn- und Feiertagen möglichst entfällt. Der Baustellenverkehr solle vorrangig auf den geplanten Baustraßen zur Au­tobahneinfahrt Kirchheim-West abgewickelt werden, nicht durch die Orte.

In Mitleidenschaft gezogene Straßen und Feldwege müssten abschließend wieder saniert werden, gibt die ÖBI unter dem Punkt „Schadener­satz“ zu bedenken. Was die landwirtschaftlichen Nutzflächen anbelangt, wird darum gebeten, möglichst wenig davon dauerhaft der Nutzung zu entziehen. Auch die Ausweisung von Ausgleichsflächen dürften nicht weitere landwirtschaftliche Flächen in der Nutzung beeinträchtigen. Überdies sei die Unterstützung der Bahn bei der Suche nach alternativen Pacht­flächen, auch für die betroffenen Besitzer von Wochenendgrundstücken, zu klären. Ferner gelte es darzustellen, wer für die Pflege des Walles aufkommt. Was die Zufahrt zur Sportanlage Rübholz anbetrifft, geht die ÖBI davon aus, dass diese bestehen bleibt. Auch dies muss jedoch noch geklärt werden. Ebenso gelte es, die Sicherheitsmaßnahmen während der Bauphase und nach Fertigstellung der Trasse abzuwägen. Möglicherweise entstehen zusätzliche technische und finanzielle Aufwendungen hinsichtlich Brandschutz.

Der letzte Punkt fordert eine rechtzeitige Bürgerinformationsveranstaltung in Ötlingen. Auch darüber hi­naus sollen weitere „Dialogveranstaltungen“ stattfinden, um Anregungen und Verbesserungsvorschläge hinsichtlich der Bautätigkeit mit den Bür­gern diskutieren zu können. ist