Lokales

Dialog zwischen Kulturen

Mit einem Festakt hat die Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule das Jubiläum "20 Jahre Schulpartnerschaft mit Wamba Luadi" gefeiert.

HORST DIENING

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NÜRTINGEN "Der Dialog zwischen den Kulturen ist unerlässlich", betonte Landrat Heinz Eininger bei der Feier in Nürtingen. Die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule und die Otto-Umfrid-Schule haben die guten Kontakte zu Wamba Luadi in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika geprägt. Besonderer Ehrengast des Festakts war der Geschäftsträger der kongolesischen Botschaft, Attaché Lhelo Boloto. Er bestätigte die Worte des Landrats, indem er darauf hinwies, dass man durch Partnerschaft Brücken baue, um die Kulturen und ihre Werte austauschen zu können: "Es lebe die Partnerschaft von Wamba Luadi mit den zwei Schulen in Nürtingen." Er hoffe, dass sich die Beziehungen noch ausweiten werden.

Weiterer Ehrengast war die Bundestagsabgeordnete Dr. Uschi Eid (Die Grünen), die als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung als ausgezeichnete Kennerin Afrikas gilt. Sie freute sich vor allem auch darüber, dass man beim Festakt die positiven Aspekte aus Afrika mit hervorhebe. Sie hoffe, dass die Partnerschaft zwischen Nürtingen und Wamba Luadi Schule mache. Auch die Bundesregierung mit Kanzler Schröder unterstütze die politische Dynamik in Afrika. Dr. Eid hob hierbei auch auf die neue Zusammenarbeit von Afrikanischer Union und EU ab.

Zur Schulpartnerschaft, für die man auch schon vor Jahren sowohl in Nürtingen als auch in Kirchheim gesammelt und verkauft hat, noch ein spezieller Aspekt der Abgeordneten: Vor drei Jahren habe sie selbst für das Projekt mit verkauft und sich dabei ziemlich kalte Füße geholt. Sie wisse also, von was sie rede und habe keine Sekunde gezögert, die Einladung anzunehmen. Das Brückenschlagen sei wichtig, solidarische Hilfe werde geleistet, man gebe jungen Menschen in der kongolesischen Handwerkerschule das richtige Werkzeug in die Hand und schaffe das Rüstzeug, um später einen Beruf ausüben zu können. Auch Philipp Matthäus Hahn so Uschi Eid hätte sicher seine Freude daran, dass man Hilfe zur Selbsthilfe in einem der ärmsten Länder Afrikas leiste.

Mindestens 130 000 Euro oder mehr als 200 Werkzeugkästen wurden im Laufe der 20-jährigen Partnerschaft in Wamba Luadi investiert. Viele Menschen bekamen eine dreijährige Ausbildung in Holz- und Metalltechnik. 30 Ausbildungsplätze sind in Wamba Luadi inzwischen vorhanden. Das Land hat 57 000 Euro beigesteuert. Ursprünglich war eine Demonstration für Frieden und gegen Aufrüstung einer der Ausgangspunkte zur Partnerschaft: Über den Pädagogen Rolf Meyer liefen Kontakte zu dem damaligen Kohlberger Pfarrer Hans Queck und weiter zur evangelischen Basler Mission, die heute Mission 21 heißt.

"Weitere Hilfe für Wamba Luadi ist nötig." Dies wurde bei der Feier in allen Reden deutlich zum Ausdruck gebracht Die Partnerschaft und der Einsatz für die "eine Welt" sollen deshalb fortgesetzt werden. Nicht zuletzt auch Land und Kreis wollen dabei mithelfen.