Lokales

Dichterwettstreit in der Bastion

KIRCHHEIM Am kommenden Freitag, 21. Dezember, findet in der Kirchheimer Bastion der zweite Poetry Slam in der Geschichte des Clubs statt. Nachdem der erste Dichterwettstreit einen großen Zuspruch beim Publikum gefunden hatte, haben sich die Organisatoren bereits letztes Jahr entschieden, diese Veranstaltung fortzuführen. Der Poetry Slam ist ein literarischer Vortragswettbewerb, in dem selbst geschriebene Gedichte vorgetragen werden. Die Poeten müssen dafür eine vorgegebene Zeit einhalten. Bei der Überschreitung des Zeitlimits droht dem Poeten die Disqualifikation aus dem Wettbewerb.

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Das Publikum spielt während des ganzen Abends eine maßgebliche Rolle. Allein die Zuschauer entscheiden über das Weiterkommen oder Scheitern eines Poeten. Abgestimmt wird per Handzettel, welche in den Pausen ausgewertet werden.

Beim Poetry Slam treten folgende zehn Poeten gegeneinander an: Andreas Kenner, Arthur Schippert, Nadine Kerler, Pierre Jarawan, Arnim Wahls, Hans-Jürgen Gaiser, Frank Hermeneit, André Bauer, Robin Berner und Harry Delgas. Für neun von ihnen gilt, den letztjährigen Gewinner Pierre Jarawan herauszufordern, der wiederum versuchen wird, seinen Titel zu verteidigen.

Der Poetry Slam ist keinesfalls eine Modeerscheinung. In dieser Form wurde er zwar erst 1984 vom Erfinder und Performance Poet Marc Kelly Smith aus Chicago ins Leben gerufen. In Deutschland aber reicht die Tradition des Dichterwettstreits bis ins Mittelalter zurück. Die bekannteste Veranstaltung dürfte der Sängerkrieg auf der Wartburg im 13. Jahrhundert gewesen sein. Er gilt bis heute als bedeutendstes Zeugnis thüringischer Spruchdichtung. Nachdem dann in den Neunzigerjahren in Berlin und anderen Großstädten der Slam immer mehr Menschen anlockte, hat sich diese Veranstaltung heute als fester Bestandteil des kulturellen Angebots vieler Städte etabliert.

Am Freitag treten die Poeten in zwei Gruppen gegeneinander an. Die jeweils ersten zwei aus einer Gruppe qualifizieren sich für das Halbfinale. Anschließend entscheidet das Publikum erneut, wer im Finale stehen soll. Daraufhin wird der Gewinner des Poetry Slams 2007 per Applaus ermittelt.

Musikalisch umrahmt wird der Abend von der Band "Airport Jasscussy", die eine Mischung grooviger und jazziger Lauschmusik in die Gemäuer bringt. Und weil Weihnachten vor der Türe steht, geht die Hälfte der Einnahmen an UNICEF.

pm