Lokales

Die 18-Loch-Anlage entsteht in Rekordzeit

Wenn Frank-Hagen Spanka vom Balkon des Container-Clubhauses auf das zarte Grün des Golfplatzes Hammetweil hinausschaut, spielt nicht sel-ten ein zufriedenes Lächeln um seine Lippen. Innerhalb von nur zwölf Monaten ist es dem Geschäftsführer der Golfclub Finance & Management Gesellschaft und seinem Team gelungen, aus den ehemaligen Äckern über dem Neckartal einen anspruchsvollen 18-Loch-Court zu schaffen.

NICOLE MOHN

Anzeige

NECKARTENZLINGEN Seit Ostern dürfen die Mitglieder auf der Driving Range schon mal die ersten Schläge proben. Ab Mai will der Club auch den ersten Abschnitt für den Spielbetrieb freigeben. Samstagnachmittag, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein: Auf solch ein Wetter hat Spanka schon lange gewartet. Einen Steinwurf weit von den schmucken Containern, die zurzeit als Clubhaus, Büro, Pro-Shop und Restaurant dienen, röhren die Baumaschinen. Auf den Fairways laufen die letzten Arbeiten am neuen Golfplatz Hammetweil auf Hochtouren. "Der harte Winter und die schweren Regenfälle haben uns vier Wochen Bauzeit gekostet", erklärt Spanka. Der Boden war nach dem Frost und den Niederschlägen zu nass, um ihn mit schwerem Gerät zu befahren.

Fertigstellungspflege nennt der Fachmann das, was auf dem Gelände des Golfclubs derzeit läuft. "Es ist die Übergangsphase zwischen Bau und dem normalen Greenkeeping", erklärt Spanka. Gräben werden ausgehoben, Wege bereinigt, Rasen nachgesät, Blitz-Schutzhütten und Unterstände für Gerätschaften gebaut, Wasser- und Stromanschlüsse ergänzt. "Was so anfällt, wenn die Bauarbeiten zu Ende gehen", sagt der Manager, der im Moment vor allem an den Wochenenden viel Zeit in Hammetweil verbringt.

Auch an einem der letzten Fairways wird derzeit noch gebaut. Das Gebäude der Driving Range fehlt noch. Derzeit müssen die Mitglieder noch mit zwölf Matten vorlieb nehmen, bis Ende April soll aber auch hier alles fertig sein. Dennoch herrscht schon reger Betrieb. Vor allen an den Wochenenden wird's da schon mal knapp. Mit 10 000 Golfbällen hat der Club die Anlage bestückt. "Samstags, sonntags sind die alle draußen", sagt Spanka. Auch die Trainer des Clubs bieten bereits Stunden an, ab Mitte April starten die ersten Kurse der Golfschule.

Besonders kribbelt es die Golfer natürlich, endlich eine erste Runde auf dem neuen Kurs zu spielen. Ab Mai will der Club nach und nach die ersten Löcher für den Spielbetrieb freigeben, bis zum Sommer sollen alle 18 Löcher freigegeben sein. 700 Mitglieder warten derzeit auf den Beginn des Spielbetriebes. Ein Rekord, wie Spanka sagt: "So viele Mitglieder hat noch kein deutscher Club vor Spielbeginn gehabt." Ab dem Spätsommer sollen noch einmal 150 neu dazukommen, ebenso im Jahr 2006.

Interessenten, sagt der Geschäftsführer der Neckartailfinger Golf Club Finance & Management Gesellschaft, gibt es schon jetzt reichlich. Allein bei den "Golfetsen" im Sommer 2004 waren an die 1200 Golf-Interessierte zum Schnuppern da. Für ihn neben dem schnellen Baufortschritt ein weiteres Indiz dafür, dass das Konzept für den Golfclub Hammetweil stimmt. "Auf Vereinsbasis wären wir heute im Golfclub Hammetweil noch nicht so weit", ist er sich sicher, dass sich der Betrieb von Golfanlagen als Kapitalgesellschaft durchsetzt.

Für das Neckartenzlinger Projekt jedenfalls scheint die Rechnung aufzugehen. "Zwar können wir es noch nicht schwarz auf weiß geben, aber voraussichtlich werden wir ab dem ersten Monat schwarze Zahlen schreiben", so Spanka. Er ist deshalb zuversichtlich, dass die Golf Club Hammetweil GmbH & Co. KG auch den Bau des eigentlichen Clubhauses bald in Angriff nehmen kann. Der Geschäftsführer rechnet damit, dass sich spätestens bei Öffnung des Platzes finanzkräftige Geldgeber finden. "Zumal das Risiko viel geringer ist als zu der Zeit, als wir noch auf dem Papier geplant haben", erklärt er.

Die Planungen für das Clubhaus sind so gut wie abgeschlossen. "Eigentlich warten wir nur noch auf den "roten Punkt", sagt Spanka. Den richtigen Wirt für das Restaurant "Le Club Hammetweil" hat der Club nach sorgfältiger Suche schon gefunden. Im Container-Provisorium hat vor wenigen Tagen das Team um Chefkoch Zeljko Gucic, der auch die Sportgaststätte und Gemeindehalle in Oferdingen betreut, den Service aufgenommen. Schon jetzt sind das Restaurant und das Cafe für manchen Ausflugsziel am Wochenende, im Sommer soll auf der Terrasse, die einen Blick auf Loch 9 und 18 bietet, ein großer Biergarten mit 150 Plätzen eingerichtet werden.