Lokales

Die Ära Karl Weil neigt sich dem Ende zu

15 Jahre stand der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bissingen, Karl Weil, engagiert und geachtet an der Spitze seiner Truppe. In der jüngsten Hauptversammlung stellte er sich nicht mehr zur Wahl. Sein Platz wird nun Bernhard Greiner, der bisherige Vize, einnehmen. Zu dessen Stellvertreter wurde Alex Gölz gewählt.

RICHARD UMSTADT

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Um die Zukunft der Bissinger Feuerwehr muss es weder den neuen Kommandanten noch der Gemeinde bange sein. Drei Mädchen und 20 Jungen brachten im vergangenen Jahr ein beachtliches Pensum hinter sich: 38 Übungen und Veranstaltungen von diversen Schauübungen über einen Strahlrohrevent bis hin zur Altpapiersammlung standen auf dem Programm, das Jugendleiter Armin Holder Revue passieren ließ. Sowohl Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich als auch Bürgermeister Wolfgang Kümmerle lobten die "hervorragende Jugendarbeit" und die "hochmotivierte Jugendwehr".

Dass die Feuerwehr in der Seegemeinde insgesamt "gut aufgestellt" ist, bemerkte nicht nur der Kreisbrandmeister. Auch Bürgermeister Kümmerle entnahm den Berichten der Abteilungen Bissingen und Ochsenwang: "Sie sind alle gut in Form und auf alles vorbereitet."

Die 39 Aktiven aus Bissingen und 22 Aktiven aus Ochsenwang wurden 2005 insgesamt 15 Mal alarmiert. Sieben der Einsätze betrafen Brände, in den anderen Fällen mussten die Floriansjünger Wasser aus Keller pumpen, Straßen von Ästen befreien und technische Hilfe leisten.

Um im Ernstfall fit zu sein, absolvierten die Feuerwehrleute neben der Hauptübung bei der Firma Holzbau Merkle noch zahlreiche weitere Übungen, darunter Zugübungen, Maschinistenübungen, Atemschutzausbildungen, eine Abbruchübung und eine gemeinsame Übung mit dem Roten Kreuz.

Darüber hinaus trug der Besuch von Lehrgängen zur weiteren Qualifizierung einzelner Blauröcke bei. Ein Novum bei der Bissinger Wehr: Sie kam im November vergangenen Jahres erstmals zu einer Klausurtagung in der Alten Schule zusammen, um über zukünftige Aktionen zu sprechen.

Wie in den Jahren zuvor wurden auch 2005 gesellige Veranstaltungen groß geschrieben, sei es beim Feuerwehrfasching, bei einer Familienwanderung, bei Gemeindefesten, dem Feuerwehrausflug oder der Jahresabschlussfeier.

Zur körperlichen Fitness der Floriansjünger trugen sportliche Aktivitäten wie Skiausfahrt, Training zum Sportabzeichen, Feuerwehr-Triathlon sowie das Vereinspokalschießen bei.

Auf einen reichen Erfahrungsschatz können die Mannen der Altersabteilungen zurückblicken. Sie sind "bauseitig" und gesellschaftlich noch sehr rege.

Für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt wurden Klaus Bunz, Wolfgang Gührung, Armin Wahl, Jürgen Braun, Heinz Schempp und Herbert Schmid. Seit 40 Jahren gehört Hans Ederle der Freiwilligen Feuerwehr Bissingen an. Dafür erhielt er neben der Auszeichnung von seinen Feuerwehrkameraden und der Gemeinde als Präsent einen Aufenthalt im Feuerwehrheim Titisee.

Neben Berichten und Ehrungen bildeten die Neuwahlen der Führungsspitze der Bissinger Feuerwehr einen weiteren Schwerpunkt der Hauptversammlung. Der Bissinger Abteilungskommandant und Gesamtkommandant, Karl Weil, warf seinen Hut nicht mehr in den Ring. Bereits im ersten Wahlgang wurden Bernhard Greiner und Alex Gölz mit absoluter Mehrheit zum Abteilungskommandanten beziehungsweise zum stellvertretenden Abteilungskommandanten gewählt. Beide stellten sich auch als Gesamtkommandanten zur Verfügung und erhielten hier ebenfalls eine überwältigende Mehrheit. Sowohl Greiner als auch Gölz nahmen die Wahl an. Der offizielle Kommandantenwechsel ist für 2. Oktober vorgesehen.

Wurden die Floriansjünger in vergangenen Jahrzehnten hauptsächlich zu Bränden und Hochwasser gerufen, so wandelte sich die Aufgabenstellung im Laufe der Zeit. Technische Hilfeleistungen und seit neuestem Einsätze im Rahmen der Vogelgrippenbekämpfung zeugen davon. Eines änderte sich jedoch nicht: "Das Zusammenspiel von Idealismus und Einsatzwillen ist geblieben", freute sich Wolfgang Kümmerle.

Sein Fazit: "Die Feuerwehr ist unbezahlbar für unsere Gesellschaft." Das heißt für die Gemeinde aber nicht, dass sie jetzt für die Floriansjünger kein Geld mehr auszugeben hätte. Kümmerle: "Wir halten die Wehr auf dem technisch notwendigen Stand." Dafür bedankte sich Kommandant Karl Weil bei Gemeinderat und Verwaltung.