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Die "Allee der Kosmonauten" und Gott

OWEN Eine Woche nach ihrem großen Auftritt beim Grand Prix sitzen Mischa Marin und Jürgen Fürwitt in einer tristen Umkleidekabine. Gemeinsam mit ihrer Band sind Mischa

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MARTIN GEHRING

und Jürgen, genannt Jott, die "Allee der Kosmonauten", die im Moment wohl angesagteste christliche Band in Deutschland. Gerade haben sie ihren Auftritt bei der Owener Rocknacht hinter sich und schon haben sie wieder ein Mikro vor der Nase. Wo fühlen sie sich nun eigentlich wohler bei 1600 Jugendlichen auf dem Land oder in der TV-gerechten Grand-Prix-Halle?

"Das waren schon ganz verschiedene Welten", lacht Mischa. Natürlich hat der Grand Prix Spaß gemacht, sagt der junge Musiker. "Die Stimmung hinter den Kulissen, die Atmosphäre zwischen den Künstlern, die Gespräche auch über Gott waren sehr, sehr klasse", sagt Mischa. Auf den Auftritt in Owen hat er sich aber trotzdem tierisch gefreut, gibt er zu. "Vorgestern hab' ich gedacht: Endlich wieder handgemachte Musik, endlich wieder vor Leuten stehen und echte Musik machen", so der Musiker.

Mit einer klaren christlichen Mes-sage sind Mischa und Jürgen auf die Bühne getreten. Vor Jahren war das noch ganz anders. Damals sind sie in ein Schwimmbad eingebrochen, ha-ben Hotelzimmer verwüstet und ei-nen Pizzalieferanten überfallen. Sex, Drugs, Rock'n'Roll ihre alten Ideale, wie sie selber sagen. Die beiden Musiker waren auf der Suche auf der Suche nach dem wahren Leben. "Ich wollte Erfolg haben, ich wollte Pop-Musik machen, ich wollte einfach nur Rock'n'Roll und den ganzen Kram", erzählt Jott etwa, als sie noch Kyd Moses hießen und im Jahr 1999 ein halbes Jahr mit Nena auf Tour waren. "Ich war zu dem Zeitpunkt sehr scharf am Alkohol", erinnert sich Jott. Dann ging es irgendwann nicht mehr: entweder nach unten oder nach oben. Für beide Musiker ging es nach oben, denn sie hörten und spürten für sich den Ruf von Jesus, wie sie sagen, und sie folgten diesem Ruf. "Dann kam die Bekehrung für uns beide am gleichen Tag", sagt Jott. Dadurch wurde ihr Leben Stück für Stück umgekrempelt.

Jürgen Fürwitt und Mischa Marin beschließen, Zeichen zu setzen: Zeichen der Zeit heißt ihr Projekt, wo sie Stars wie Xavier Naidoo, Yvonne Cat-terfield, Patrick Nuo, Laith Al-Deen und Ben zusammenbringen. Gemeinsam singen die Künstler über Themen wie Nächstenliebe. Die Auskopplung des Songs "Du bist nicht allein" steigt in die Top-Ten der deutschen Singlecharts ein. Und dann, 2005, der Grand Prix. "Mit Gottes Hilfe ist sogar der Sieg drin", titelt eine Zeitung. Die "Allee der Kosmonauten" belegt schließlich mit dem Song "Dein Lied" den dritten Platz beim Eurovision Song Contest. "Wir stoßen auf offene Ohren", beschreibt Mischa die Reaktionen auf ihre Arbeit. "Viele Menschen sind unzufrieden mit den Antworten, die sie in den Medien und weiß Gott woher bekommen wenn man überhaupt von Antworten reden kann. Viele sind auf der Suche und wollen endlich wissen, was es mit dem Leben wirklich auf sich hat, was denn nach dem Tod passiert. Viele wollen eine Perspektive und sind unzufrieden mit der ständigen Suche. Wenn sie dann der Allee der Kosmonauten begegnen, ergibt sich oft die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen", freut sich Mischa. Er glaubt daran, dass das erst der Anfang ist.

Die Allee der Kosmonauten auf der Bühne: Mischas warme Stimme ist der Hammer und geht unter die Haut. Jott grinst hinter seinem Schlagzeug übers ganze Gesicht und haut begeistert in die Felle. Doch die beiden überzeugen nicht nur mit ihrer Musik, sie stehen auch für eine Botschaft. Sie machen nicht bloß eine fromme Show, verabreichen keine gut gemeinte Seelenmassage, sondern finden vielmehr deutliche Worte.

"Wir haben im Prinzip vor dem Tor der Hölle gestanden", sagt Jott und wird ernst. "Lasst euch nichts erzäh-len. Lasst euch nicht erzählen, dass die Welt da draußen so toll ist nehmt keine Drogen, das ist jetzt kein dummer Spruch" Jott redet ruhig und eindringlich in der Umkleidekabine. "Lasst Euch nicht verblenden glaubt das, was in der Bibel steht. Glaubt das, was euch eure Oma erzählt hat über Jesus Christus und über Gott. Ihr müsst nicht auf eine Herdplatte greifen, um zu merken, dass es zu heiß ist."

"Jeder ist von Gott gewollt und geliebt", davon ist Mischa überzeugt. "Gott hat den absolut besten Plan für unser Leben. Ich wünsche mir, dass Menschen zu dieser Quelle kommen können und dann diesen Frieden erfahren können, den man nur bei Gott finden kann." Dann erinnert sich Mischa an ein Lied, das er vor zwei Stunden noch auf der Bühne gesungen hat, einen Song über den entscheidenden Kontakt. "Wenn ihr Matrix gesehen habt, und ihr kriegt den Anruf: dann nehmt die Chance wahr", sagt Mischa. Die neue Scheibe der "Allee der Kosmonauten" ist in den CD-Regalen: "Koordinaten" heißt die Scheibe. Nicht nur der Grand-Prix-Song "Dein Lied" ist darauf zu hören, auch die Songs des aktuellen Bühnenprogramms wird es auf CD geben.