Lokales

Die alte Leier in Dorfmerkingen

Niederlagen tun immer weh, aber manchmal sind sie besonders grausam. Eine ungewollte Kostprobe haben die Verbandsliga-Fußballer des VfL Kirchheim am vergangenen Samstag mal wieder bei den SF Dorfmerkingen abgekriegt. Das 0:1 (0:0) stellte den Spielverlauf auf den Kopf.

REIMUND ELBE

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NERESHEIM Die Entscheidung fiel spät. Zu einem Zeitpunkt, als es eigentlich nur noch um die Antwort auf die Frage ging, ob den teils klar domierenden Kirchheimern der Siegtreffer gelingt. Mehrere Hochkaräter hatten der VfL nach der Pause vergeben. Zweimal war allein Ferdi Er gescheitert. Nach einem Solo auf der rechten Seite traf der frühere Akteur der Stuttgarter Kickers nur den Innenpfosten (76.). Elf Minuten zuvor hatte Dorfmerkingens starker Keeper Krusche einen Gewaltschuss Ers über die Latte gelenkt. Zu diesen Chancen kamen weitere Topmöglichkeiten durch Michael Heilemann (67., freistehend knapp übers Gehäuse) und Tiago Santos Araujo, der aus kurzer Distanz den SFD-Schlussmann statt das Tor traf.

Neben diesen Aktionen herrschte auch noch in anderen Szenen Land unter im Dorfmerkinger Strafraum. Doch das zeichnete den vemeintlichen Außenseiter aus: Die Sportfreunde gaben nie klein bei, warfen sich in jeden Schuss, nahmen jeden Zweikampf an, waren schlichtweg tüchtig und bis unter die Haarspitzen motiviert und in einigen Aktionen zudem vom Glück gesegnet.

Noch überzeugender agierte freilich der VfL, weil er auch kämpfte, aber zielstrebiger und ansehnlicher nach effektiven Lösungen im Spielaufbau suchte. Doch mitten in die VfL-Daueroffensive hinein platzte der Traum vom dreifachen Punktgewinn. Die 89. Spielminute war angebrochen, als sich die Kirchheimer Abwehr den einzigen Fauxpas der Partie leistete. Denn: SFD-Routinier und Angriffsspitze Sven Trouerbach (35) kam freistehend zum Schuß. Er traf zwar anschließend bei seinem Schuss die Kugel nicht präzise, doch der unkontrollierte Aufsetzer landete zum Entsetzen der Kirchheimer Anhänger und der Akteure im rechten Toreck.

Eine "halbe" Gelegenheit nach dem Wechsel genügte den SFD zum unverhofften Triumph. Da half es den Kirchheimern auch nichts mehr, dass Dorfmerkingens wiedergenesener Kapitän Olaf Saur nach einer Rangelei mit VfL-Innenverteidiger Mario Grimm die gelb-rote Karte sah. Trotz vierminütiger Nachspielzeit blieb auch bei diesem letzten Aufbäumen in Überzahl das gegnerische Gehäuse wie vernagelt. Die alte Leier in Dorfmerkingen: Der VfL verlor auch beim dritten Verbandsligaauftritt hintereinander nicht nur knapp, sondern auch unverdient. Die aktualisierte Chronolgie des nervraubenden Flops im Härtsfeld: 0:1 in der Saison 2004/2005, 2:3 in der vergangenen Runde, 0:1 am Samstag.

Nur am Rande erwähnt: Der aktuelle Tabellenführer TSV Schwieberdingen hatte zwei Wochen zuvor bei seinem Auftritt im Härtsfeld 2:0 gewonnen der kleine, aber feine Unterschied.

Spiel-Stenogramm

SF Dorfmerkingen:

Krusche Mai, Ilg, Möhl, Waldmann (74. Colletti) Dietterle, Klein (66. Ex), Saur, Wick (90. Weidmann), Reis Trouerbach.VfL Kirchheim:

Gühring Fuchs, Mayer, Grimm, Eisenhardt A. Meha, Raspe (90. F. Meha), Er, Heilemann, Isci Santos Araujo.Tor:

1:0 Trouerbach (89.).Gelbe Karten:

Klein, Trouerbach, Dietterle Gühring, Fuchs, Er.Gelb-Rote Karte:

Saur (90.). Zuschauer:

180.Schiedsrichter:

Thomas Göhring (Crailsheim) leitete ausgezeichnet.